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Rad-Star Hinze hofft auf Olympia-Start im Sommer

15.02.2021 10:33
Emma Hinze blickt motiviert in die Zukunft
© Ham/Eibner-Pressefoto via www.imago-images.de
Emma Hinze blickt motiviert in die Zukunft

Emma Hinze wurde mit drei Goldmedaillen zum Star der Bahnrad-WM in Berlin, der Weg auf das Olympia-Podest schien vorgezeichnet. Knapp ein Jahr später hofft die Sprinterin auf eine zweite Chance in Tokio.

Die größten Tage in Emma Hinzes noch junger Bahnrad-Karriere sind verewigt in drei weißen Trikots mit Regenbogenstreifen. Magische Nächte erlebte die 23-Jährige bei der WM im Februar 2020, auf den Spuren von Kristina Vogel raste sie im Berliner Velodrom zu Dreifach-Gold. Gelegenheiten, die Erinnerungen aufleben zu lassen oder gar neue Erfolgsgeschichten zu schreiben, gab es seither nicht.

Die Coronapandemie raubte Hinze die Chance auf olympische Medaillen - und jeglichen Einsatz im begehrten WM-Jersey. "Ich habe das Trikot leider kein einziges Mal fahren können, da ich keine Wettkämpfe hatte", sagte Hinze: "Ich hoffe, dass ich es in diesem Jahr noch einmal tragen kann."

Nations Cup im April geplant

Hinze war im hart umkämpften Sprintbereich der Frauen gesetzt. Edelmetall in Tokio schien der formstarken Cottbuserin sicher - ob im Sprint, Keirin oder Teamsprint. Stattdessen begann eine Zeit des Wartens. Eine hartnäckige Verletzung des rechten Knies bremste sie zusätzlich aus.

Ein Rückhalt in der wettkampffreien Zeit war für die Sportsoldatin des Jahres die Bundeswehr als sicherer Arbeitgeber. Mit den Erfolgen auf der Bahn kamen zwar neue Sponsoren, "aber es ist nicht so, dass ich mich zurücklegen kann", sagte Hinze. Die Bundeswehr sei deshalb "sehr wichtig, da ich dadurch auch eine gewisse Sicherheit habe", sagte sie dem "SID".

Für ihre Sponsoren, letztlich aber für sich selbst würde sich Hinze lieber heute als morgen wieder in den Wettkampf stürzen. Dort blüht sie auf, dort ist sie am stärksten. Noch ist vieles ungewiss, zumindest ein provisorischer Wettkampfplan steht jedoch. Im britischen Newport soll Ende April ein Nations Cup stattfinden. "Ob das alles so umgesetzt wird, weiß ich aber nicht", sagte Hinze.

Olympia als großes Ziel

Nahezu ausgeschlossen ist die Teilnahme an den darauffolgenden Rennen der Serie in Hongkong (Mai) und Cali/Kolumbien (Juni). "Wir versuchen, nicht die Länder anzupeilen, die weit weg liegen", sagte Hinze. Und Japan im Juli?

Die Olympischen Spiele bleiben Hinzes großes Ziel. Die Möglichkeit einer erneuten Absage bereitet ihr Sorgen. Vereinnahmen lassen will sie sich von diesen Gedanken aber nicht. "Man stellt sich als Sportler zu 100 Prozent darauf ein. Wenn ich nochmal drei weitere Jahre warten müsste, wäre das schon sehr schwer", sagte Hinze.

Auch olympische Wettkämpfe ohne Zuschauer kann sich Hinze notfalls vorstellen. "Es fehlt auf jeden Fall etwas, wenn man bei Olympia im Stadion ist und sich ohne Zuschauer wie im Training fühlt. Aber damit werde ich klarkommen. Es wäre mir lieber, als dass es komplett ausfällt", sagte sie.

Kurzfristig stehen andere Dinge im Fokus. Mental sei sie gut durch die Pandemie gekommen, so Hinze. Die Sehnsucht nach einem Ende des Lockdowns ist dennoch auch bei ihr groß. "Freunde besuchen", will Hinze, sobald es die Corona-Maßnahmen erlauben, "und meine Oma wiedersehen, das ist gerade auch sehr schwierig". Außerdem auf dem Plan: "Außerhalb essen oder Kaffee trinken." Vielleicht ja dann im Regenbogentrikot.

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