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28.01.2021 07:00

Viele bekannte Gesichter aus der Bundesliga spielen inzwischen weitgehend unbeachtet von den deutschen Medien im Ausland. Heute im sport.de-Rampenlicht: ein Pechvogel des FC Schalke 04, ein einstiger HSV-Coach und ein ehemaliges Torwart-Talent des FC Bayern München.

Er fungiert häufig als "Lautsprecher" des Teams, "war bei Sevilla Chef, Kapitän und ein absoluter Leader" und hat beim FC Schalke 04 alle auf Anhieb mit seiner Ausstrahlung überzeugt, schwärmte Ex-S04-Manager Christian Heidel im Gespräch mit der "WAZ" Anfang August 2016 vom spanischen Außenverteidiger Coke, den die Knappen kurz zuvor für vier Millionen Euro vom damaligen Serien-Europa-League-Sieger FC Sevilla loseisten. Vielversprechende Worte, die die folgende Odyssee nicht erahnen ließen.

Wenige Tage nach Heidels Lobpreisung debütierte Coke in einem Freundschaftsspiel gegen den FC Bologna und verletzte sich schwer am Kreuzband, die erste Halbserie für Königsblau war gelaufen, bevor sie überhaupt begonnen hatte. "Wir sind alle geschockt", brachte es Heidel auf den Punkt.

Sein erstes Pflichtspiel für Schalke bestritt Coke letztlich erst beim 1:1 im Ruhrpott-Derby gegen den BVB am 1. April 2017. Es folgten sieben weitere Liga-Spiele (sechs über die komplette Distanz) und ein Treffer. Die Hoffnung, die Knappen hätten mit etwas Verspätung endlich die Lücke auf der Rechtsverteidiger-Position geschlossen, lebte wieder. 

Stattdessen hagelte es allerdings weiter Rückschlage. In der Vorbereitung auf die Spielzeit 2017/18 musste Coke erneut kürzertreten, kurz nach Saisonstart folgte eine Kapselverletzung - der Spanier war endgültig außen vor.

Bis zum Januar 2018 stand der Rechtsfuß nur noch eine Minute für Schalke auf dem Rasen, dann endete die "nicht immer leichte Zeit" (O-Ton Heidel) auf Schalke: Coke verabschiedete sich auf Leihbasis zu UD Levante, im Sommer verpflichteten die Mannen aus Valencia den ehemaligen spanischen Junioren-Nationalspieler fest.

Am Dienstag-Abend führte Coke Levante im Achtelfinale der Copa del Rey sogar als Kapitän aufs Feld. Im Duell der Erstligisten gegen Real Valladolid lag Levante bereits nach 13 Minuten mit 0:1 zurück, drehte die Partie allerdings und gewann mit 4:2. Den Treffer zum 3:1 erzielte der einstige Schalke-Pechvogel Coke.

Oenning verliert wie einst gegen den FC Bayern

Erheblich weniger Erfolg hatte hingegen Michael Oenning, der bei seinem Pflichtspiel-Debüt als Trainer des ungarischen Erstligisten FC Ùjpest eine Horrorvorstellung seines neuen Teams geboten bekam. Der Tabellenzweite FC Fehérvár verprügelte Oennings Schützlinge mit 5:0.

"Es lief schlecht, ich hatte nicht erwartet, dass wir fünf Tore kassieren. Aber die Wahrheit sieht nun einmal so aus. [...] Wir werden noch etwas an der Pleite zu schlucken haben, es wartet viel Arbeit auf uns", kommentierte Oenning die Niederlage auf der Homepage seines neuen Arbeitgebers.

Eine derartige Klatsche musste Oenning während seiner Zeit im deutschen Profi-Fußball, der 55-Jährige agierte als Chefcoach des 1. FC Nürnberg (2008 bis 2009), des HSV (2011) und des 1. FC Magdeburg (2018 bis 2019), nur einmal hinnehmen: Im August 2011 fegte der FC Bayern die Hamburger mit 5:0 vom Feld.

Allerdings gibt es auch einen kleinen Hoffnungsschimmer. Bei seinem ersten Engagement in Ungarn verlor Oenning sein Debüt beim FC Vasas ebenfalls krachend mit 0:4, der Klub hielt dennoch beinahe 100 Partien an ihm fest.

Vom FC Bayern zum FC Schalke 04 und ab ins Glück

100 Pflichtspiele hat Ferdinand Oswald für seinen aktuellen Klub längst auf dem Buckel. Der ehemalige deutsche Junioren-Nationaltorwart, der sein Handwerk in der Jugend des FC Bayern München lernte und für die Zweitvertretung des Rekordmeisters sogar in der 3. Liga auf dem Rasen stand, hat bei der WSG Tirol schon lange eine Heimat gefunden. 

Erstmals versuchte Oswald sein Glück bei den Österreichern 2011/12, wurde zum besten Keeper der österreichischen Regionalligen gekürt und kehrte nach Deutschland zurück. Beim FC Schalke II war er zwei Jahre lang Stammkeeper, fand jedoch keine Berücksichtigung im Profi-Kader und schloss sich 2014 wieder den Tirolern an. 

Mit der Werksportgemeinschaft, die er inzwischen als Kapitän auf den Platz führt, gelang ihm seitdem der Aufstieg von der dritten in die erste Liga.

Dass Oswald dem Alpenland noch lange erhalten bleibt, ist trotz seiner starken Auftritte nicht ausgeschlossen. Nicht umsonst begründete der Schlussmann seinen Abschied vom FC Schalke einst gegenüber dem "Merkur" mit den Worten: "Wenn man zum Fenster rausschaut, sieht man keine Berge." Es braucht halt manchmal mehr als den ganz großen sportlichen Erfolg, um glücklich zu sein.

Schlecht läuft es allerdings auch in Tirol nicht. Am vergangenen Spieltag gewannen Oswald und Co. beim favorisierten Linzer ASK mit 4:2.

Marc Affeldt

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