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Wie läuft's bei ... Kevin Volland?

Volland: Tore für Kovacs Titel - und den DFB-Traum

01.12.2020 22:52
Wie läuft's bei ... Niko Kovac und Kevin Volland?
© Norbert Scanella via www.imago-images.de
Wie läuft's bei ... Niko Kovac und Kevin Volland?

Kevin Volland trifft und trifft. Erst schießt der Ex-Nationalspieler PSG im Alleingang ab, nun knipst er bei AS Monacos viertem Sieg in Serie erneut. Das Team von Niko Kovac rückt damit ganz nah an die Tabellenspitze heran - und Volland selbst vielleicht wieder in den Fokus Jogi Löws.

Lob und Anerkennung eines Adligen erhalten auch erfolgsverwöhnte Fußball-Stars nur selten. Kevin Volland hat nun das Glück, für ein Fürstentum zu kicken - und so bekam er nach seiner Gala am vergangenen Wochenende, mit der er Spitzenreiter Paris Saint-Germain fast im Alleingang besiegte, extra Applaus von Albert von Monaco. Zwei Tore hatte Volland beim 3:2-Sieg erzielt, für den entscheidenden Siegtreffer holte er noch den Elfmeter heraus. "Es läuft im Moment schon richtig gut, das kann man nicht anders sagen", sagte der Ex-Nationalspieler im Anschluss.

Es scheint, als könne sich der ehemalige Leverkusener Stürmer an die Adel-Anerkennung gewöhnen. Denn Volland trifft weiter für die AS Monaco, wie es ihm beliebt. Dank eines deutlichen 3:0 (1:0) gegen Olympique Nîmes fuhr sein neuer Klub am Wochenende den vierten Sieg in Serie ein und setzte sich endgültig in der Spitzengruppe der Ligue 1 fest. Ganz oben thront natürlich immer noch das Milliarden-Ensemble aus Paris, aber nachdem PSG erneut stolperte (2:2 gegen Bordeaux), ist Monacos Rückstand auf mickrige zwei Punkte geschrumpft.

Fünf Tore in vier Spielen

Volland war abermals ein Aktivposten in der Offensive der Monegassen, auch wenn ihm nicht direkt alles gelang wie gegen PSG und er mehrere Möglichkeiten vergab. Anfang der zweiten Hälfte grätschte er beherzt in eine Flanke in den Fünfmeterraum, fand sich auf einmal frei vor dem Nîmes-Keeper wieder - aber setzte den Ball knapp rechts am Tor vorbei. Besser machte es der Stürmer in der 77. Minute. Zusammen mit dem eingewechselten Wissam Ben Yedder konterte Volland den hoch aufgerückten Gegner lehrbuchmäßig aus und vollendete den Pass seines Sturmpartners mit links zum Endstand.

Nach Paris hat Monaco jetzt mit 23 Toren in zwölf Partien den besten Angriff ganz Frankreichs. Vollands Anteil daran ist nicht gering, der Treffer gegen Nîmes war sein fünfter im zehnten Ligaspiel. Aber vor allem zeigt seine Formkurve in den jüngsten Spielen steil nach oben und das macht die Statistik weitaus beeindruckender: In seinen ersten sechs Partien traf Volland überhaupt nicht, in den letzten vier hat er nun seine fünf Tore erzielt und dazu noch zwei Vorlagen gegeben.

Der Stürmer scheint jetzt erst richtig angekommen im Fürstentum. Und macht damit auch seinen Trainer glücklich, den Ex-Bayern-Coach Niko Kovac. "Viereinhalb Monate nach unserer Ankunft haben wir ein echtes Gleichgewicht gefunden", sagte Kovac nach dem vierten Sieg in Folge. Mit nur zwei Punkten Rückstand auf die Spitze wird der Spielleiter nun natürlich auch auf den Ligatitel angesprochen, was ihm aber gar nicht passt: "Die Meisterschaft? Nicht nach zwölf Spielen, wir sind noch nicht so weit. Wir haben eine gute Phase, wir müssen aber unbedingt weiterarbeiten."

Ein Mittelstürmer für Löw?

Doch wenn es weiter so läuft für Monaco, muss Kovac bald seine Ziele nach oben korrigieren. Denn wenn es läuft, dann läuft es: Wo die Mannschaft in der verkürzten vergangenen Saison am bitteren Ende der VAR-Tabelle lag mit gleich zehn Eingriffen gegen sich und nur einer Entscheidung zu den eigenen Gunsten, meint es dieses Jahr auch der Videoschiedsrichter gut mit den Monegassen.

Damals hatte AS-Vizepräsident Oleg Petrov noch gewütet: "Die Entscheidungen des VAR sind immer gegen Monaco gerichtet. Ich weiß nicht, warum wir ständig bestraft werden. Ich muss mit der Liga darüber sprechen." Nun führt Kovac' Team diese Rangliste mit einem Unterschied von plus fünf ganz klar an. Beim 3:0 gegen Nîmes profitierte die Mannschaft erneut, als der VAR eingriff, um den wichtigen Olympique-Mittelfeldmann Lucas Deaux vom Feld zu stellen.

Die äußeren Umstände stimmen, die Leistung Vollands ebenso: Die neue Heimat des Ex-Nationalspielers - die weniger als 15 Millionen Euro Ablöse scheinen sich für die Monegassen mehr als zu lohnen - befindet sich im Aufwind und fordert den Riesen aus der französischen Hauptstadt heraus.

Und womöglich wird man das Ex- vor dem Nationalspieler bald wieder streichen können, wenn Joachim Löw doch noch eine ehrliche Analyse vornimmt und seinen Kurs korrigiert. Lange war der Bundestrainer kein Fan Vollands, lud ihn auch zu seinen treffsicheren Zeiten in Leverkusen nicht ins Nationalteam ein. Wenn Boateng, Hummels und Müller zurück ins DFB-Team gefordert werden, sollte Volland endlich auch zu seinem elften Länderspiel kommen - schließlich sind Mittelstürmer derzeit in Deutschland rar gesät.

David Bedürftig

© n-tv
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