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Stehaufmännchen Peiffer auf der Suche nach Konstanz

14.01.2021 11:12
Arnd Peiffer sorgt auch in dieser Saison für Ausreißer nach oben
© via www.imago-images.de
Arnd Peiffer sorgt auch in dieser Saison für Ausreißer nach oben

Platz 47 im ersten Sprint, dann mit einer Strafrunde in der Staffel einen Podiumsplatz vergeigt - die Nackenschläge prasselten beim Heimweltcup nur so auf Arnd Peiffer ein. Doch der Olympiasieger mausert sich in diesem Winter zum Stehaufmännchen der deutschen Biathleten. Im dick verschneiten Oberhof antwortete er auf die bitteren Enttäuschungen mit einer Galavorstellung - und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison.

"Erfolg und Misserfolg liegen nicht immer so weit auseinander, wie es scheint. Kleine Dinge können im Biathlon viel bewirken", erklärte Peiffer das Auf und Ab nüchtern. Einem Weltcup ohne Spitzenplatzierung folgte stets in der Folgewoche der Sprung aufs Podest. Mit dem dritten Platz im zweiten Sprint am Rennsteig soll diese Serie vier Wochen vor der WM in Pokljuka ein Ende haben.

Komplett in der Spitze festbeißen, so lautet nun die Mission. Den "positiven Ausrutscher", wie es Erik Lesser nach seinem ebenfalls starken vierten Rang formulierte, endlich "in Konstanz" umwandeln. Peiffer hofft, dafür sein Erfolgsgeheimnis gefunden zu haben. "Manchmal will ich es zu sehr, dann funktioniert es nicht. Ich muss entspannt sein und darf nicht nur pushen", sagte der Gesamtweltcup-14.

"Es sind auch Niederlagen, Frust und Zweifel dabei"

Er verfalle nach enttäuschenden Leistungen nicht "in Aktionismus. Es ist nicht immer alles super und voller Erfolgserlebnisse und Freude. Es sind auch Niederlagen, Frust und Zweifel dabei". Da brauche er nicht gleich alles umzuwerfen, "das bringt nichts", erklärte der mit 33 Jahren älteste Athlet im deutschen Team. Vielmehr habe ihm eine simple fünftägige Social-Media-Pause geholfen, sich aufs Wesentliche zu besinnen. "Ich weiß ja, dass ich schlecht war. Das muss ich mir nicht noch 300-mal durchlesen."

Dafür war er im Sprint am Mittwoch umso besser, nur die norwegischen Dominatoren Johannes Thingnes Bö und Sturla Holm Lägreid waren schneller als der einzige deutsche Saisonsieger. Bei seinem zehnten Einzelstart in diesem Winter blieb er zum vierten Mal fehlerfrei, das oft kritisierte Skimaterial hatte endlich Weltklasseniveau. Und doch sind die Norweger läuferisch immer noch in einer eigenen Liga unterwegs.

"Wir sind noch nicht da, wo wir uns eigentlich sehen", mäkelte Lesser deshalb trotz des besten Mannschaftsergebnisses der Saison: "Die anderen sind besser als wir." Aber gerade er und Peiffer nähren die Hoffnung auf eine erfolgreiche Weltmeisterschaft und einen starken Staffelauftritt am Freitag.

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