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Plötzlich Aufstiegskandidat: Bochum darf sich "mal freuen"

01.12.2020 10:55
Der VfL Bochum spielt endlich mal wieder oben mit
© Maik Hölter/TEAM2sportphoto via www.imago-images.d
Der VfL Bochum spielt endlich mal wieder oben mit

Nach dem zweiten dicken Ausrufezeichen in acht Tagen wählte der plötzliche Aufstiegskandidat VfL Bochum eher leise Töne. "Die Tabelle ist eine Momentaufnahme", sagte Doppeltorschütze Robert Zulj nach dem 5:0 (1:0)-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf und dem Sprung auf Platz zwei: "Wir müssen jetzt auf dem Boden bleiben."

Zehneinhalb Jahre nach dem Abschied aus der Bundesliga klopfen die Westfalen wieder an die Tür zur Eliteklasse - gut eine Woche nach dem überzeugenden 3:1 beim Topfavoriten Hamburger SV durchaus hörbar. "Wir haben uns jetzt oben etwas festgesetzt, das war unser Ziel", sagte Mittelfeldspieler Robert Tesche: "Aber es ist noch ein ganz weiter Weg zu gehen."

Dass der VfL nach neun Spieltagen vor dem HSV und nur einen Punkt hinter dem Spitzenreiter SpVgg Greuther Fürth liegt, war nicht unbedingt zu erwarten. Vor der Coronakrise steckten die Bochumer noch in akuter Abstiegsgefahr. Erst acht Spiele in Folge ohne Niederlage nach dem Restart sorgten für Ruhe und zumindest sportliche Sicherheit in schweren Zeiten.

VfL will demütig bleiben

Thomas Reis, der als Spieler um die Jahrtausendwende noch im Fahrstuhl zwischen 1. und 2. Liga mit kurzem Zwischenhalt im UEFA-Cup gesteckt hatte, schaffte als Trainer die Trendwende und setzte in dieser Saison den Aufschwung eindrucksvoll fort. "Jetzt dürfen wir uns mal freuen", meinte der 47-Jährige nach dem vierten Sieg in den letzten fünf Spielen, "dann wollen wir aber mit Demut weiterarbeiten".

Ob der frühere Linksverteidiger über die Spielzeit hinaus an der Castroper Straße weiterarbeiten darf, ist noch nicht beschlossen. Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus, eine Verlängerung ist aufgrund der sportlichen Entwicklung aber wahrscheinlich.

"Wir haben nun über einen längeren Zeitraum insgesamt ordentlich gespielt und gepunktet", sagte Sport-Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz der "WAZ". Reis habe "viele schwierige Situationen gut gemeistert". Außerdem sei man überzeugt, dass "Stabilität durch Kontinuität auf Schlüsselpositionen entsteht".

"Wir wissen, wo wir herkommen"

Dass der VfL nicht schon Spitzenreiter ist, lag einzig an der 0:2-Heimpleite gegen das Überraschungsteam aus Fürth vor zwei Wochen. "Da haben wir noch auf die Mütze bekommen", gab Reis zu, "jetzt stehen wir gut da. Diesen Weg wollen wir weitergehen."

Gegen Bundesliga-Absteiger Düsseldorf spielte den Bochumern der frühe Platzverweis für Kristoffer Peterson nach einer Notbremse in die Karten. In Überzahl schossen Danny Blum (6., Foulelfmeter nach Videobeweis), Tesche (58.), Zulj (72./74.) und Milos Pantovic (90.+2) die Fortunen ab, die eigentlich in Tabellenregionen wie jetzt der VfL stehen wollten.

Dessen Fans träumen unerwartet von der Rückkehr in die Bundesliga. "Träume sind immer wichtig, aber wir wissen, wo wir herkommen", mahnte Offensivspieler Danny Blum: "Wir hatten eine schwierige letzte Saison." Die scheint der VfL weit hinter sich gelassen zu haben.

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