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"Ich warte auf Antworten"

Djokovic schlägt Alarm: "Weiß nicht, wie das enden wird"

17.02.2021 11:29
Novak Djokovic schlägt Alarm
© PATRICK HAMILTON via www.imago-images.de
Novak Djokovic schlägt Alarm

Sportlich läuft es bei den Australian Open mehr oder weniger nach Plan, dennoch liegt Corona wie ein schwerer Schatten über dem ersten Grand Slam des Jahres. Vor allem die 14-tägige Quarantäne, die Spielerinnen und Spieler vor dem Turnier antreten mussten, hat Spuren hinterlassen, wie ein äußerst nachdenklicher Novak Djokovic nach seinem Match gegen Alexander Zverev erklärte. 

"Was wir sehen, ist nicht normal, das ist nichts, was wir kennen", sagte Djokovic mit Blick auf die Randerscheinungen, die das Coronavirus und die Maßnahmen der australischen Regierung (Quarantäne, Zuschauerausschluss, etc.) mit sich bringen.  

Die Vergangenheit habe gezeigt, dass die fittesten Spieler auch die besten Spieler seien, ergänzte der Serbe. Aber selbst diese Spieler leiden unter der Situation. "Jetzt haben wir Rafa [Nadal], der mit einer Rückenverletzung ins Turnier gegangen ist, mich selbst und auch Sascha [Zverev] hatte Probleme. Es hat offensichtlich etwas mit dem Umständen zu tun, in denen wir uns befinden", klagte der "Djoker" über die Auswirkungen der zweiwöchigen Quarantäne, die nach der Einreise nötig war.

"Für manche Spieler war es noch schwerer als für mich und andere Top-Spieler. Verglichen mit den Spieler, die ihr Zimmer 14 Tage lang nicht verlassen konnten, kann ich mich nicht beschweren. Ich will auch nicht hier sitzen und mich darüber beschweren, was wir durchmachen mussten. Aber wir müssen so ehrlich sein und sagen, dass es Auswirkungen auf den mentalen und körperlichen Zustand der Spieler hat", so Djokovic, der abermals betonte: "Das ist nicht normal."

"Ich warte auf Antworten"

Sorgen macht sich der Serbe vor allem um die nahe Zukunft des Sports. Denn so, das steht für ihn fest, kann es nicht weitergehen: "Wir hoffen, dass es nur vorübergehend ist, aber eine Vielzahl von Spielern will so nicht mit der Saison weitermachen, wenn wir uns vor Turnieren in Quarantäne begeben müssen. Das muss umgehend diskutiert werden. Ich warte auf Antworten. Ich will wissen, wie die Saison weitergehen soll, denn so ist es für die Spieler mit Blick auf ihre Gesundheit nicht gut."

Djokovic fürchtet, dass die Australian Open keinesfalls stellvertretend für den Rest der Saison stehen werden und viele kleinere Turnier noch stärker unter Corona leiden. "Ein Grand Slam ist ein Grand Slam. Hier bekommen wir das Preisgeld, das wir normalerweise bekommen. Das ist natürlich einer der wichtigsten Gründe, warum viele Spieler gekommen sind und eine 14-tägige Quarantäne akzeptiert haben. Aber das wird bei den ATP-Events nicht der Fall sein. Vor allem bei 250er- und 500er-Turniern, wo es einen großen Rückgang der Preisgelder gibt."

Alle Turniere an einem Ort als Lösung?

Er habe gehört, dass es vor allem von tiefer gerankten Spielern, Teilnehmern der Challenger-Tour zum Beispiel, viele Beschwerden gebe. "Ich zeige nicht mit dem Finger auf jemanden, ich sage nur, was gerade Sache ist. Wir müssen darüber reden. Wir müssen einen Weg finden. Ob es so etwas wie die NBA-Bubble sein kann und wir einen Ort aussuchen, an dem wir alle Turniere spielen. Damit hätte ich kein Problem. Ich weiß es nicht. Aber wir müssen diese Optionen diskutieren, weil ich nicht weiß, ob es anders funktionieren wird." 

Obwohl die Bedingungen in Australien schon nicht perfekt sind, so sind sie immer noch deutlich besser als in vielen Ländern in Europa, merkte der Serbe an. "Und ein Großteil der Saison wird in Europa stattfinden."

Im Moment gibt es die Regel, dass die Spieler nur zwei Begleitpersonen mitnehmen dürfen. Egal, in welchem Land sie sich befinden. "Wir sind also quasi schon in einer Bubble. Das ist auch ok, solange es keine Quarantäne gibt. Aber es gibt zum Beispiel auch Länder, die eine Einreise aus anderen Ländern überhaupt nicht erlauben", gab "Nole" zu bedenken: "Ich weiß nicht, wie das enden wird. Aber wir müssen das schnell angehen."