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Wüste Beschimpfungen bei Twitter, "SID" weiß mehr

Medien: Embolo floh über das Dach - Rose äußert sich

20.01.2021 12:04

Fußballer scheren sich nicht um Regeln, sind nur auf ihren Spaß aus: So lautet ein Vorurteil. Das scheint Breel Embolo zu bestätigen als er mitten in der Corona-Krise eine Party gefeiert haben soll. Die Wut ist groß auf den Stürmer von Borussia Mönchengladbach. Erst versucht der 23-Jährige, aufzuklären, was tatsächlich passiert ist, am Dienstagnachmittag gibt es schließlich die Bestätigung der ersten Vermutungen, gefolgt von einem weiteren Dementi. Aber von Beginn an:

Eine Party zu Corona-Zeiten? Das stößt bitter auf. Erst recht, wenn es sich bei dem Delinquenten um einen Fußballprofi handelt, der ohnehin schon Privilegien genießt. Doch genau dessen wird Breel Embolo von Borussia Mönchengladbach bezichtigt. Der 23-Jährige hat "möglicherweise gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen", teilte der Fußball-Bundesligist am Montagabend mit.

Die Konsequenz: Er ist "vorsorglich" aus dem Kader für das Spiel gegen Werder Bremen gestrichen. Auch ins Mannschaftstraining wird Embolo erst wieder einsteigen, wenn negative Corona-Tests von ihm vorliegen, so die Borussia weiter.

Die Wut ist groß, bei Twitter entlädt sie sich in teils wüsten Beschimpfungen. Embolo selbst meldet sich am späten Abend. Erst bestätigt der Schweizer in einer über den Twitter-Account seines Vereins verbreiteten Mitteilung, dass die Polizei seine Personalien aufgenommen habe. Doch er widerspricht anschließend der Darstellung der "Bild"-Zeitung, er habe in Essen eine illegale Party gefeiert.

"Ich bin in der Nacht auf Sonntag nach der Rückkehr vom Spiel in Stuttgart mit einem Freund nach Essen gefahren, um dort bei einem Kollegen Basketball zu schauen", schreibt Embolo bei Instagram. Diese Wohnung "befand sich in unmittelbaren Umfeld des Lokals, in dem diese Party stattfand", so der Schweizer weiter. "Es trifft aber nicht zu, dass ich an einer Party teilgenommen habe. Das ist eine falsche Darstellung."

Trotzdem sieht Embolo Grund, sich zu entschuldigen. Er habe nicht nach Essen fahren sollen. "Das war in der heutigen Zeit ein Fehler. Das war dumm von mir und dafür entschuldige ich mich bei meinen Mannschaftskollegen, dem Verein und vor allem bei den Fans", schrieb der Stürmer.

Polizei kann kein Licht ins Dunkel bringen

Alles gut also? Nein, der Shitstorm bei Twitter ebbt nicht ab. Denn viele User glauben ihm schlicht nicht. Mittels Google Maps oder eigener Ortskenntnis wollen sie feststellen, dass es im Umfeld der betreffenden Bar, in der die Party stattfand, gar keine Wohnung gibt. Andere glauben ihm nicht - ohne Begründung.

Die Polizei kann vorerst kein Licht ins Dunkel bringen: "Wir können zu einzelnen Personen, die an der Party teilgenommen haben, keine Aussagen machen. Wir haben 23 Personen angetroffen und gegen die ermittelt die Polizei wegen Verstoßes gegen die Corona-Schutzverordnungen", heißt es vom Pressesprecher der Polizei Essen gegenüber "RTL". Auf Nachfrage wollte er Embolos Teilnahme "weder bestätigten noch dementieren".

Allerdings teilte er mit: "Wir kennen die Aussage des Herrn Embolo. Wir haben keinen Einsatz in der Nachbarschaft gehabt. Unser Einsatz konzentrierte sich auf das Gebäude des Gastronomiebetriebs." Das widerspräche Embolos Darstellung, nur in der Nähe gewesen zu sein.

"SID": Embolo war auf Party, "Bild": Flucht übers Dach

Der seriöse "Sport-Informations-Dienst" vermeldete am Dienstagnachmittag dann auch, dass ihm Informationen vorliegen, nach denen Embolo tatsächlich bei der besagten Party war.

"Bild" weiß sogar noch mehr. Nach Informationen des Boulevard-Blatts ist der Stürmer vor den Beamten geflohen, als die Polizei das Gebäude umstellt hatte.

Er soll durch ein Fenster gestiegen, über ein nebenstehendes Dach geklettert und durch ein weiteres Fenster in eine Wohnung eingedrungen sein. Polizisten klingelten laut dem Bericht an jener Wohnung, brachen die Tür auf, als keiner öffnete. 

"Ich glaube weiter, was uns Breel glaubhaft versichert hat, er hat gesagt, dass er kein Party-Gast war", sagte Rose nach dem Spiel zu den Anschuldigungen von "Bild" und fragte zurück: "Wie kommt diese Nachricht zustande? Hat ihn der 'Bild'-Reporter gesehen, oder wo hat er die Info her? Das ist für mich erstmal wichtig.

Rose weiter: "Nochmal: Irgendwer muss das ja gesehen haben. Und nicht Hörensagen, laut Bericht, laut Medien - das ist immer schwierig."

Gladbach-Coach Rose äußert sich

Vor dem Spiel gegen Werder Bremen (1:0) hatte er bereits gesagt: "Ich glaube Fakt ist, dass es völlig sinnfrei ist, am Samstagabend, 02:30 Uhr, in der Pandemiezeit mit einem Kumpel zu einem anderen Freund zu fahren. Schon damit hat er eine Corona-Regel gebrochen."

Embolo habe ihm aber "glaubwürdig versichert, dass er kein Teil irgendeiner Party war".

Auf Nachfrage, ob der einfache Verstoß anders gehandhabt würde als ein Party-Besuch, sagte Rose: "Es macht für mich einen ganz großen Unterschied, ob er bei einer Party war oder sich nur mit Freunden getroffen hat."

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