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Deutsches Team unterliegt nur Norwegen

"Stolze" DSV-Adler segeln am WM-Titel vorbei

13.12.2020 17:59
Die deutschen Skispringer holten Silber im Teamspringen der Skiflug-WM
© Markku Ulander via www.imago-images.de
Die deutschen Skispringer holten Silber im Teamspringen der Skiflug-WM

Gold im Einzel, Silber mit dem deutschen Team: Karl Geiger wird bei der WM zum König der Skiflieger. Den zweiten Titel verpasst der "Teufels-Karl" in einem erneuten Showdown knapp.

Gold-Junge Karl Geiger klopfte seinem zerknirschten Kumpel Markus Eisenbichler auf die Schulter, und die leise Enttäuschung über das verpasste Sahnehäubchen auf eine herausragende Skiflug-WM in Planica war bei den DSV-Adlern schnell wieder verflogen. "Das war wieder ein cooler Wettkampf - wir können stolz auf uns sein", sagte Einzelweltmeister Geiger, nachdem er mit dem deutschen Quartett im abschließenden Teamwettbewerb knapp am zweiten Gold vorbeigeflogen war.

Ein sensationelles Gold für Geiger und Bronze für Eisenbichler im Einzel-Krimi am Samstag, Silber gemeinsam mit Pius Paschke und Constantin Schmid hinter Norwegen in einer nicht minder packenden Team-Konkurrenz: Die deutschen Skispringer haben zwei Wochen vor der Vierschanzentournee eine sensationelle Flugshow in Slowenien abgeliefert. "Ein kompletter Medaillensatz, der Titel für Karl - das ist ganz stark", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher im "ZDF".

"Der Karl ist eine Maschine"

Das zweite Gold auf der legendären Letalnica hatte sein Team am Sonntag dicht vor Augen, vor dem letzten Durchgang führte das DSV-Team - und der überragende Geiger war der Schlussspringer. "Der Karl ist eine Maschine, der bringt das runter", sagte WM-Debütant Paschke. Doch die Deutschen verzockten sich ein wenig.

Wie am Samstag, als der 27 Jahre alte Geiger trotz aller Begleitumstände - seine Frau Franziska stand daheim in Oberstdorf kurz vor der Geburt des ersten gemeinsamen Kindes - unfassbar nervenstark als "Teufels-Karl" den Norweger Halvor Egner Granerud um einen halben Punkt im Kampf um den Titel bezwang, kam es zum Showdown der beiden.

Vor den beiden Springern hatte Norwegens Coach Alexander Stöckl den Anlauf verkürzen lassen, Granerud flog trotzdem 234,5 m weit. Horngacher taktierte mit, ging erst hoch und wieder runter mit dem Anlauf. "Das war ein bisschen nervig", sagte Geiger. Er kam nur auf 224,5 m, verpasste damit die Bonuspunkte. Umgerechnet 16 Meter lag Norge beim dritten Titelgewinn in Serie vor Deutschland, das noch nie ein WM-Teamfliegen gewonnen hat.

Eisenbichler, der zuvor mit grandiosen 236,5 m die DSV-Adler dem Sieg ganz nah gebracht hatte, war kurz bedient. "Ich bin gerade ein bisschen deprimiert, wir hätten uns das verdient gehabt", sagte er - konnte sich aber bald über Silber freuen.

Für Geiger war dies die Zugabe an einem sagenhaften Flug-Wochenende, das ihm seinen ersten großen Einzeltitel bescherte. "Damit hätte ich nie gerechnet, das ist unglaublich", sagte Geiger, nachdem er im Einzel zum König der Flieger geworden war.

Umgerechnet 40 Zentimeter nach vier Flügen über fast einen Kilometer lag Geiger am Samstag vor Granerud, der mit dem vorletzten Sprung der Konkurrenz auf 243,0 m mächtig Druck auf den Allgäuer gemacht hatte. Geiger, der schon nach dem ersten Durchgang am Freitag geführt hatte, musste kontern.

"Wenn es zählt, drücke ich drauf und riskiere Vollgas", sagte Geiger: "Das kann in die Hose gehen - aber meistens geht es gut." Es ging gut: Seine 231,5 m reichten auf den Punkt, und Geiger war im siebten Himmel: "Da kommen so viele Gedanken und Gefühle hoch, ich bin einfach überwältigt.

Wie schon bei der WM 2019 in Innsbruck freute er sich gemeinsam mit Kumpel Eisenbichler, der damals siegte, auf dem Podest. "Für Karle freut's mich mega", sagte Eisenbichler: "Das ist es scheißegal, ob ich jetzt selbst Dritter, Vierter oder Fünfter geworden bin."

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