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Wie sieht der Deal aus? Was erhoffen sich die Beteiligten?

Fünf Fragen zur Rückkehr von Luka Jovic zur Eintracht

14.01.2021 18:09

Die Rückkehr von Luka Jovic zu Eintracht Frankfurt ist perfekt. sport.de beantwortet die fünf wichtigsten Fragen zum Wechsel des Serben von Real Madrid zur SGE.

  • Wie kam es zum Wechsel von Luka Jovic zur Eintracht?

An Heiligabend verließ mit Bas Dost einer von nur zwei etatmäßigen Mittelstürmern den Klub. Kaum war der Transfer in trockenen Tüchern, keimten die ersten Spekulationen um eine Rückkehr von Luka Jovic nach Frankfurt auf.

Auch wenn Sportvorstand Fredi Bobic seinerzeit bereits "regen Kontakt" zum Spieler und seinem Berater Fali Ramadani bestätigte, sei eine Verpflichtung intern "kein Thema" gewesen. Das habe sich in den letzten Tagen dann aber geändert.

"Wir sind sehr, sehr glücklich, dass wir mit Real Madrid ohnehin eine sehr gute Partnerschaft haben und, dass diese Möglichkeit jetzt bestanden hat", schilderte Bobic gegenüber "Sky" die Entwicklung.

Aber auch Luka Jovic selbst habe sich laut Trainer Adi Hütter extrem bemüht, wieder nach Frankfurt zu kommen. "Ich habe gestern Abend mit ihm telefoniert. Er hat alles daran gesetzt, dass er nach Frankfurt kommen kann", berichtete Hütter nach der 1:4 (1:1)-Niederlage im DFB-Pokal-Nachholspiel bei Bayer Leverkusen.

Der Österreicher sprach von "sehr sehr guten Gesprächen": "Ich habe mich wahnsinnig gefreut, ihn wieder zu hören und er sich auch."

Am Donnerstag machte sie SGE den Deal dann perfekt. "Es war sein großer Wunsch, zur Eintracht zurückzukehren", sagte Bobic und erklärte die Vorteile des Leihgeschäfts: "Luka kann die nächsten Monate nutzen, um in einem ihm vertrauten Umfeld zu alter Stärke zurückzufinden. Real Madrid weiß, dass er bei uns gut aufgehoben ist und sich hier weiterentwickeln kann. Und für uns ist klar, dass wir eine weitere hervorragende Option im Sturmzentrum haben." Mehr dazu hier.

  • Was sind die Eckdaten des Jovic-Deals?

Fest steht: Die Leihe wird zunächst nur bis zum Sommer gehen: "Erstmal geht es nur um die restlichen Hinrundenspiele und die Rückrunde", so der Sportvorstand.

Man wolle die sportliche und die finanzielle Entwicklung des Spielers, des Klubs und der Umgebung beobachten. "Ich glaube, das ist auch richtig und in diesen Pandemie-Zeiten verantwortungsvoll. Alles, was im Sommer ist, können wir dann noch überdenken, je nachdem wie sich die Situation im Fußball und der Welt darstellt", schilderte Bobic das Vorhaben.

Eine Kaufoption hat Eintracht Frankfurt demnach nicht, somit müsste im Sommer im Fall der Fälle neu verhandelt werden. Dass Jovic aber überhaupt wieder in der Mainmetropole spielen wird, liegt auch am Entgegenkommen von Real Madrid, das laut "Bild" weiter Großteile seines Jahressalärs von zehn Millionen Euro bezahlt. Rund zwei Millionen Euro zahlt die Eintracht dazu und damit in etwa so viel, wie der abgewanderte Bas Dost ebenfalls kassiert hätte.

  • Was erhofft sich Luka Jovic von einer Rückkehr nach Frankfurt?

Nach eineinhalb fast durchweg frustrierenden Jahren in der spanischen Hauptstadt möchte Luka Jovic allen voran zunächst Spielpraxis sammeln. Diese ging ihm vor allem in der laufenden Saison ab, schließlich stand er in gerade einmal fünf Spielen insgesamt nur 208 Minuten auf dem Rasen.

Jovic' letzter Einsatz datiert vom 8. November, danach fiel er zunächst mit einer Corona-Infektion und danach auch immer wieder mit muskulären Problemen aus. Durch regelmäßige Einsätze soll der Serbe in Frankfurt wieder an die Form anknüpfen, die Real Madrid im Sommer 2019 noch 60 Millionen Euro wert war.

Zudem täte er gut daran, sein Image aufzubessern, nachdem er aufgrund eines angeblichen Verstoßes gegen Corona-Auflagen in seinem Heimatland sogar angeklagt wurde. Schon zuvor war der 23-Jährige wegen mehrfachen Fehlverhaltens in die Kritik geraten.

  • Was erhofft sich Eintracht Frankfurt von der Jovic-Verpflichtung?

Für die Eintracht ist das finanzielle Risiko angesichts der Rahmenbedingungen überschaubar. Im Idealfall bekommt die SGE einen adäquaten Dost-Ersatz, wenngleich Jovic allein aufgrund seiner Statur ein anderer Spielertyp ist.

Doch mit seinem Tempo, seiner Ballbehandlung und seinem wuchtigen Abschluss passt der 1,82-Meter-Stürmer unverändert gut zum hochintensiven Spielstil der Eintracht. Zudem könnte er André Silva die Last nehmen, alleine für einen Großteil der Torerfolge zu sorgen.

Für den Klub ist die Rückholaktion auch ein Impuls für die Moral. "Es ist ein sehr, sehr spezielles Signal nach außen, aber auch nach innen für unsere Mannschaft. "Dass Luka wieder nach Hause kommt, ist die erfreulichste Meldung des Tages", bekundete Hütter.

  • Wie sind die Erfolgsaussichten?

Was den Eintracht-Fans die Rückkehr von Luka Jovic bedeutet, ließ sich direkt im Anschluss an Bobic' "Sky"-Interview ablesen: Die Meldung entfachte eine riesige Euphorie. Einige wähnten sich schon als Pokalsieger und Europapokal-Teilnehmer, nur vereinzelt wurde die Fallhöhe angemahnt.

Wie sehr der Stürmer der Mannschaft, die als Tabellenachter der Bundesliga noch auf die Europapokal-Plätze schielt, tatsächlich helfen kann, lässt sich noch nicht seriös sagen. Zu lang sind seine letzten Einsätze her, zu schwer ist sein Fitnesszustand einschätzbar.

"Wie weit er schlussendlich ist, werde ich in den nächsten Tagen sehen", musste auch Adi Hütter bei aller Wohlfühlatmosphäre einräumen. Ein Vorteil sei jedoch die Tatsache, dass Jovic "die Mannschaft und den Verein" kenne.

"Wir bekommen einen außergewöhnlich guten Spieler in eine intakte Mannschaft", urteilte der Trainer. Die reine Eingewöhnungszeit ist also überschaubar. Ob das alleine aber reicht, um aus Jovic einen Volltreffer zu machen, wird die Zeit zeigen. Zur Soforthilfe taugt er aber wohl eher nicht.

Luis Holuch

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