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"Das ist hier nicht meine Lieblingsschanze"

DSV-Star Eisenbichler fliegt am Podest vorbei

19.12.2020 18:05
Markus Eisenbichler wurde in Engelberg Vierter
© Tilo Wiedensohler via www.imago-images.de
Markus Eisenbichler wurde in Engelberg Vierter

Markus Eisenbichler fliegt bei der Tournee-Generalprobe in Engelberg knapp am Podest vorbei, war aber dennoch zufrieden. In Abwesenheit von Karl Geiger zeigt das DSV-Team Licht und Schatten.

Diese verflixte Vier brachte Markus Eisenbichler nicht aus der Ruhe. "Vierter - das muss man hier erstmal werden", sagte der Skisprung-Weltmeister in der "ARD", nachdem er bei der Tournee-Generalprobe in Engelberg wie zuletzt in Nischni Tagil knapp am Podest vorbeigeflogen war: "Das ist hier nicht meine Lieblingsschanze, die ist echt komisch. Aber ich habe mein bestes Ergebnis hier eingestellt, das ist schon gut."

Während sein großer Rivale Halvor Egner Granerud in der Schweiz am Samstag seinen - natürlich - vierten Sieg in Serie einfuhr und damit die Führung im Gesamtweltcup weiter ausbaute, verpasste Eisenbichler neun Tage vor dem Auftakt der Vierschanzentournee in Oberstdorf um umgerechnet 55 Zentimeter das Stockerl. Und fühlte sich gerüstet für den Höhepunkt "zwischen den Jahren".

"Wenn ich normal skispringe, ist schon da etwas drin", sagte der 29-Jährige: "Und der Karl und der Paschke sind ja auch noch da." Skiflug-Weltmeister Karl Geiger fehlte in Engelberg allerdings nach einem positiven Coronatest, sein Tourneestart ist fraglich. Stattdessen überzeugte Routinier Pius Paschke mit einem starken sechsten Platz.

Schmid nur knapp im zweiten Durchgang dabei

Senkrechtstarter Granerud setzte sich nach Sprüngen auf 133,5 und 138,0 m bei schwierigen Windbedingungen mit 311,4 Punkten vor Polens Topmann Kamil Stoch (309,2) durch. Dritter wurde der Slowene Anze Lanisek (302,7) vor Eisenbichler (301,7), der auf 133,0 und 138,0 m kam.

Hinter Paschke, der zum dritten Mal in diesem Winter in den Top 10 landete, stellte Martin Hamann als Elfter sein bestes Karriere-Resultat ein. "Wir sind schwer in dieses Wochenende hinein- und mit einem blauen Auge davongekommen", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher.

Tatsächlich gab es einige deutsche Sorgenkinder. Constantin Schmid, mit dem Skiflug-Team am Sonntag Vizeweltmeister, erreichte als 30. eben noch den zweiten Durchgang, weil von den Favoriten Quali-Sieger Yukiya Sato (Japan/31.) und der Norweger Robert Johansson (44.) patzten. In der Endabrechnung kam der Youngster auf Platz 28.

Bitterer Tag für Siegel

Ganz bitter verlief die Rückkehr von David Siegel in den Weltcup nach 699 Tagen Abstinenz. Der 24-Jährige, der sich im Januar 2019 schwer am Knie verletzt hatte, hatte sich zwar am Vortag für den Wettkampf qualifiziert, wurde aber unmittelbar vor seinem Sprung wegen eines nicht korrekten Anzugs disqualifiziert.

Zwei deutsche Olympiasieger waren am Samstag erst gar nicht dabei. Altmeister Severin Freund als 54. und Andreas Wellinger als 55. unter 57 Startern waren am Freitag in der Qualifikation gescheitert. Wellinger, der nach seinem Kreuzbandriss um Anschluss kämpft, hatte eigentlich in Engelberg aussetzen und für die Tournee trainieren sollen, war durch das Aus Geigers wieder ins Team gerutscht.