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Teamsprint bei der Weltmeisterschaft

Bitterer WM-Auftakt für deutsche Langläufer

28.02.2021 13:34
Carl landete im Finale mit Partnerin Krehl auf Rang neun
© Kalle Parkkinen via www.imago-images.de
Carl landete im Finale mit Partnerin Krehl auf Rang neun

Wachsdrama im Skiathlon, im Teamsprint ging der Ski verloren: Die deutschen Langläufer haben bei der WM in Oberstdorf ein Wochenende zum Vergessen erlebt.

Peter Schlickenrieder pfefferte stocksauer seinen Skistock in den Schnee und schüttelte minutenlang immer wieder den Kopf: An einem Wochenende voller Pleiten, Pech und Pannen bei der Heim-WM in Oberstdorf war der Skilanglauf-Bundestrainer restlos bedient. Nach einem Wachsdrama um Katharina Hennig und einem skurrilen Skiverlust von Janosch Brugger war Platz neun für Victoria Carl und Sofie Krehl im Teamsprint als bestes Ergebnis auch für die zurückgeschraubten Erwartungen Schlickenrieders ein Dämpfer.

"Es war sicherlich eine große Menge Pech dabei. Aber wir müssen auch einfach ehrlich und realistisch sein", sagte Schlickenrieder: "Bei unserem Leistungslevel kämpfen wir hier einfach nicht um Medaillen."

Das bekamen auch Carl und Krehl zu spüren: Zwar schaffte das Duo aus Zella-Mehlis und Oberstdorf mit großem Kampfgeist den Einzug ins Finale, doch die erste Teamsprint-Medaille seit Sachenbacher-Stehle/Nystad 2007 war spätestens nach einem frühen Stolperer Krehls außer Reichweite. "Wir haben gekämpft, hatten zwar kein allzu großes Pech, aber Glück haben wir eigentlich auch nicht", sagte Carl.

Brugger gefrustet: "... dann musst du erstmal zurück"

Frust pur herrschte bei den deutschen Männern. "Auf einmal war der Ski gefühlt hundert Meter hinter mir - und dann musst du erstmal zurück, das Scheißding holen", sagte Brugger. Im Halbfinale hatte ihn der Österreicher Mika Vermeulen leicht touchiert, das reichte aber, um die Bindung Bruggers auszulösen - schon früh im Rennen rannte das DSV-Duo vergeblich der Musik hinterher.

"Das ist ultrabitter", sagte Brugger, Partner Sebastian Eisenlauer meinte betrübt: "Seit zwei Jahren dreht sich alles um den Teamsprint, es wäre alles parat gewesen. Dass wir dann nicht zeigen dürfen, was wir können, ist maximal ärgerlich. Von Glück habe ich bislang noch wenig gesehen bei uns."

Teamsprint-Gold ging an Schweden mit Einzel-Weltmeisterin Jonna Sundling und Maja Dahlqvist vor der Schweiz und Slowenien. Bei den Männern sicherte sich Norwegens Sprint-Weltmeister Johannes Hösflot Kläbo an der Seite von Erik Valnes sein insgesamt fünftes WM-Gold vor Finnland und der russischen Auswahl.

Zu fehlendem Glück gesellten sich beim deutschen Team aber auch Fehler. In den Skiathlons am Samstag hatten die Serviceleute das völlig falsche Wachs gewählt, die mit so großen Hoffnungen in die Heim-WM gestartete Hennig stiefelte chancenlos hinter den Topleuten um die Norwegerin Therese Johaug, die sich ihren elften WM-Titel sicherte, hinterher.

"Ich bin sehr traurig. Es ist bitter, wenn es an einem Tag, der vielleicht der wichtigste im Jahr ist, so schief läuft", sagte die Wahl-Allgäuerin nach Platz 29 mit fast vier Minuten Rückstand. Schlickenrieder musste zugeben: "Es ist sehr deutlich, dass wir uns beim Klassisch-Wachs vergriffen haben." Beste Deutsche war Pia Fink auf Platz 19.

Völlig chancenlos waren die deutschen Männer mit ebenfalls unterlegenem Material beim Skiathlon-Sieg des Russen Alexander Bolschunow. Nach 30 km hatte Lucas Bögl, mit Platz 29 Bester eines DSV-Quartetts, 4:10 Minuten Rückstand.

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WM 2021 Oberstdorf (GER)

1SchwedenSchweden16:27.94m
2SchweizSchweiz+0.95s
3SlowenienSlowenien+3.46s
4RusslandRussland+3.95s
5USAUSA+5.83s
6NorwegenNorwegen+18.94s
7FinnlandFinnland+24.26s
8TschechienTschechien+29.37s
9DeutschlandDeutschland+36.65s
10FrankreichFrankreich+1:03.80m
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