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Gold in Mexiko-Stadt 1968

Olympiasiegerin Margitta Gummel ist tot

27.01.2021 19:03
Gummel gewann 1968 Gold für die DDR
© unknown
Gummel gewann 1968 Gold für die DDR

Die Leichtathletik-Olympiasiegerin Margitta Gummel ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Wie ihre Tochter Ulrike Gummel bestätigte, verschied die einst erfolgreiche Kugelstoßerin des SC DHfK Leipzig am Dienstag im niedersächsischen Wietmarschen (Grafschaft Bentheim) nach langer Krankheit.

Den größten Erfolg ihrer Karriere feierte die in Magdeburg geborene Athletin mit dem Olympiasieg 1968 in Mexiko-Stadt. Dabei stieß sie die Kugel mit 19,61 Metern als erste Frau der Welt über die 19-Meter-Marke. Im selben Jahr wurde sie zur "DDR-Sportlerin des Jahres" gekürt. Vor den Spielen hatte sie bereits mit 18,87 Metern erstmals den Weltrekord der sowjetischen Kugelstoßerin Nadeschda Tschischowa um 20 Zentimeter verbessert, insgesamt viermal trug sich Gummel in die Weltrekordlisten ein.

In den 1990er Jahren wurde bekannt, dass der Athletin wie vielen DDR-Sportlerinnen das Dopingmittel Oral-Turinabol verabreicht worden war. 1968 steigerte sie ihre Bestleistung von 17,86 Meter, zugleich DDR-Rekord, innerhalb von nur drei Monaten auf 19,61 Meter. Ihre Bestleistung stellte sie 1972 mit 20,22 Meter auf.

Vier Jahre nach ihrem Olympiasieg gewann Margitta Gummel hinter Tschischowa zum Abschluss ihrer Karriere bei den Spielen in München noch einmal die Silbermedaille. Auch bei den Europameisterschaften 1966, 1969 und 1971 war sie jeweils nur ihrer Dauerrivalin aus der UdSSR unterlegen und gewann dreimal EM-Silber.

1977 promovierte Gummel als erste DDR-Olympiasiegerin und war bis zur Wende Generalsekretärin des Hoch- und Fachschulsportverbandes der DDR. Zwischen 1977 und 1990 gehörte sie dem Nationalen Olympischen Komitee der DDR als persönliches Mitglied an. Nach der politischen Vereinigung arbeitete sie im Landessportbund Brandenburg und war auch Mitglied im NOK für Deutschland bis zum Jahr 1993.

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