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Deutsche Biathleten laden die Akkus vor der WM auf

25.01.2021 13:47
Die deutschen Biathleten wollen bei der WM angreifen
© Christian Einecke via www.imago-images.de
Die deutschen Biathleten wollen bei der WM angreifen

Die deutschen Biathleten dürfen zwei Wochen vor der großen Medaillenjagd bei der WM durchatmen. Die letzten Leistungen geben Anlass zur Zuversicht.

Arnd Peiffer gönnt sich zwei erholsame Tage auf dem eigenen Sofa, Franziska Preuß und Denise Herrmann tanken in den heimischen Bergen noch einmal Kraft für den Saisonhöhepunkt in zwei Wochen: Mit vollen Akkus und reichlich Motivation wollen die deutschen Biathleten bei der großen Medaillenjagd in Pokljuka (10. bis 21. Februar) angreifen.

Doch vor der WM in Slowenien heißt das Motto erstmal: Ruhe, Erholung. Es gilt, den anstrengenden Januar zu verarbeiten. "Die Pause ist noch einmal notwendig", sagte Herrmann nach den Wettkämpfen in Antholz sichtlich geschafft: "Nach dem dritten Wochenende merkt man schon, dass die Körner nachlassen."

Jetzt gehe es darum, ein paar Tage zu entspannen, neue Energie zu sammeln und dann in die finale Vorbereitung zu starten, sagte Herrmann. Bei einem Trainingslager in Obertilliach in Osttirol wollen die DSV-Athleten nächste Woche "in einen guten Modus für die WM" kommen, betonte Peiffer.

In Obertilliach, das genauso wie Pokljuka auf 1300 Metern Höhe liegt, wird das deutsche Team ausgezeichnete Trainingspartner haben. "Wir werden in guter Gesellschaft sein", sagte Peiffer mit einem Lächeln und freute sich auf die Anwesenheit des norwegischen Teams, das den Weltcup-Winter bisher dominierte.

Insgesamt sieben Athleten des Deutschen Skiverbandes erfüllten die WM-Norm (einmal Top 8 oder zweimal Top 15), der Verband plant aber, mehr als vier Männer und Frauen mitzunehmen. Bei den Männern dürfen zumindest Peiffer, Benedikt Doll und Erik Lesser sicher die Reise in die slowenische Hochebene antreten.

Preuß, Herrmann, Janina Hettich und Maren Hammerschmidt schafften bei den Frauen die Vorgabe, Einzel-Vizeweltmeisterin Vanessa Hinz wird als wesentlicher Bestandteil der Staffel ebenfalls mit dabei sein. Das Frauen-Quartett überzeugte nach dem Heimsieg in Oberhof auch bei der WM-Generalprobe in Südtirol mit einem zweiten Platz.

Herrmann läuferisch auf Topniveau

"Hoffen wir mal, dass wir den Schwung nach Pokljuka mitnehmen können", sagte Herrmann, die sich läuferisch wieder auf Topniveau befindet. Nun lautet die Herausforderung, die Form zwei Wochen lang zu konservieren und auf dem Schießstand konstanter zu werden. "Ich habe noch Potenzial nach oben", weiß Herrmann.

In den Einzelrennen von Antholz verfehlten die deutschen Skijäger die Podestplätze zwar knapp, die Medaillenhoffnungen leben nach den gezeigten Leistungen aber trotzdem. "Der Gesamteindruck ist sehr positiv, sie haben gute Rennen gezeigt", sagte "ZDF"-Expertin Laura Dahlmeier, es fehle nicht viel: "Der ein oder andere Schuss noch mehr ins Schwarze und dann klappt das auch mit den Platzierungen."

Auch Doll, der in Antholz seine Belastungsgrenze voll ausgereizt hatte und sogar zusammengebrochen war, strotzte vor Motivation. "Mit breiter Brust" werde er sich nach Platz sieben im Massenstart auf die WM vorbereiten, "ich bin top zufrieden mit meinem Laufen" und dem Material, schrieb der Sprint-Weltmeister von 2017 auf Instagram. Und viel wichtiger: "Der eine Schuss mehr fällt auch noch!"

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