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Franzose hat Krankenhaus nach drei Tagen verlassen

Lauda-Retter über Grosjean-Crash: "Dachte, er wäre tot"

02.12.2020 08:59
Romain Grosjean überlebte den Feuer-Crash in Bahrain wie durch ein Wunder
© HOCH ZWEI via www.imago-images.de
Romain Grosjean überlebte den Feuer-Crash in Bahrain wie durch ein Wunder

Am vergangenen Wochenende wurden bei Arturo Merzario dunkle Erinnerungen an 1976 wach. Damals hatte der ehemalige Formel-1-Pilot den brennenden Niki Lauda am Nürburgring aus dessen Ferrari gezogen, nun musste er im Fernsehen mit ansehen, wie der Bolide von Romain Grosjean beim Großen Preis von Bahrain in der Leitplanke landete und in Flammen aufging. 

"Ich dachte, Grosjean wäre tot", beschrieb der 77-jährige Merzario gegenüber "Sport Bild" seinen einzigen Gedanken, als er den völlig zerstörten Haas des Franzosen auf dem Bildschirm erblickte.  

"Als ich eine Person sah, wie sie aus den Flammen kam, links mit nur einer Socke über die Leitplanke kletterte, da ist mir das Herz aufgegangen", so der Italiener weiter, den der Horror-Unfall von Grosjean noch Tage später beschäftigte.


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221 Kilometer pro Stunde schnell war der Haas-Pilot bei seinem Einschlag in die Leitplanke. Nur dank modernster Sicherheitstechnik und dem erst wenige Jahre zuvor eingeführten Halo-Bügel überlebt der 34-Jährige den Aufprall, bei dem das Monocoque, die Fahrerzelle des Boliden, die Leitplanke beinahe durchschlug. 

Ohne Halo "wäre er geköpft worden"

"Ich habe nur gedacht: Scheiße, was hat er nur für unheimliches Glück gehabt", sagte Merzario. "Die Autos sind so viel sicherer geworden. Der Halo hat sein Leben gerettet. Wäre er nicht da gewesen, wäre er geköpft worden."

Dass Grosjean - anders als Lauda 1976 - kaum Brandverletzungen davontrug, obwohl der 140 Liter fassende Tank des Formel-1-Autos zerriss und das Benzin sich unter der hohen Hitze entzündete, hatte der Franzose auch seinem feuerfesten Overall samt passender Spezial-Unterwäsche zu verdanken. 

Trotzdem sollten sich die aktuellen Piloten keinesfalls zu sicher fühlen, mahnte Merzario an. "Vielleicht ist es an der Zeit, sich in der Formel 1 über das Thema Feuer-Unfälle wieder mehr Gedanken zu machen."

Grosjean: "Ein Sieg auf meinem Weg zur Genesung"

Grosjean hat derweil nach drei Tagen das Krankenhaus in Bahrain verlassen können. Er werde aber weiter wegen der Verbrennungen an seinen Händen behandelt und daher vor Ort bleiben, teilte der Haas-Rennstall am Mittwoch mit.

Zuvor hatte der Franzose zu einem Twitter-Foto mitgeteilt, er habe einen Teil der dicken Verbände an seiner rechten Hand entfernen und seine Finger benutzen dürfen. "Ich hätte fast geweint. Ein Sieg auf meinem Weg zur Genesung", fügte der 34-Jährige hinzu.

Beim nächsten Rennen in Sakhir am Sonntag wird er pausieren und durch den Brasilianer Pietro Fittipaldi (24) ersetzt. Grosjean hofft weiter, beim Saisonfinale in Abu Dhabi eine Woche später noch einmal ins Auto zurückkehren zu können. Am Jahresende muss er das Haas-Team verlassen.

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