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Auch Bierhoff soll seinen Posten räumen

Freund: Löw-Aus wäre "die bessere Lösung"

24.11.2020 13:42

Mit dem BVB gewann er zwei Meisterschaften und die Champions League, mit dem DFB-Team kürte sich Steffen Freund 1996 zum Europameister. Inzwischen arbeitet der 50-Jährige als TV-Experte. Nun bezog er klar Stellung zur aktuellen Lage der deutschen Nationalmannschaft, die zuletzt von Spanien mit 0:6 gedemütigt wurde.

Zwar sei die historische Pleite gegen die Iberer nicht allein die Schuld von Bundestrainer Joachim Löw, dieser stehe dennoch vordergründig in der Verantwortung, führte Freund im Fußball-Talk "100 % Bundesliga - Fußball bei NITRO" aus. "Die Trainer auf höchstem Niveau sehen heute, dass taktisch etwas nicht läuft und stellen um. Dreier-, Vierer-, Fünferkette - da muss man flexibel sein", sagte Freund: "Das können die deutschen Nationalspieler, aber unter Löw rufen sie es nicht mehr konstant ab." 

Das Problem sei zudem, dass Löw das Leistungsprinzip abgeschafft habe, woraus resultiere, dass es keine Führungsspieler im DFB-Team mehr gebe. "Wenn ich das als Trainer möchte, lade ich die Weltmeister natürlich irgendwann nicht mehr ein", so Freund weiter. Toni Kroos und Manuel Neuer sowie Julian Draxler seien zwar noch dabei, den Rest habe Löw aber "aussortiert".

Wenn Löw geht, muss Bierhoff folgen

Die geschassten Thomas Müller, Jérôme Boateng und Mats Hummels würden dem DFB-Team zwar fehlen, aber das Trio jetzt zurückholen, sei für Löw "gar nicht möglich", so Freund. 

"Dann ist er ja doppelt gescheitert. Erstens die Spieler zu früh auszusortieren und jetzt wieder zurückzuholen", stellte der Ex-Profi klar. "Dann ist die bessere Lösung, ihn zu entlassen. Ich glaube, da sind wir uns alle einig."

Eine Entscheidung über die Zukunft des Bundestrainers könnte am 4. Dezember fallen. Dann will die DFB-Spitze tagen.

Sollte es dazu kommen, dass Löw seinen Hut nehmen muss, steht für Freund allerdings außer Frage, dass auch DFB-Sportdirektor Oliver Bierhoff seinen Posten räumen muss. Die Gesamtsituation hätten "die Beiden zu verantworten", so der frühere BVB-Akteur.

Eine Lösung für die Nachfolge hätte Freund auch parat: Stefan Kuntz. Der Ex-Stürmer, der gemeinsam mit Freund den EM-Titel 1996 errang, empfehle sich aufgrund seiner Tätigkeit als Coach der deutschen U21.

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