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"Andernfalls nicht interessiert daran, zurückzukommen"

"Keine faire Regel": Dakar-Zweiter fordert Reformen

16.01.2021 13:26
Nasser Al-Attiyah sieht sich mit seinem Auto im Nachteil
© Florent Gooden via www.imago-images.de
Nasser Al-Attiyah sieht sich mit seinem Auto im Nachteil

Die Rallye Dakar 2021 in Saudi-Arabien ist mit dem 14. Gesamtsieg für Stéphane Peterhansel zu Ende gegangen. Nach zwölf Etappen hatte der Franzose knapp 14 Minuten Vorsprung auf Nasser Al-Attiyah. Mit fünf Etappensiegen (sechs inklusive Prolog) war Al-Attiyah erfolgreicher, aber Peterhansel war wieder einmal ein Meister der Konstanz.

Ab der zweiten Etappe führte Peterhansel die Gesamtwertung an. In der Folge hatte er nur einen Tagessieg, aber seine konstante Fahrt zahlte sich am Ende aus. Während Peterhansel mit dem Mini Buggy von X-raid fuhr, saß Al-Attiyah im allradgetriebenen Toyota Hilux.

Seit Jahren ist das unterschiedliche Reglement ein Diskussionspunkt. Im Ziel in Dschidda erneuerte Al-Attiyah seine Kritik: "Wir haben sehr gut gearbeitet. Ich habe keine Fehler gemacht, mein Co-Pilot hat keine Fehler gemacht und auch nicht das Team. Aber was können wir tun?"

"Das zweite Jahr hintereinander haben wir gegen die Buggies gekämpft. Aus meiner Sicht müssen die Regeln geändert werden, damit es für alle fair ist. Natürlich bin ich enttäuscht, aber ich bin zufrieden, dass ich das Rennen beendet habe."

"Ich bin enttäuschter als vergangenes Jahr, denn es ist keine Hilfe, wenn man nur vier Finger hat und alle anderen fünf. Ich finde, wir müssen die Regeln ändern, weil die Buggies nun seit fünf Jahren gegen die allradgetriebenen Autos gewinnen."

"Ohne Frage, es ist keine faire Regel. Ich hoffe, die Veranstalter werden sie ändern. Andernfalls sind wir nicht interessiert daran, zurückzukommen", trifft Al-Attiyah deutliche Worte. 2016, 2017 und 2018 gewann Peugeot mit dem Buggy. 2019 holte Al-Attiyah mit dem Hilux den Sieg.

Peterhansel: "Sie jammern seit Jahren"

Die beiden Triumphe in Saudi-Arabien gingen an X-raid mit dem Mini Buggy. Al-Attiyah kritisierte zudem Reifenpartner BF Goodrich, weil er deutlich mehr Schäden hatte als die Buggies. Im Zielraum wurde Peterhansel mit den Aussagen von Al-Attiyah konfrontiert.

"Ich will das nicht kommentieren, weil sie sich seit Jahren beklagen", lautet Peterhansels Reaktion darauf. "Wenn wir nicht gewinnen, dann jammern wir nicht. Es ist eine Ego-Sache. Wenn er ein etwas anderes Ego hätte, dann hätte er diese Dakar vielleicht gewonnen."

"Sein Ego hat ihn dazu gebracht, den Prolog zu gewinnen. Ich glaube, dort hat er die Rallye verloren", findet der Franzose. Beim elf Kilometer langen Prolog wurde die Startreihenfolge für die erste lange Etappe festgelegt.

Al-Attiyah stellte im Prolog die Bestzeit auf und fiel am ersten Tag auf Platz zehn zurück. Peterhansel beendete den Prolog auf Platz 14. Er nutzte diese Ausgangsposition für den zweiten Platz am ersten Tag.

Obwohl Al-Attiyah anschließend drei Etappen hintereinander gewinnen konnte, übernahm Peterhansel am zweiten Tag die Gesamtführung und konnte kontinuierlich einen kleinen, aber entscheidenden Vorsprung verwalten.

Der erste Sieg vor 30 Jahren war der beste

"Auch beim 14. Sieg sind es immer noch die gleichen Emotionen", sagt der 55-Jährige. "Eine Dakar zu gewinnen ist immer kompliziert. Es gibt keine einfachen Siege. Dieser sah von außen vielleicht einfach aus, aber es war nicht einfach, Tag für Tag den kleinen Vorsprung auf Nasser zu managen."

"Es gab großen Druck. Jeden Tag hatten wir das Gefühl, dass wir alles verlieren könnten. Es war kompliziert zu managen." Co-Pilot Edouard Boulanger bestritt seine erste Dakar als Beifahrer bei den Automobilen und erntete Lob.

Peterhansel ist nicht nur Rekordsieger, sondern auch der erste Fahrer, der die Dakar auf drei Kontinenten gewonnen hat. Zudem gelang ihm der Sieg 30 Jahre nach seinem ersten Triumph auf dem Motorrad. "Es ist eine lange Karriere im Motorsport."

"Die Erfahrung und dass ich Ruhe behalten habe, haben mir geholfen. Zumindest glaube ich das, ich weiß es nicht", meint Peterhansel und ordnet den Triumph ein: "Der erste Sieg mit dem Motorrad war mein bester, weil ich lange davon geträumt habe. Alles andere ist ein Bonus. Zu gewinnen ist immer eine große Emotion, aber mein erster Sieg war mein bester."

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Autos 2021

1FrankreichStéphane Peterhansel44:28:11.0h
2KatarNasser Al-Attiyah+13:51.0m
3SpanienCarlos Sainz+1:00:57.0h
4PolenJakub Przygonski+2:35:03.0h
5SpanienNani Roma+3:21:48.0h
6RusslandVladimir Vasilyev+3:29:38.0h
7VA EmirateKhalid Al Qassimi+3:33:31.0h
8SüdafrikaGiniel de Villiers+3:57:39.0h
9TschechienMartin Prokop+4:09:21.0h
10FrankreichCyril Despres+4:51:09.0h
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