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Mihambo erneut als "Sportlerin des Jahres" geehrt

20.12.2020 23:05
Malaika Mihambo ist erneut "Sportlerin des Jahres"
© Hansjürgen Britsch via www.imago-images.de
Malaika Mihambo ist erneut "Sportlerin des Jahres"

Malaika Mihambo ist erneut Sportlerin des Jahres. Die Weitsprung-Weltmeisterin wurde von der Olympia-Verlegung hart getroffen - und machte doch das Beste aus der Situation.

Malaika Mihambo geht seit jeher ihre eigenen Wege. Diese führten sie rucksackreisend nach Indien und Thailand, zum Studium der Politik- und Umweltwissenschaften, zu beachtlichen Klavierfähigkeiten. Und eigentlich hätte sie dieser Weg in diesem so außergewöhnlichen Jahr zu ihrem neuen Trainer Carl Lewis und zu Olympia-Gold führen sollen.

Doch wie so viele Sportler kam es auch für die Weitsprung-Weltmeisterin ganz anders als gedacht. Die große Olympia-Favoritin muss sich (mindestens) noch ein paar Monate gedulden, das Training mit dem neunmaligen Olympiasieger Lewis fiel bisher der Corona-Pandemie zum Opfer. Und dennoch war die 26-Jährige aus Heidelberg auch in diesem Jahr in Topform. Weltjahresbestleistung von 7,03 Metern - aus einem verkürzten Anlauf. Die neue Sportlerin des Jahres ist auch die alte: Schon 2019 gewann Mihambo die prestigeträchtige Auszeichnung.

Und Mihambo wäre nicht Mihambo, wenn sie nicht auch aus dem traurigen Jahr 2020 etwas für ihr Leben herauszieht. "Ich habe viel dazugelernt und bin als Person sehr gereift. Ich habe viele Dinge ausprobiert, wie zum Beispiel verschiedene Schlafrhythmen oder eine komplett vegane Ernährung", sagte sie zuletzt dem "SID".

"Ich versuche Dinge, die ich nicht steuern kann und auf die ich nur sehr wenig Einfluss habe, nicht so nah an mich heranzulassen", betonte sie zudem in go!d, dem Magazin der Deutschen Sporthilfe. Ohnehin müssten alle aus der Krise lernen, "loszulassen von dem, an das wir sicher geglaubt und worauf wir uns gefreut haben."

Vor drei Jahren drohte bereits das Karriereende

Mihambo kennt ohnehin auch die Schattenseiten. 2017 drohte wegen einer komplizierten Fußverletzung das Karriereende. Im vergangenen Jahr berichtete sie von verletzenden Rassismus-Erfahrungen, die sie als Kind erlebte. Auch deshalb begrüßte sie das vermehrte politische Engagement von Sportlern.

Es sei wichtig, dass man die Geschichte des Landes und die bestehenden Verhältnisse "als Einzelperson und als Gesellschaft aufarbeitet". Dies müsse aber jeder selbst für sich entscheiden, doch "wer es tut, sollte sich seiner Vorbildfunktion bewusst sein und verantwortungsvoll mit seiner Rolle in der Gesellschaft umgehen."

Sportlich bleibt das Ziel für Mihambo das Gleiche: Die Sommerspiele in Tokio. In Topform kann sich die 26-Jährige, deren Bestleistung seit der WM in Doha bei 7,30 m steht, wohl nur selbst schlagen. Der Weitsprung "alleine" reicht ihr ohnehin nicht mehr. In Tokio will sie auch über die 100 m an den Start gehen.

"Ich habe gemerkt, dass ich sehr gern sprinte, aber hier muss man auch sehr viel für den Erfolg tun", sagte sie: "Ich weiß, dass ich das nicht geschenkt bekommen werde und dass ich dafür hart arbeiten muss." Kein Zweifel - Mihambo wird ihren Weg gehen.

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