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Taekwondo-Kämpferin Alizadeh erhält Flüchtlingsstatus

08.02.2021 13:04
Kimia Alizadeh hat noch einiges vor
© imago
Kimia Alizadeh hat noch einiges vor

Ein Jahr nach ihrer Flucht aus dem Iran hat die in Deutschland lebende Taekwondo-Kämpferin Kimia Alizadeh offiziell den Flüchtlingsstatus erhalten. Das teilte die Deutsche Taekwondo Union (DTU) am Montag mit. Die 22-Jährige erhält damit die Chance, beim europäischen Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele im Mai in Sofia zu starten.

Sobald Alizadeh ihren Flüchtlingspass erhalten und an den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) weitergeleitet hat, kann der DOSB beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) die Aufnahme ins IOC-Flüchtlingsteam beantragen. Dies würde eine finanzielle Unterstützung der jungen Sportlerin durch das IOC bedeuten. Eine Entscheidung darüber fällt im Juni.

"Unser Verband, aber auch ich persönlich, sind sehr froh, dass unsere intensiven Bemühungen (...) auch auf sportpolitischer Ebene nun endlich die gewünschten Früchte tragen", erklärte DTU-Präsident Stefan Klawiter.

Erleichtert über die Mitteilung durch den Weltverband World Taekwondo (WT) zeigte sich Kimia Alizadeh, die 2016 in Rio in der 57-kg-Klasse Bronze gewonnen hatte und damit die einzige Olympia-Medaillengewinnerin ihres Heimatlandes ist. Ohne die Anerkennung, so Alizadeh, "hätte ich nicht an internationalen Wettkämpfen teilnehmen können und auch ein Start bei der Qualifikation wäre unmöglich gewesen. Darum bin ich sehr, sehr glücklich."

Nun hoffe sie, dass "es die Corona-Pandemie zulässt und ich vor der Qualifikation noch auf einem Turnier kämpfen kann, damit ich vorbereitet in das Qualifikationsturnier starte."

Alizadeh war im Januar 2020 gemeinsam mit ihrem Mann Hamed aus dem Iran geflüchtet, auch aus Protest gegen das Regime. "Ich bin eine von Millionen unterdrückter Frauen im Iran, mit denen sie seit Jahren spielen", hatte sie zu ihren Beweggründen erklärt. An Heuchelei, Korruption und Lügen habe sie sich nicht beteiligen wollen.

Den Offiziellen warf sie Ausbeutung und Sexismus vor. Iranische Athletinnen würden gedemütigt und ausgenutzt: "Ich habe keinen anderen Wunsch als ein Leben mit Taekwondo, in Sicherheit und Gesundheit."

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