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Psychoterror? Turn-Trainerin bezieht zu Vorwürfen Stellung

04.12.2020 13:47
Frehse äußert sich zu Vorwürfen gegen ihre Person
© FIRO/FIRO/SID/
Frehse äußert sich zu Vorwürfen gegen ihre Person

Die Vorwürfe von Pauline Schäfer und Co. wiegen schwer, es geht unter anderem um psychische Gewalt. Die beschuldigte Trainerin wehrt sich - jetzt auch öffentlich.

Psychoterror? Training trotz Schmerzen? Verantwortungsloser Umgang mit Medikamenten? Jetzt geht Gabriele Frehse in die Offensive. Die schweren Vorwürfe von Schwebebalken-Star Pauline Schäfer (23) und weiteren Athletinnen lässt die langjährige Kunstturn-Trainerin des Bundesstützpunktes Chemnitz nicht auf sich sitzen und erklärt ihre Sicht der Dinge.

Es gebe in den Darstellungen der Sportlerinnen "viele Punkte", die unwahr oder haltlos seien, sagte die 60-Jährige, aktuell freigestellt von ihrer Arbeit, in einem anwaltlich abgestimmten Interview mit der Sächsischen Zeitung. Unter anderem war sie einer permanenten mentalen Erniedrigung bezichtigt worden, von "Angst" beim Betreten der Halle war die Rede. Der Deutsche Turner-Bund (DTB) reagierte und gab bei einer Anwaltskanzlei eine unabhängige Untersuchung in Auftrag.

Frehse sagte nun, sie habe die "größte Hochachtung" für die Sportlerinnen, die einen anstrengenden Alltag zu bewältigen hätten und oft schon mit zehn Jahren ihr Zuhause verlassen: "Aber dass man sich im Leistungssport eben quälen, auch mal schinden muss, ab und zu ein härteres Wort fällt, ist im Spitzensport so. Ich hatte aber zu keinem Zeitpunkt die Absicht, Turnerinnen durch meinen Ton zu verletzen."

Ausgangspunkt des Skandals war ein Bericht im Nachrichtenmagazin Der Spiegel, das Aufsehen in der Szene war groß. In der jüngeren Vergangenheit waren schon in den USA, Großbritannien, Neuseeland, den Niederlanden sowie zuletzt in der Schweiz mehrfach Trainer von zumeist ehemaligen Aktiven beschuldigt worden, sie seelischer und verbaler Gewalt ausgesetzt zu haben.

Schäfer hatte als prominenteste Sportlerin in besagtem Artikel auch berichtet, immer wieder "verletzende Sprüche wegen ihrer Figur, ihres Gewichts" von Frehse gehört zu haben, weitere Turnerinnen bekräftigten die Aussagen der Weltmeisterin von 2017. "Wir haben immer mit Ernährungsberatern zusammengearbeitet", entgegnete Frehse.

Sie müssten "darauf achten, weil es gefährlich werden kann, wenn sie am Barren zu viel Gewicht haben, das Flugelement deswegen schiefgeht und sie sich dadurch verletzen." Daher habe sie sich "immer gekümmert". Schäfers Mutter habe ihr im Juni 2018 "sogar ihr Konzept für eine getreidefreie Ernährung" vorgestellt.

Dem Vorwurf, sie habe ohne ärztliche Verordnung verschreibungspflichtige Medikamente an Athletinnen verabreicht, damit diese weiter ihren Sport ausüben können, hielt Frehse entgegen: "Ich habe nie einer Turnerin ohne Absprache mit einem Arzt und/oder den Eltern ein Medikament gegeben." Das letzte Wort in der Angelegenheit dürfte noch nicht gesprochen sein.

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