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Die Wiederholung der Corona-Geschichte droht

14.03.2021 11:00
Droht der Bundesliga erneutes Corona-Chaos?
© Christoph Hardt via www.imago-images.de
Droht der Bundesliga erneutes Corona-Chaos?

Die Corona-Pandemie gewinnt wieder an Einfluss auf den Profifußball und wirbelt den Spielplan durcheinander. Das könnte erst der Anfang sein.

Gleiche Stelle, neue Welle: Dem Profifußball droht eine Wiederholung der Corona-Geschichte. Die Fälle bei den Zweitligisten Holstein Kiel und Hannover 96 inklusive Spielabsagen lassen in der Zentrale der Deutschen Fußball Liga (DFL) unliebsame Erinnerungen wach werden. Schließlich war es der anstehende 26. Spieltag, der vor einem Jahr nicht mehr statt fand. Die britische Virusvariante und die erschreckende Inzidenz-Prognose haben das Potenzial, erneut für eine Saison-Unterbrechung zu sorgen.

Zumindest der Spielplan in der 2. Liga wurde bereits gehörig durcheinander gewirbelt. Die Hannoveraner wie die Kieler befinden sich in Quarantäne, ihre Partien am Wochenende wurden abgesagt. Das schiefe Tabellenbild ist dabei noch das geringste Problem. Es steht zu befürchten, dass die wesentlich aggressivere britische Variante zu einer ähnlichen Entwicklung in der Bundesliga führt. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sich der erste Erstligist komplett in Isolation begeben muss.

Darauf lassen auch die Aussagen von Hannovers Mannschaftsarzt Axel Partenheimer schließen. "Obwohl wir uns an alle Hygiene- und Sicherheitsvorschriften gehalten haben, gibt es keine Garantie, dass so ein Fall nicht auftritt", sagte der Hygiene-Beauftragte der Niedersachsen: "Zum Schutz der Spieler und um ein weiteres Ausbreiten der Infektion zu verhindern, ist die Quarantäne unumgänglich."

Tatsächlich stellt die britische Mutation, die mittlerweile auch in Deutschland vorherrscht, die Konzepte der Klubs vor eine große Herausforderung. Die düstere Prognose des Robert Koch-Instituts, wonach die stetig steigende Inzidenz nach Ostern einen Wert von über 200 erreichen wird, dürfte am Fußball nicht spurlos vorüber gehen. Auch Experte Karl Lauterbach sagte am Wochenende, dass "die dritte Welle nicht mehr zu verhindern ist".

Während sich die Bevölkerung auf die von der Politik beschlossene "Notbremse" einstellen muss, will der Fußball nach dem kommenden Spieltag auf Weltreise gehen. Dass die Austragung der zahlreichen Länderspiele mit den dazugehörigen Trips der Spieler in alle Ecken der Erde keine allzu gute Idee ist, sehen auch die Klub-Verantwortlich so.

"Es wird in der ganzen Bundesliga darüber nachgedacht, Spieler eventuell nicht abzustellen. Das ist bei uns auch ein Thema", sagte Trainer Adi Hütter von Eintracht Frankfurt: "Grundsätzlich finde ich es nicht gerade intelligent, dass man diese Spiele austrägt." Der Österreicher ordnet die Reisen mit Blick auf die Ansteckungsgefahr als "wahnsinnig gefährlich" ein.

Der FC Augsburg kündigte Maßnahmen an. "Wir wollen keinen abstellen, der anschließend in Quarantäne gehen müsste", sagte Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter. Augsburg wartet laut Reuter "auf eine klare Stellungnahme" der Behörden und steht im Austausch mit dem Gesundheitsamt.

Verschärfte Debatte in der Länderspielpause?

Wenn die Länderspielpause in den kommenden Tagen näher rückt, wird die Debatte darüber sicher weiter an Schärfe gewinnen. Dabei geht es nicht nur um die Gesundheit der Profis, sondern natürlich auch ums Geld. Auf der einen Seite brauchen die Verbände die Einnahmen aus den Länderspielen, auf der anderen Seite fürchten die Klubs mögliche Verluste durch drohende Spielausfälle.

Was in keinem Fall mehr zu vermeiden scheint, ist das Einnahme-Minus in der laufenden Saison in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro für den Profifußball. Denn die Pläne hinsichtlich einer Zuschauerrückkehr nach Ostern und die dazugehörigen Träume von einer Auslastung der Stadien bis zu 40 Prozent dürften nichts mit der Realität zu tun haben. Nur die Rückkehr der Fans hätte den Verlust gemildert.

Der Fußball muss darauf vorbereitet sein, trotz seiner Lobbyarbeit im Hintergrund bei den nächsten Bund-Länder-Beratungen am 22. März leer auszugehen. Schon die Fortsetzung des Spielbetriebs wäre wohl ein Erfolg. Auch hier wiederholt sich also die Geschichte...

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