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Seiko Hashimoto neue Olympia-Chefin

18.02.2021 09:09
Olympia-Ministerin Seiko Hashimoto ist neue Organisationschefin für die Olympischen Spiele
© Uncredited
Olympia-Ministerin Seiko Hashimoto ist neue Organisationschefin für die Olympischen Spiele

Japans bisherige Olympia-Ministerin Seiko Hashimoto ist neue Organisationschefin für die Sommerspiele in Tokio.

Das Organisationskomitee berief die 56 Jahre alte bisherige Olympia-Ministerin offiziell zur Nachfolgerin des wegen abfälliger Äußerungen über Frauen kürzlich zurückgetretenen Organisationschefs Yoshiro Mori (83). Die frühere Eisschnellläuferin und siebenfache Olympia-Teilnehmerin gehört der konservativen Liberaldemokratischen Partei (LDP) von Ministerpräsident Suga an.

Sie war am Donnerstag von ihrem Ministerposten zurückgetreten, damit sie fünf Monate vor den in Tokio geplanten Olympischen Spielen die neue Führungsaufgabe übernehmen kann. Sie erklärte nach ihrer Berufung, sich für eine stärkere Gleichstellung der Geschlechter im OK einzusetzen. Im Ranking des Weltwirtschaftsforums zur Gleichberechtigung liegt Japan nur auf Platz 121 von 153. Effektive Maßnahmen zum Schutz gegen das Coronavirus seien die "wichtigste Aufgabe", sagte Hashimoto und versprach "sichere" Spiele im Sommer.

Ihr Vorgänger Mori, der früher Ministerpräsident gewesen war, hatte bei einer Online-Vorstandssitzung des Organisationskomitees gesagt, dass sich Sitzungen mit Frauen in die Länge zögen, weil die miteinander konkurrierenden Frauen alle reden wollten. Daraufhin war in Japan und auch international ein Sturm der Entrüstung entbrannt. Die Sommerspiele waren wegen Corona um ein Jahr verschoben worden und sollen nun am 23. Juli eröffnet werden.

Hashimoto wurde fünf Tage vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Tokio 1964 geboren. Ihre Eltern gaben ihr den Namen Seiko, in Anlehnung an Seika, wie die olympische Flamme auf Japanisch heißt. Das erste Schriftzeichen ihres Vornamens ist dasselbe wie in Seika.

Olympische Spiele als Eisschnellläuferin und Radfahrerin

Von 1984 bis 1996 nahm die Athletin an sieben Olympischen Spielen teil, ein Rekord für japanische Sportlerinnen. Viermal trat Hashimoto als Eisschnellläuferin an und gewann 1992 in Albertville die Bronzemedaille über 1500 Meter. Dreimal kämpfte sie als Radfahrerin bei den Olympischen Sommerspielen vergeblich um eine Medaille.

Auch nach Beginn ihrer politischen Karriere 1995 gehörte sie weiter der Sportwelt an. Sie diente in mehreren Positionen in der konservativen LDP und in der Regierung. Sie gilt als "Pionierin" in Japans männerdominierter Politik. Für Aufsehen sorgte sie, als sie nach der Geburt ihres Kindes nicht aus der Politik ausschied.

Dies bewirkte, dass erstmals Mutterschaftsurlaub für Parlamentarier gestattet wurde. Die Konservative gehört der innerparteilichen Machtgruppe an, die einst Mori leitete. Unter dem rechtskonservativen Regierungschef Shinzo Abe übernahm sie neben ihrer Rolle als Olympia-Ministerin auch die ministeriale Aufgabe, die Rolle der Frauen in der männerdominierten japanischen Gesellschaft zu stärken.

Als Vorstandsmitglied im Organisationskomitee half sie mit, dass Tokio den Zuschlag für die Olympischen Spiele erhielt. Sie führte die japanische Delegation bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro an.

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