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Die Bills und der Super Bowl: Eine sehr lange Geschichte

23.01.2021 09:44
Quarterback Josh Allen und die Buffalo Bills wollen endlich zum großen Super-Bowl-Wurf ausholen
© dpa
Quarterback Josh Allen und die Buffalo Bills wollen endlich zum großen Super-Bowl-Wurf ausholen

Die Menschen in Buffalo kennen das alles schon. 1991, 1992, 1993 und 1994 standen die Buffalo Bills vier Mal in Serie im Super Bowl, ein bis heute gültiger Rekord in der NFL.

Wie das so ist, wenn man nach einer guten Hauptrunde in den Playoffs weiter gewinnt und dann Teil des größten Einzelsportereignisses der Welt ist, das wissen die Menschen aus der Stadt im Westen des US-Bundesstaates New York also seit 30 Jahren. Nur: Gewonnen haben die Bills diese riesige Trophäe mit dem silbernen Football noch nie. Auch das, vier Super-Bowl-Niederlagen in Serie, ist ein - trauriger - Rekord. Und deswegen soll 2021 doch bitteschön alles anders werden.

Noch sind die Bills nicht angekommen im Endspiel, das am 7. Februar im Raymond James Stadium in Tampa ausgetragen wird. In der deutschen Nacht zu Montag (0:40 Uhr MEZ) geht es im Finale der American Football Conference (AFC) zunächst gegen die Kansas City Chiefs, den Super-Bowl-Sieger der vergangenen Saison und Topfavoriten. Eine riesige Aufgabe, zumal Chiefs-Quarterback Patrick Mahomes nach seiner Gehirnerschütterung aus der Vorwoche alle erforderlichen Tests bei verschiedenen Ärzten bestanden hat und wieder einsatzfähig ist.

Doch Bills-Profi Dion Dawkins ist sich sicher: "Es ist eine besondere Zeit, um ein Buffalo Bill zu sein." Das ist schon beim Blick auf die Fakten richtig, schließlich hat vor der aktuellen Mannschaft 25 Jahre lang keine mehr einen Sieg in den Playoffs geholt - und nun sind es schon zwei. Und das liegt insbesondere an dem Mann, den Dawkins als Tackle beschützt: Quarterback Josh Allen.

Josh Allen als Schlüssel zum ersehnten Erfolg

Allen ist inzwischen 24 Jahre alt und spielt seine dritte Saison für die Bills. Ausgewählt hat ihn die Franchise 2018 an siebter Stelle bei der Talentevergabe und ist, um in diese Position zu gelangen, sogar einen Handel mit der Konkurrenz eingegangen. Für einen Spielmacher, den nach der High School keine der großen College-Mannschaften haben wollte, der über einen Umweg schließlich für Wyoming spielte und dort auch nur mäßig überzeugte, erschien das gewagt. Als Allen dann in seinen beiden ersten Spielzeiten zwar weit und kräftig, aber auch mitunter furchtbar unpräzise warf, ließ die Kritik und die Besserwisserei nicht lange auf sich warten.

Doch nun? Hat Allen sich in einem gigantischen Sprung um 10,4 Prozent auf 69,2 Prozent angekommener Pässe gesteigert und steht damit auf Platz vier der NFL-Bestenliste dieser Saison. Lamar Jackson, Ben Roethlisberger, Russell Wilson? Alle hinter ihm. Und alle mit ihren Teams schon raus aus den Playoffs.

Allen dagegen blüht auf. Dank kluger Verpflichtungen hat er inzwischen die richtigen Mitspieler um sich, insbesondere mit Passempfänger Stefon Diggs klappt das Zusammenspiel ganz hervorragend. Im Team ist er als Anführer anerkannt. Und die Menschen in Buffalo respektieren ihn auch dafür, dass er nie aufgegeben hat, obwohl der Weg alles andere als einfach war.

Glühende Anhänger

Die Bills-Mafia, wie die Buffalo-Fans sich selbst nennen, hat wohl selbst einen Anteil am Aufschwung. Aus guter Tradition nach den Enttäuschungen in den 90ern unterstützen die Anhänger ihre Mannschaft ohne Einschränkung. Auspfeifen oder Unmut äußern gibt es nicht. Weder für die enttäuschten Profis damals, noch für Allen nach schwierigen Partien in den vergangenen Jahren.

Stattdessen werfen sich die Fans seit ein paar Jahren beim Feiern vor Spielen lieber von ihren Pickups und anderen Fahrzeugen auf Tische, um diese durchzubrechen und sorgen damit für faszinierende wie auch verstörende Clips im Internet.

Nun scheint es, als hat sich das geduldige Warten auf die nächste Chance gelohnt. Die Chiefs, wenn auch Favorit, sollten gewarnt sein: Ihre AFC-Finals haben die Bills bislang immer gewonnen.

 

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