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Neuer Teamchef will Rote Laterne in der Formel 1 abgeben

Capito glaubt fest an Trendwende bei Williams

05.03.2021 20:13

McLaren und Williams: Zwei der drei traditionsreichsten Formel-1-Teams erlebten in der jüngeren Vergangenheit schwierige Jahre. Doch während McLaren den Anschluss an die Spitze so langsam wieder gefunden hat, krebst Williams weiterhin ganz am Ende des Feldes herum. 2020 holte man erstmals keinen einzigen WM-Punkt und belegte zum dritten Mal in Folge die Rote Laterne.

Doch was McLaren gelungen ist, das kann auch Williams gelingen. Der Ansicht ist zumindest der neue Geschäftsführer Jost Capito: "McLaren hat in den vergangenen Jahren tolle Arbeit geleistet. Es gibt keinen Grund, warum uns nicht das Gleiche gelingen sollte", stellt er klar. "Wir haben alle Zutaten dafür."

Wie lange das dauert, kann der Deutsche nicht genau sagen. "Ich bin aber absolut überzeugt davon, dass uns mindestens das Gleiche gelingen kann."

Ressourcen schon auf 2022 gerichtet

2021 wird man aber weiterhin kleinere Brötchen backen. Denn der FW43B ist im Grundsatz das Vorjahresauto, mit dem man keinen einzigen Punkt holen konnte. Dementsprechend vage sind die Ziele für die kommende Saison formuliert: "Ich würde 2021 als Übergangsjahr bezeichnen, bei dem unser Ziel ist, die Lücke so stark wie möglich zu schließen", sagt Capito.

Die Ressourcen sind im Grunde schon auf 2022 ausgerichtet, wo man wieder größere Erfolge feiern möchte. "Da sehen wir die Möglichkeit, die ersten richtigen Schritte in Sachen Konkurrenzfähigkeit zu machen. Und darauf wollen wir dann aufbauen", so Capito.

Doch dem Team ist bewusst, dass auch andere Rennställe 2021 als Übergangsjahr betrachten. Viele werden ihren Fokus bereits auf das neue Reglement richten, trotzdem gibt man sich zuversichtlich, dass man dann wieder auf Augenhöhe mit seinen Gegnern kämpfen kann.

Denn der neue Eigentümer Dorilton Capital sorgt beim Geschäftsführer für Optimismus: "Ich muss sagen, dass ich sehr beeindruckt von Dorilton bin. Sie sind ein sehr guter Eigentümer mit der richtigen Einstellung und den richtigen Ressourcen. Und sie unterstützten das Team", lobt der Deutsche.

Williams soll irgendwann wieder siegen

Während Williams in den vergangenen Jahren vor allem finanziell stark im Nachteil war, konnte man in diesem Bereich aufholen. Die Ankunft des neuen Eigentümers habe schon im Vorjahr für ersten Input gesorgt, doch davon werde man 2021 noch nicht viel sehen können, meint Capito: "Dorilton kam gegen Ende des Vorjahres, von daher war im Grunde für dieses Jahr schon alles durch."

Darum habe man auch bewusst entschieden, den Fokus schon auf 2022 zu verschieben, wo "ein großer Schritt" gelingen soll. "Wir sind aber realistisch: Es ist nie eine schnelle Reparatur", mahnt er. Derzeit arbeite man an einem langfristigen Plan, um Williams wieder an die Spitze zu bekommen.

Auf die Erwartungen angesprochen, sagt Capito plakativ: "Das ist klar. Kurzfristig: auf der Strecke kämpfen und das Beste aus allen Möglichkeiten machen. Langfristig: Williams soll wieder siegen."

Als ersten Startpunkt dafür hat man sich 2021 für eine "aufregende neue Identität" entschieden, die in der neuen Zebra-Lackierung sichtbar wird. Man feiert damit die Geschichte von Williams in der Formel 1 und gibt gleichzeitig einen Vorgeschmack auf die neue Richtung und die langfristigen Ziele, wie der Geschäftsführer betont.

Williams soll als Marke bleiben

Der Name Williams soll dabei weiter im Zentrum stehen, auch wenn die Familie von Frank Williams keinen Einfluss mehr hat. "Williams ist einer der berühmtesten Namen in der Formel 1 und im Motorsport generell. Wir halten ihn für einen unserer wertvollsten Güter", betont Capito.

"In den kommenden Monaten wird man sehen, wie wir langfristig in die Marke Williams investieren und sie entwickeln. Dieser Ansatz wird von Dorilton absolut unterstützt und steht über der Jagd nach dem letzten bisschen Sponsorgeld", stellt er klar.

Denn was Williams bedeutet, weiß der Deutsche aus eigener Erfahrung: "Ich bin jetzt 60 Jahre im Motorsport und war immer Formel-1-Fan. Und wenn man lange Formel-1-Fan ist, muss man zwangsläufig ein Fan von Williams sein", sagt er.

"Als Kind war es immer ein Traum, ein Formel-1-Team zu führen. Und Williams zu führen, war immer außer Reichweite. Du sagst dir, dass du nicht gut genug bist und das nie passieren wird. Es ist mehr als ein Traum", so Capito. "Darum konnte ich nicht widerstehen. Ich war nie stolzer als heute."

Doch das Williams von damals ist sicherlich ein anderes als das Williams von heute. Doch um es mit den Worten des Geschäftsführers auszudrücken: "Wir sind am Anfang einer neuen Ära bei Williams."

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