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Erniedrigungen und Zwänge: Turn-Ass erhebt schwere Vorwürfe

27.11.2020 16:14
Schäfer und weitere Turnerinnen melden sich zu Wort
© AFP/SID/LIONEL BONAVENTURE
Schäfer und weitere Turnerinnen melden sich zu Wort

Training über die Schmerzgrenze hinaus, mentale Erniedrigungen, Diätzwang: Schwebebalken-Star Pauline Schäfer (23) und sechs weitere Turnerinnen erheben im Wochenmagazin Der Spiegel schwere Vorwürfe gegen eine Trainerin am Bundesstützpunkt in Chemnitz. 

Demnach seien Schäfer und Co. im Rahmen des Trainings psychischer Gewalt ausgesetzt worden, es sollen unangemessene Methoden eingesetzt und Medikamente ohne ärztliche Anordnung verabreicht worden seien. Als Turnerin könne man einiges ab, sagte Schäfer, Weltmeisterin von 2017, dem "Spiegel": "Aber täglich erniedrigt zu werden – das hinterlässt irgendwann Spuren." 

Der Deutsche Turner-Bund (DTB) "verurteilt jede Form von Gewalt und distanziert sich von etwaigen, in der heutigen Ausgabe des SPIEGEL beschriebenen Trainingsmethoden", hieß es in einer Stellungnahme am Freitag.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, "würde dies in keiner Weise den Werten des DTB und den Rahmenbedingungen für ein verantwortungsvolles Training entsprechen".

Anwalt reagiert: "Haltlose Vorwürfe"

Man nehme die "erhobenen Vorwürfe äußerst ernst und wird die in Rede stehenden Sachverhalte unverzüglich unabhängig aufklären lassen, um sodann über mögliche Konsequenzen entscheiden zu können".

Der Anwalt der Trainerin sprach gegenüber dem Spiegel von einer "Vielzahl von Unwahrheiten und haltlosen Vorwürfen". 

Schäfer berichtete, sie sei über Jahre schikaniert worden. Das Training habe die Grenzen ihrer körperlichen und seelischen Belastbarkeit überschritten. "Meist haben wir uns gar nicht getraut zu sagen, wenn uns was wehtat, weil es dann hieß: Reiß dich zusammen, andere halten das auch durch", sagte Schäfer, die für Deutschland 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio geturnt hatte.

Immer wieder habe sie sich auch verletzende Sprüche wegen ihrer Figur, ihres Gewichts anhören müssen. "Solche Bemerkungen sind ihr nicht rausgerutscht, damit wollte sie mich bewusst kleinhalten", sagte Schäfer.

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