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Bundestrainer zieht selbstkritisches Fazit

19.02.2021 11:29
Selbstkritisch nach geplatzem Olympiatraum: Hagen Stamm
© FIRO/FIRO/SID/
Selbstkritisch nach geplatzem Olympiatraum: Hagen Stamm

Hagen Stamm hat sich nach seinem letzten Spiel als Wasserball-Bundestrainer selbstkritisch gezeigt.

"Der Olympiatraum hing an sehr hohen Bäumen, es hätte schon ein Wasserball-Wunder gebraucht", sagte Stamm (60) am Freitag dem "SID": "Der Trainer steht in der Verantwortung, er hat dieses Wunder nicht vollbracht."

Die Nationalmannschaft verlor zum Abschluss der Olympia-Qualifikation in Rotterdam am Donnerstagabend mit 8:22 gegen Topfavorit Kroatien und damit auch ihr fünftes Gruppenspiel. Das Tokio-Ticket hatte die DSV-Auswahl schon vorher verpasst. Zum dritten Mal in Folge finden Sommerspiele ohne deutsche Wasserballer statt.

Der Sportart drohen nun harte Einschnitte durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und den Deutschen Schwimm-Verband (DSV). 

"Ich appelliere an den DOSB und den DSV, sich die letzten drei Jahre anzuschauen und nicht nur das letzte Turnier", sagte Stamm: "Wasserball ist es wert, weiter gefördert zu werden." Er selbst steht für eine dritte Amtszeit aber "definitiv nicht" zur Verfügung: "Den Anruf kann sich der DSV sparen."

Der frühere Europameister (1981 und 1989) und Olympia-Dritte von 1984 war vor drei Jahren erneut als Bundestrainer eingesprungen, um das Team um seinen Sohn Marco Stamm nach Tokio zu führen. Dieses Ziel wurde verfehlt, doch bei der WM 2019 schaffte Deutschland mit Platz acht wieder den Anschluss an die Weltspitze. 

Neben dem Bundestrainer könnten auch viele Spieler demnächst aus dem Nationalteam zurücktreten. Stamm riet ihnen aber, mindestens noch ein Jahr dranzuhängen, um sich bei der kommenden EM in einem anderen Licht zu präsentieren: "So darf man als Spieler nicht aufhören!" 

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