Anzeige
powered by RTL

Große Pläne, kaum Ergebnisse

Daran ist Ex-Teamchef Abiteboul bei Renault gescheitert

12.01.2021 15:47
Cyril Abiteboul musste bei Renault seinen Hut nehmen
© HOCH ZWEI via www.imago-images.de
Cyril Abiteboul musste bei Renault seinen Hut nehmen

Teamchef Cyril Abiteboul und Renault gehen getrennte Wege. Unklar ist, ob es sich um einen Rücktritt oder einen Rauswurf handelt. Offensichtlich ist aber: Renault hat die eigenen hohen Ziele, die man sich für die Formel 1 gesteckt hatte, in den vergangenen Jahren klar verfehlt.

Es sind Worte, die man so oder so ähnlich oft in Pressemitteilungen liest, wenn sich Wege trennen: "Ich möchte mich bei Renault für das Vertrauen bedanken, das mir – insbesondere nach dem Relaunch und der Neuausrichtung 2016 – entgegengebracht worden ist", so Cyril Abiteboul zu seinem Aus bei Renault. Er wünsche dem neuen Projekt Alpine F1 viel Erfolg und danke Renault-Geschäftsführer Luca de Meo für die Zusammenarbeit.

Auch die Dankesworte von de Meo sind ähnlich beliebig: Er bedanke sich bei Abiteboul "für seinen unermüdlichen Einsatz" und für "seine bemerkenswerte Arbeit in der Formel seit 2007".

Wieso man trotz allem getrennte Wege gehen will, lässt die Mitteilung offen. Die naheliegendste Vermutung: Die Ziele, die man mit Abiteboul hatte, wurden nicht erreicht – und traut man ihm womöglich auch nicht für die nahe Zukunft zu.

Große Pläne noch 2016: Renault wollte 2020/21 WM-Kandidat sein

Cyril Abiteboul war ein echtes Renault-Urgestein. Der 43-Jährige kam bereits nach seinem Studium im Jahr 2001 zum Unternehmen, seit 2007 arbeitete er für das Formel-1-Team. 2010 stieg der Franzose dann sogar zum Geschäftsführer des Rennstalls auf, bevor er 2012 als Teamchef zu Caterham wechselte. Nach drei Jahren kehrte Abiteboul jedoch zu Renault zurück und spielte eine Schlüsselrolle bei der Entscheidung, ab 2016 wieder mit einem Formel-1-Werksteam in die Königsklasse des Rennsports zurückzukehren.

Die Pläne der Franzosen damals: höchst ambitioniert. 2016 träumte Renault vom ersten Sieg in drei bis fünf Jahren – danach wollte man um den WM-Titel mitkämpfen. Noch 2017 sorgte Abiteboul mit kampfeslustigen Aussagen für Aufsehen: "Unser Ziel ist es, Mercedes 2018 beim Motor zu übertrumpfen."

Die Realität holte die Franzosen aber schnell ein: Von der angepeilten Spitze der Königsklasse ist man bis heute noch weit entfernt. Ein Rennsieg? Bis dato Fehlanzeige. Auch mit Top-Fahrer Daniel Ricciardo, der 2018 überraschend von Red Bull zu Renault gewechselt war, konnten die Franzosen ihre hohen Ziele nicht erreichen. 2020 gelangen Ricciardo und seinem Teamkollegen Esteban Ocon immerhin drei Podestplätze – nach den ursprünglichen Plänen aber noch viel zu wenig.

Führungsriege von 2016 fast komplett ausgetauscht

Vielleicht musste Abiteboul jetzt den Preis dafür bezahlen, dass Renault seit Jahren die Renault-Ziele verpasst hat – auch wenn er zuletzt öffentlich schon kleinere Brötchen backte. "Wir müssen, denke ich, besser darin sein, uns ein Ziel zu setzen, das wir erreichen können", gab der Franzose 2020 zu. "Denn es gibt nichts Schlimmeres als sich ein Ziel zu setzen, das schon verloren ist, bevor du überhaupt angefangen hast. Das ist richtig schlecht für Mindset und Zukunft."

Große neue Ziele hatte man deshalb nicht mehr ausgerufen – von der ursprünglichen Führungsriege aus 2016 ist mittlerweile nur noch Motorenchef Remi Taffin im Team. Cheftechniker Bob Bell trat bereits 2018 kürzer, Cassis-Leiter Nick Chester verabschiedete sich 2019. Jetzt ist auch Teamchef Abiteboul weg.

Neuer Geschäftsführer von Alpine F1 wird Laurent Rossi, der seit 2018 für die Renault-Gruppe als Strategie-Direktor und Entwicklungschef arbeitet. Ziele für das Formel-1-Team in 2021 oder für die langfristige Zukunft hat er übrigens noch nicht ausgerufen.

© RTL
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Formel 1 2021

Bahrain
Bahrain GP
28.03.
Italien
Imola GP
18.04.
Spanien
Spanien GP
09.05.
Monaco
Monaco GP
23.05.
Aserbaidschan
Aserbaidschan GP
06.06.
Kanada
Kanada GP
13.06.
Frankreich
Frankreich GP
27.06.
Österreich
Österreich GP
04.07.
Großbritannien
Großbritannien GP
18.07.
Ungarn
Ungarn GP
01.08.
Belgien
Belgien GP
29.08.
Niederlande
Niederlande GP
05.09.
Italien
Italien GP
12.09.
Russland
Russland GP
26.09.
Singapur
Singapur GP
03.10.
Japan
Japan GP
10.10.
USA
USA GP
24.10.
Mexiko
Mexiko GP
31.10.
Brasilien
Brasilien GP
07.11.
Australien
Australien GP
21.11.
Saudi-Arabien
Saudi-Arabien GP
05.12.
VA Emirate
Abu Dhabi GP
12.12.
Anzeige