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Lob von Topstar Stoch

"Fantastischer" Horngacher macht den DSV-Adlern Flügel

03.03.2021 12:58
Stefan Horngacher trainiert die deutschen Skispringer
© Frank Hoermann/SVEN SIMON via www.imago-images.de
Stefan Horngacher trainiert die deutschen Skispringer

Stefan Horngacher hat als Skisprung-Bundestrainer die große Lücke geschlossen, die Werner Schusters Weggang gerissen hatte.

Die Nähmaschine hat Stefan Horngacher diesmal daheim im Schwarzwald gelassen. Doch wenn bei Markus Eisenbichler oder Karl Geiger in den turbulenten Oberstdorfer WM-Tagen der Notfall einträte, stünde der starke Mann im deutschen Skispringen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten parat.

"Dem Martin Schmitt habe ich 2007 mal in einer Nacht- und Nebelaktion aus einem Stoffballen einen neuen Sprunganzug genäht", erinnert sich der Bundestrainer: "Und in der Pelle hat er dann den Continental-Cup in Garmisch-Partenkirchen gewonnen."

Damals war der notorische Alleskönner Horngacher Stützpunktleiter in Hinterzarten, heute ist der 51-Jährige längst einer der erfolgreichsten Coaches der Welt.

Einer, der die DSV-Adler mit Strenge und Autorität, aber auch mit Nachsicht und Weitblick anleitet. "Er lässt mich leben, und ich höre extrem auf ihn", sagt Eisenbichler, der am Freitag (17:00 Uhr) seinen WM-Titel auf der Großschanze erfolgreich verteidigen will.

"Er ist ein fantastischer Trainer"

Und Horngacher traut ihm und "Vize" Geiger den ganz großen Coup auch zu. "Wir haben zwei Medaillen auf der kleinen Schanze geholt, jetzt wollen wir natürlich auch so weitermachen", sagte Horngacher.

Erinnerungen an die rauschende WM 2019 in Innsbruck und Seefeld werden wach, als die deutschen Springer unter Horngachers Vorgänger Werner Schuster mächtig abräumten, Gold und Silber von der Großschanze sowie beide Team-Titel gewannen.

"Er ist ein fantastischer Trainer", sagte Schuster über seinen österreichischen Landsmann und einstigen "Co", der anders als sein Vorgänger bereits als Springer ein Topmann war: Zweimal wurde Horngacher mit Österreich Team-Weltmeister (1991, 2001), als Trainer kommt er auf drei WM-Titel (zwei mit Polen, einer mit dem DSV).

Vorgänger Schuster steht bei sechsmal WM-Gold mit Deutschland - brauchte für das erste aber fast sieben Jahre Anlauf. Derart persönliches Erfolgsdenken ist Horngacher aber eher fremd. "An erster Stelle stehen die Springer und das Trainerteam, nicht ich", sagte er der "Badischen Zeitung".

Topstar Stoch schwärmt von Horngacher

Obwohl durchaus ein Cosmopolit der Schanzen, ist Horngacher seit anderthalb Jahrzehnten im Schwarzwald heimisch geworden.

Er, dessen Frau Nicole einst als Physiotherapeutin Martin Schmitt und Sven Hannawald in Form knetete, war einst der Liebe wegen ins deutsche Südwesteck gezogen, wirkte erst in Hinterzarten, dann lange in der zweiten DSV-Reihe, ehe er schließlich als Polens Chefcoach eine Art Nationalheld wurde.

"Stefan hat mir sehr geholfen", sagt Polens Topstar Kamil Stoch, der heute noch - wie auch der Oberstdorfer Überraschungs-Weltmeister Piotr Zyla und sein Seefelder Vorgänger Dawid Kubacki - von Horngachers Arbeit profitieren. "Irgendjemand hat vielleicht da drüben mal ein ganz gutes System aufgebaut", sagte Horngacher und lächelte leicht verschmitzt - für den höflichen und zuvorkommenden, aber auch oft sehr zugeknöpft und finster wirkenden Chef fast schon ein brüsker Gefühlsausbruch.

"Ich weiß, dass ich nicht so lustig schau, wenn es nicht läuft und ich so richtig drin bin in einer Emotion", sagte Horngacher. Und das hat er mit einer anderen Trainer-Institution aus dem idyllischen Südwestzipfel der Republik gemein: "Der Christian Streich kann das ja auch. Also, das mit dem grimmig schauen."

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