Anzeige
powered by esports.com

Pay2Win? Einprogrammierter Zufall?

Deshalb ist FIFA noch längst kein Schwergewicht im eSports

03.03.2021 09:22
FIFA 21: Deshalb ist FIFA noch längst kein Schwergewicht im eSports
© Aldiozz via www.imago-images.de
FIFA 21: Deshalb ist FIFA noch längst kein Schwergewicht im eSports

Die FIFA-Esport-Szene ist in den letzten Jahren immer weiter gewachsen und erfreut sich größter Beliebtheit. Trotzdem ist die Sportsimulation immer noch kein Top-Titel. Warum?

Die Fußballsimulation hatte schon immer eine sehr große und loyale Community. Der Publisher EA Sports versuchte dann den Schritt in Richtung Esport, indem er Turniere organisierte und eine Abteilung für Esport gründete. Das kanadische Unternehmen führte mehrere Wettbewerbe ein und integrierte die Spieler und deren Teams in ihr eigenes Esport-Universum.

FIFA könnte es schaffen

FIFA 21 hat viele Eigenschaften, die eine aktive Esport-Szene um das Spiel herum begünstigen. Der größte Vorteil von FIFA ist die große Community und der leichte Einstieg ins das Spiel selbst. Alle, die Fußball kennen, können auch mit dem Spiel FIFA etwas anfangen. Passen, Dribbeln, Schießen – bis zu einem bestimmten Level kennen sich alle aus.

Ein weiterer Vorteil ist das Marketing. Fast jede Fußballliga hat inzwischen ihre eigene Esport-Liga mit Vereinen, die eigene Spieler für die Wettbewerbe unter Vertrag haben. Für die Vereine ergibt sich dadurch eine einzigartige Möglichkeit, durch Partnerschaften mit Esport-Teams ein junges Publikum zu erreichen.

Außerdem hatte FIFA schon immer große Content Creator, die das Spiel supporten, meistens den beliebten Modus FIFA Ultimate Team. Es mangelt somit nicht an Spielern, die das Spiel feiern und Content kreieren, das zusätzlich mit der echten Fußballwelt eng verbunden ist.

Das sind die Hürden

Neben all diesen Punkten, die das Spiel zu dem perfekten Esport-Titel machen könnten, gibt es dennoch ein paar Hürden, die der Publisher überwinden muss – oder zumindest lernen muss, damit umzugehen.

Wenn es einen Punkt gibt, der immer wieder auftaucht, dann ist es das Gameplay, die Engine und die damit zusammenhängende CPU. Der große Unterschied zu anderen Titeln ist der, dass FIFA als Fußballsimulation versucht den Zufallsfaktor im realen Sport nachzuahmen. Kurz gesagt: Die Zufallsfaktoren in FIFA machen das Spiel unausgeglichen, wodurch man die Spielmechaniken nicht perfektionieren kann.

Ein grandioser Sieg hängt somit nicht selten von zufälligen Störfaktoren ab, womit die Freude wie bei einem 4K in CS:GO oder das Stehlen des Barons in League of Legends eher gedämpft wird.

Das wichtigste Argument gegen FIFA als großer Esport-Titel ist die Abhängigkeit von der künstlichen Intelligenz, die zu jederzeit alle anderen 10 Spieler des eigenen Teams steuert. Taktisch gut gespielte Matches gehören daher meistens nicht zur Tagesordnung und resultieren eher in langweilige Bunker-Partien, wenn es die META so möchte.

Es wäre wahrscheinlich sinnvoller den Esport auf den 11vs11-Modus zu verlagern (Pro Clubs). Aus logistischen Gründen ist das aber (fast) unmöglich, diesen Modus in ein großes Format zu packen. Aus Zuschauersicht wäre es definitiv eine Bereicherung.

Geld regiert die FIFA-Welt

Zum Abschluss wäre da noch das Geld, dass man in das kompetitive FIFA 21-Spielen stecken muss. Um überhaupt eine Chance zu haben am Esport-Universum von EA Sports teilzunehmen, muss man in der sogenannten Weekend League bestehen. Drei Tage und 30 Spiele gegen überwiegend voll ausgestattete Ultimate Teams, die sich die wenigstens leisten können.

Es gibt weitere Faktoren, die den FIFA-Esport daran hindern, weiter zu wachsen. Das aktuelle System, das so verstrickt und komplex ist, wird von vielen nicht verstanden. Selbst die Übertragungen bekommt man als normaler Spieler kaum mit – außer durch Ingame-Werbung, die einem Belohnungen verspricht, wenn man einschaltet.

Zudem ist die Weekend League ein komplettes Chaos mit instabilen Servern, die zu oft ein faires Spiel unmöglich machen und wenn man schon mal ein Spiel bestreitet, kann man sich nicht auf ein ELO-System verlassen. Wenn man 29-0 steht, könnte man genauso gut gegen jemanden mit einer Bilanz von 5-15 spielen.

Es gibt also viele Dinge, die FIFA davon abhalten ein großer Esport-Titel zu werden. Solange sie aber nicht angegangen werden, wird die Fußballsimulation weiterhin feststecken.

© esports.com

Mehr Infos auf esports.com

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige