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Freund fiebert erstem WM-Start entgegen

02.03.2021 12:31
Freut sich auf seinen ersten Einsatz bei der Nordischen Ski-WM: Severin Freund
© Fotostand / Wagner via www.imago-images.de
Freut sich auf seinen ersten Einsatz bei der Nordischen Ski-WM: Severin Freund

Severin Freund gewann 2015 WM-Gold, in Oberstdorf ist er bislang nur Zuschauer. In der zweiten WM-Hälfte soll sich das ändern.

Severin Freund feuerte Karl Geiger an, er jubelte mit dem Gold-Quartett im Mixed, doch jetzt hat er genug von seiner Rolle als Edelfan. "Jetzt kommt die große Schanze, und die ist für mich ein bisschen einfacher", sagt der Skisprung-Weltmeister von 2015, der die Heim-WM in Oberstdorf bislang nur als Zuschauer erlebt hat. Zwar ist schon die Teilnahme ein Erfolg für den 32-Jährigen, in den Ergebnislisten auftauchen würde er dennoch ganz gerne.

Seine bisherige Nebenrolle sei "natürlich nicht die schönste Situation" für ihn gewesen, sagte Freund am Ruhetag der Titelkämpfe im Allgäu. Immerhin habe er dort, wo er 2015 das Oberstdorfer Tourneespringen gewann, ein wenig "die Atmosphäre einer WM" aufsaugen können. Für die Teilnahme hatte er sich schließlich nach zwei Kreuzbandrissen monatelang gequält. "Oberstdorf war ein sehr großes Ziel von mir", sagt Freund.

Auf der kleinen Schanze erhielt dennoch Constantin Schmid den Vortritt. "Verdient", wie Freund betont. Doch weil Stefan Horngacher für das Einzel vom großen Bakken dank Titelverteidiger Markus Eisenbichler fünf Startplätze zu Verfügung stehen, darf Freund hoffen. Am Mittwoch muss der Bundestrainer sein Team für die Qualifikation nominieren, aus dem Trio Freund, Schmid und Martin Hamann muss nur einer zuschauen.

Werner Schuster: "Severin kämpft wie ein Löwe"

In die Medaillenränge, so wie bei seinem Triumph 2015 in Falun, wird Freund es aber kaum schaffen. "Severin kämpft wie ein Löwe. Ein paarmal hatte ich das Gefühl, dass er die Kurve kriegt. Ich würde es ihm wünschen", sagt Werner Schuster im "SID"-Gespräch. Den ehemaligen Bundestrainer und Freund verbindet eine lange Geschichte. Es war der junge Freund, der 2011 für den ersten Weltcupsieg der so erfolgreichen Ära Schuster sorgte.

Dennoch hat auch Schuster Zweifel. "Man sieht Severin die Strapazen schon ein bisschen an. Er ist lange dabei, und was er macht, macht er mit 110 Prozent. Er hat inzwischen auch Familie. Vielleicht motiviert ihn das Ziel Olympia noch einmal", sagt der Österreicher. Freund selbst sagt, er denke erst einmal an die Skiflug-WM 2022 in Vikersund. Dort, wo er 2012 unerwartet Team-Silber gewann.

Zum alten Eisen, das machte Freund in Oberstdorf klar, zählt er sich noch lange nicht. Während seiner Abwesenheit habe sich im Skispringen zwar viel getan, und dies habe ihn "schon ein bisschen überrascht". Dem athletischen Stil der jungen Garde könnten alten Hasen wie er aber ihre Erfahrung entgegen setzen.

Der Pole Piotr Zyla, mit 34 Jahren gerade zum ältesten Skisprung-Weltmeister der Geschichte geworden, sei da durchaus ein Vorbild. "Es ist möglich, auch im höheren Alter ganz vorne mitzuspringen", sagt Freund: "Der Piotr hat es vorgemacht."