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Dänemark feiert WM-Held Niklas Landin

01.02.2021 12:58
Sieggarant beim erneuten WM-Sieg von Dänemarks Handballern: Niklas Landin
© unknown
Sieggarant beim erneuten WM-Sieg von Dänemarks Handballern: Niklas Landin

Dänemark ist erneut Handball-Weltmeister. Der Sieg im Endspiel von Kairo war historisch - und vor allem dem Kieler Niklas Landin zu verdanken.

Die Kabine der dänischen Gold-Jungs um Niklas Landin verwandelte sich kurzerhand in eine Tanzfläche. Das Team des neuen und alten Handball-Weltmeisters duschte in Bier, es hüpfte um Trainer Nikolaj Jacobsen herum und grölte Schlachtrufe in seiner Landessprache - nach dem erneuten WM-Coup der "dänischen Dynastie" war aber vor allem Landin der gefeierte Held.

"Wir haben nun seit 2010 etliche Finals erreicht und angefangen, sie zu gewinnen - wir sind historisch", schwärmte Dänemarks Torhüter nach dem 26:24 (13:13) im WM-Endspiel gegen Schweden. Dann stürzte der Welthandballer des THW Kiel zurück zu seinem Team, das die ungewohnten Feierlichkeiten in der "Bubble" seines Hotels bis tief in die Nacht fortsetzte.

Durch den Sieg im hochklassigen Finale von Kairo schrieb Dänemark Sportgeschichte. Die turnierübergreifenden 19 Siege bei den Weltmeisterschaften 2019 und 2021 sind Rekord in der WM-Geschichte. Zudem darf sich die Nation mit ihren sechs Millionen Einwohnern ja auch noch Olympiasieger nennen.

"Mit der historischen Verteidigung des Weltmeistertitels hat die Nationalmannschaft gezeigt, dass wir zu Recht von einer dänischen Dynastie sprechen können, die in die Geschichtsbücher des Handballs eingehen wird", schrieb die Boulevard-Zeitung B.T. Fernsehsender TV2 schwärmte von Landin, einem Spieler wie "aus einer völlig anderen Welt".

Tatsächlich war der erneute Sturm auf den Handball-Thron nicht nur Superstar Mikkel Hansen, der wie 2019 zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt wurde, sondern in erster Linie Landin zu verdanken. Der Keeper feierte 34 Tage nach dem Champions-League-Triumph mit Kiel den nächsten großen Titel. "Er ist der beste Torhüter der Welt", lobte Hansen. Auch Coach Jacobsen sprach begeistert von seinem "unglaublichen" Keeper.

Im epischen Viertelfinale-Krimi gegen Gastgeber Ägypten hatte Landin im Siebenmeterwerfen erst Dänemarks Ausscheiden verhindert. Der 2,01 m große Schlussmann mit den starken Reflexen blieb nach seiner starken Leistung im Endspiel aber so, wie man ihn auch in Kiel kennt: bodenständig und bescheiden.

"Wir haben einige Kräfte gefunden, von denen wir nicht glaubten, dass wir sie hatten", sagte Landin. Bereits beim Triumph in der Königsklasse Ende Dezember in Köln hatte er im Endspiel gegen den FC Barcelona den Unterschied gemacht - und Kiel zum vierten CL-Titel geführt.

Nun bringt der 32-Jährige, dessen Fähigkeiten Deutschlands Keeper Andreas Wolff mal als das Vorbild für das "perfekte Torwartspiel" bezeichnete, mit seinem Bruder Magnus einen weiteren Titel mit nach Norddeutschland.

Der Triumph der Skandinavier ist aber auch ein Triumph der Bundesliga insgesamt. Acht Spieler im dänischen Kader stehen bei HBL-Klubs unter Vertrag, allein 20 Bundesliga-Profis hätten im Endspiel zum Einsatz kommen können. "Das erfüllt uns mit Stolz", sagte Geschäftsführer Dierk Schmäschke von der SG Flensburg-Handewitt, die mit fünf Spielern die meisten Finalteilnehmer stellte.

Drei Bundesliga-Spieler schafften es schließlich ins Allstar-Team. Dem überragenden Landin wurde im Tor kurioserweise der Schwede Andreas Palicka von den Rhein-Neckar Löwen vorgezogen - der dänische Held dürfte es verkraften.

Auf Instagram veröffentlichte der Keeper ein Bild. Es zeigt ihn mit dem goldenen WM-Pokal, er hält ihn wie sein eigenes Kind. Landin schrieb dazu: "Unser Baby ist wieder gut nach Hause gekommen."

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