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Chiefs hoffen weiter auf Mahomes-Einsatz

22.01.2021 13:00
Patrick Mahomes verletzte sich gegen Cleveland
© Jill Toyoshiba via www.imago-images.de
Patrick Mahomes verletzte sich gegen Cleveland

Spielt er oder spielt er nicht? Quarterback Patrick Mahomes von Super-Bowl-Champion Kansas City Chiefs hat nach einer Gehirnerschütterung noch kein grünes Licht für einen Einsatz im Playoff-Halbfinale. Der 25-Jährige muss durch das concussion protocol.

Patrick Mahomes warf im Training ein paar Bälle, machte kurze, lockere Läufe, Körperkontakt mit den Teamkollegen war dem Quarterback der Kansas City Chiefs noch verboten. Der Super-Bowl-Champion ist nach seiner Gehirnerschütterung im sogenannten concussion protocol der National Football League (NFL), ob es für einen Einsatz am Wochenende im Halbfinale der Play-offs reicht, ist weiter offen.

"Pat hat da draußen gut ausgesehen. Er hat einen guten Job gemacht", sagte Cheftrainer Andy Reid nach der Einheit am Donnerstag vor dem großen Match gegen die Buffalo Bills in der Nacht zum Montag (00:40 Uhr): "Er bewegt sich gut, er fühlt sich gut. Aber es ist wichtig, dass wir dem Protokoll folgen. Und das tun wir."

Das concussion protocol wurde vor zehn Jahren von der US-Profiliga mit unabhängigen Ärzten und Wissenschaftlern zum Schutz der Spieler entwickelt. Ein Prozess, den nun auch Mahomes durchlaufen muss. Durch Tests und Limitierungen soll er schrittweise auf die Rückkehr vorbereitet und im besten Fall dafür freigegeben werden.

Die gute Nachricht für die Fans der Chiefs: Mahomes, wertvollster Spieler (MVP) der NFL-Hauptrunde 2018/19 und des vergangenen Super Bowls, ist bei der vierten von fünf Stufen zur Wiedereingliederung angekommen. Doch die größte Hürde wartet noch, ein unabhängiger Neurologe muss grünes Licht geben.

"Wir müssen das Gehirn schützen und dafür sorgen, dass es sich vollständig erholt hat, bevor wir den Sportler wieder in den Wettkampf schicken können", sagte Dr. Allen Sills, Chefmediziner der NFL: "Das Protokoll ist dafür da, sicherzustellen, dass die Symptome nicht wiederkehren."

Mahomes hat wohl keine Symptome mehr

Und bei Mahomes gab es klare Symptome. Im Spiel gegen die Cleveland Browns (22:17) ging der 25-Jährige nach einem Hit von Mack Wilson zu Boden und schaffte es nicht, allein aufzustehen. Die Beine waren mächtig weich, der Blick leer. Mahomes wurde im berühmten blauen Zelt am Spielfeldrand untersucht, ging dann in die Kabine und kam nicht zurück.

Ersatzmann Chad Henne brachte den Sieg nach Hause, vielleicht darf er gegen die Bills noch einmal ran. "Alles gut, Bruder", hatte Mahomes bei Twitter geschrieben, nachdem Wilson mit ihm im Sozialen Netzwerk Kontakt aufgenommen hatte ("Ich bete, dass du nächste Woche spielen kannst"). Natürlich ist er optimistisch.

"Das Böse siegt nie!!!", twitterte dagegen Mahomes' Mutter Randi weniger versöhnlich, ihr Eintrag war an die Nummer 51 adressiert: Wilson. Und der antwortete: "Ich will einfach nur gewinnen und so großartig sein wie Ihr Sohn."

Jetzt heißt es warten. Mahomes hat keine Symptome mehr, trainiert so viel er darf und hält sich an die Regeln, die auch vor Folgeschäden schützen sollen. Eine Vielzahl früherer Footballprofis ist von der irreparablen Gehirnerkrankung CTE (Chronische Traumatische Enzephalopathie) betroffen, der Zusammenhang mit Gehirnerschütterungen wurde längst nachgewiesen.

Und das Problem kennt nicht nur der Football. Rugby-Spieler aus England und Wales haben zuletzt eine Sammelklage wegen Spätfolgen eingereicht. Sie werfen dem Weltverband vor, sie nicht "vor den von Gehirnerschütterungen ausgehenden Risiken" geschützt zu haben.

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