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Alter schützt vor Leistung nicht

Erfolg mit 40+: Diese "alten Säcke" machten es Brady vor

08.02.2021 14:35
Tom Brady gewann mit 42 Jahren zum siebten Mal den Super Bowl
© Douglas R. Clifford via www.imago-images.de
Tom Brady gewann mit 42 Jahren zum siebten Mal den Super Bowl

Tom Brady hat den Super Bowl gewonnen. Zum siebten Mal. Mit 43. Und der Football-Superstar ist noch lange nicht satt, kündigte schon vor dem Finale mit den Tampa Bay Buccaneers gegen die Kansas City Chiefs an, noch einige Jährchen weiterzumachen. Warum auch nicht?! Schließlich gibt es genug "alte Säcke", die vorgemacht haben, dass man auch im biblischen Sportler-Alter noch Erfolge feiern kann – auch wenn es – wie beim Football – gehörig auf die Murmel gibt.

  • Bernard Hopkins, ältester Boxweltmeister der Geschichte

Zu Beginn seiner Hall-of-Fame-Karriere (Debüt 1988) nannte sich Bernard Hopkins "The Executioner", weil er seine Gegner im Ring präzise auseinander schraubte. Zum Ende seiner Laufbahn änderte Hopkins seinen Kampfnamen dann in "The Alien". Es erschien schlicht außerirdisch, wie der Amerikaner auch als Box-Opa seine teils 20 Jahre jüngere Konkurrenz verdrosch.

Im Jahr 2013 krallte sich Hopkins im Alter von 48 Jahren und 53 Tagen den IBF-Titel im Halbschwergewicht, toppte damit seinen eigenen Rekord als ältester Boxchampion der Geschichte, den er zwei Jahre zuvor mit 46 aufgestellt hatte.

2014 setzte der Faustkampf-ET noch einen drauf: Mit 49 vereinigte er die WM-Gürtel der Verbände IBF und WBA durch einen glasklaren Sieg über den 30-jährigen Kasachen Beibut Shumenov. Erst mit 50 Lenzen auf dem Buckel verlor Hopkins die Titel, ging bei seiner Niederlage gegen Sergey Kovalev (damals 31) aber immer noch die volle Distanz von zwölf Runden.

  • George Foreman, ältester Schwergewicht-Champion alle Zeiten

Als der 37-jährige Reverend George Foreman 1987 seine Kanzel verließ, um wieder im Boxring zu predigen, nahm ihn kaum jemand wirklich für voll. "Big George" aber strafte seine Kritiker Lügen, als er 1991 im Alter von 42 Jahren Weltmeister Evander Holyfield (28) in einer 12-Runden-Schlacht alles abverlangte.

Und doch setzte auch drei Jahre später niemand einen Pfifferling auf Foreman, als dieser in Las Vegas Weltmeister Michael Moorer herausforderte. HBO-Kommentator Larry Merchant bezifferte die Chancen des Box-Opas als "a gazillion to one" (eine Fantastilliarde zu eins). Und tatsächlich: Neun Runden wurde Foreman nach allen Regeln der Kunst verdroschen – bis er in der Zehnten hinlangte und Moorer mit einer gewaltigen Rechten von dessen Sinnen entkoppelte.

"It happened, it happened!", rief Merchants HBO-Kollege Jim Lampley ekstatisch bis ungläubig. Kurz vor seinem 46. Geburtstag krönte sich Foreman zum ältesten Schwergewichts-Champion der Geschichte – 20 Jahre nach seiner Schmach im "Rumble of the Jungle" gegen Muhammad Ali.

  • Claudia Pechstein, nimmermüder Eislauf-Methusalem

Sie läuft und läuft und läuft. Claudia Pechstein, 30 Jahre lang weltklasse im Eisschelllauf. 2019 gewann Pechstein im Alter von 47 Jahren ihren 39. (!) deutschen Meistertitel. Auch international mischte sie bis in hohe Alter die Szene auf.

Ende 2017 kurvte die damals 45-Jährige beim Wettkampf in Stavanger über 5.000 Metern allen davon – älter war im Eisschnelllauf-Zirkus noch keine Weltcup-Siegerin. Ein Jahr später nahm sie zum siebten Mal an Olympia teil (deutscher Rekord). Während der Spiele in Pyeongchang feierte Pechstein ihren 46. Geburtstag und erreichte in allen Disziplinen das Finale.

Noch ein Schmankerl: Zwischen Pechsteins erster Olympia-Teilnahme (1992 in Albertville) und ihrer letzten liegen 26 Jahre.

  • Noriaki Kasai, Flugsaurier

Als Noriaki Kasai erstmals im Skisprung-Weltcup auftauchte, hüpfte man noch im Parallelstil die Schanze herunter. Wenig später stellte Kasai auf den V-Stil um, wurde 1992 Skiflug-Weltmeister. Apropos umstellen: Der Japaner passte sich auch danach allen (regel-)technischen Änderungen problemlos an, sprang Jahr für Jahr verlässlich in den Top 30 mit.

In den 2010er Jahren erlebte Kasai seinen x-ten Frühling. Bei Olympia in Sotschi 2014 gewann das Leichtgewicht (60 kg) von der Großschanze mit 42 Jahren die Silbermedaille. Zwei Jahre später segelte der "Flugsaurier" in Vikersund als ältester Skispringer der Geschichte aufs Podest, schaffte nebenbei mit 44 noch eine persönliche Bestweite von 241,5 Metern.

2018 trug Kasai bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele die japanische Fahne. Es war seine achte Olympia-Teilnahme – Weltrekord. Ende 2019 nahm er nach 24 Jahren erstmals nicht an der Vierschanzentournee teil, auch diese Saison reicht es nicht mehr. Weitermachen will Kasai trotzdem: Sein Traum: Olympia 2022 – mit fast 50.

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