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Belgier zieht erstes Fazit über seine Zeit in Dortmund

Meunier deckt auf: Diese "guten Bastarde" gibt es beim BVB

29.01.2021 10:03
Thomas Meunier steht beim BVB noch bis 2024 unter Vertrag
© Jan Huebner
Thomas Meunier steht beim BVB noch bis 2024 unter Vertrag

Ein gutes halbes Jahr steht Thomas Meunier nun schon bei Borussia Dortmund unter Vertrag. Jetzt hat der Verteidiger verraten, wer die "Aggressiv-Leader" im Team sind, die der Belgier liebevoll "die guten Bastarde" nennt, und ein erstes Fazit über seine ersten Monate im BVB-Trikot gezogen.

"Zuerst muss ich sagen, dass ich glücklich bin über die vielen Spiele, die ich machen durfte", sagte Meunier gegenüber den "Ruhr Nachrichten". Der Start sei ihm sehr schwergefallen, weil er sieben Monate nicht Fußball gespielt habe, nachdem in Frankreich wegen Corona alles stillgelegt wurde.

"Man verlernt Fußball nicht, aber nach so einer langen Pause ohne Wettkampf hat es gedauert, mein Niveau wieder zu erreichen", so der 29-Jährige, der konkretisierte: "Die Fitness fehlte, der Rhythmus, das Ballgefühl. Anfangs war ich höchstens bei 75 Prozent."

Und so habe es Tage gegeben, an denen er im Training "echte Schwierigkeiten" gehabt habe. "Ich wusste gar nicht, was mit mir los war. Trotzdem durfte ich oft spielen, Lucien Favre hat mir viel Vertrauen geschenkt", blickte Meunier zurück.

Dass es trotz wettbewerbsübergreifenden 21 Einsätzen nur zu einem Tor und einer Vorlage gereicht hat, habe ihn jedoch "enttäuscht. Aber: "Es ist langsam besser geworden. Das Gefühl kommt zurück, ich habe mehr Selbstvertrauen, mehr Schärfe in meinen Aktionen. Aber bei 100 Prozent bin ich immer noch nicht."

Meunier: An diese Szene erinnere ich "mit Grauen"

Der Thomas Meunier, den alle erwarten, der müsse er erst wieder werden. "Ich muss an mir arbeiten, das weiß ich selbst. Denn es geht mir nicht darum, nur mitzuspielen. Ich will vorangehen, der Mannschaft helfen, einen Unterschied ausmachen." 

Ein Negativ-Erlebnis sei ganz besonders hängengeblieben. "Ich erinnere mich mit Grauen an diese Szene beim Supercup in München, als ich quasi über das leere Tor schieße. Die Wiederholung habe ich mir 30, 40 Mal angeschaut und ich bin im Sofa versunken." 

Danach sei sein Selbstvertrauen weg gewesen. "Ich musste mit den Basics anfangen und mein Spiel Stück für Stück wieder aufbauen. Seit Anfang des Jahres fühle ich mich besser. Ich glaube fest daran, dass ich mein vorheriges Niveau wieder erreiche", betonte der Abwehrspieler.

Meunier: Das sind die "guten Bastarde" beim BVB

Der BVB, der zuletzt auf Tabellenrang sieben abgerutscht ist, könnte einen Meunier auf Top-Niveau gut gebrauchen, bringt der 29-Jährige doch die nötige Aggressivität mit. Diese sieht Meunier aber vor allem in der Einstellung und gar nicht unbedingt im Pressing gegen den Ball.

"Aggressiv zu sein bedeutet für mich, den Gegner einzuschüchtern. Im 50:50-Duell durchzuziehen. Zu zeigen, wer der Herr im Haus ist", erklärte der Belgier und fügte an: "Daran mangelt es bei uns: Wir müssen das Spiel mehr dominieren und mit allen Mitteln zu unseren Gunsten beeinflussen."

Er wolle "niemanden ins Krankenhaus treten. Aber es darf dem Gegner auch mal wehtun." Emre Can sei ein gutes Beispiel. "Er ist immer positiv aggressiv. Mir gefällt sein Temperament. Er ist wie ein Pitbull auf dem Platz. Das brauchen wir."

Aber nicht jeder könne "ein Bastard" sein. Jadon Sancho oder Giovanni Reyna hätten ganz andere Stärken, sie übernehmen andere Aufgaben, führte Meunier aus. "Aber mit Emre, Thomas Delaney, Mats Hummels, Manuel Akanji und mir steht ein Haufen guter Bastarde auf dem Platz. Wir müssen die Hunde sein, die den anderen vorne den Rücken freihalten", sagte Meunier. Nur dann sei der BVB gemeinsam stark.

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