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Lootboxen ein großes Problem - FIFA 21 in der Kritik

08.01.2021 12:01
Lootboxen im eSports laut Studie ein großes Problem
© Mehaniq via www.imago-images.de
Lootboxen im eSports laut Studie ein großes Problem

Im Rahmen einer Studie der Gambling Health Alliance in Zusammenarbeit mit der renommierten britischen Royal Society for Public Health haben knapp 15% der Kinder, die Geld in Lootboxen investierten, ihre Eltern für diesen Zweck bestohlen. Weitere 9% der Minderjährigen liehen sich Geld bei Bekannten, obwohl ihnen bewusst war, die Summe nicht zurück zahlen zu können.

Die Studie stellt Parallelen zu bekannten Symptomen der klassischen Spielsucht heraus: Das Beklauen der Verwandtschaft oder eine bewusste Überschuldung stellen auch bei volljährigen Spielsüchtigen, welche beispielsweise Spielautomaten unkontrolliert frequentieren, häufige Probleme dar.

91% der minderjährigen Teilnehmer stimmten der Behauptung zu, Lootboxen seien mit Glücksspiel gleichzusetzen. Der häufigste Grund für die spekulative Investition in Spielinhalte stellte laut den Befragungen der Wunsch dar, im eSports kompetitiv mithalten zu können. Diese Aussagen decken sich mit der Beobachtung, dass besonders viel Geld in Spiele investiert wurde, in welchen Inhalte von Lootboxen Vorteile in Sachen Wettbewerb verschaffen.

Pay-to-Win zahlt sich für Entwickler aus

Dass Spieleentwickler enorm von einem Pay-to-Win-Modell in Zusammenhang mit dem Einsatz von Lootboxen profitieren, zeigen nicht zuletzt die Umsatzzahlen von EA aus dem Jahr 2019. Über 2,8 Milliarden (!) Dollar setzte der US-Konzern und Herausgeber von FIFA 21, Madden NFL 21, Apex Legends und Co. in besagtem Kalenderjahr alleine durch sogenannte Mikrotransaktionen um. Hierbei handelte es sich zumeist um Investitionen in Lootboxen.

Der Ultimate Team-Modus in EAs Sportsimulationen stellt ein Paradebeispiel für das von den meisten Experten sehr kritisch gesehene Pay-to-Win/Lootboxen-Modell dar. So stellen FIFA 21-Zocker ihre eigene Mannschaft zusammen und können starke Spieler aus einer mit echtem Geld erwerbbaren Lootbox ziehen – jedoch nur mit einer geringen Wahrscheinlichkeit.

Obwohl Wissenschaftler bereits seit Jahren davor warnen, die Gefahren von Glücksspiel im eSports zu unterschätzen, wird das Problem auf rechtlicher Ebene nur langsam aufgearbeitet. Während in Belgien und den Niederlanden EAs Lootboxen beispielsweise bereits verboten wurden und auch in den USA aktuell gleich mehrere Gerichtsverfahren in diese Richtung laufen, bahnt sich hierzulande noch kein Bann besagter Praktiken an.