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"Man kämpft immer nur gegen den Parcours und sich selbst"

Ninja Warrior: 5 Fragen an Christian Harmat

20.11.2020 16:19
Christian Harmat will bei Ninja Warrior Germany erneut ins Finale
© TVNOW / Markus Hertrich
Christian Harmat will bei Ninja Warrior Germany erneut ins Finale

Von den Stars der Szene bis zu den Neulingen im Parcours - sport.de blickt auf die Ninja-Warrior-Kandidaten der 5. Staffel und stellt einigen von ihnen fünf entscheidende Fragen. Heute im Ninja-Check: Christian Harmat.

Der Parkour-Profi aus Basel ist mittlerweile auch im Ninja-Sport heimisch. Sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz stand der 28-Jährige bereits im Ninja-Warrior-Finale, holte bisher allerdings - anders als im Parkour-Sport - noch keinen den Titel. Im zweiten Halbfinale ist Christian Harmat heute Abend im Kampf um die letzten Finaltickets zu sehen und dabei einer der heißen Anwärter aufs Weiterkommen.

Vorab erklärt er im sport.de-Kurzinterview, mit welchen Videogames der Parkour- und der Ninja-Sport jeweils zu vergleichen sind, welches Hindernis er am meisten fürchtet und wie er sein Hobby zum Beruf gemacht hat.

Chris, du bist einer der erfahrensten Ninjas, musstest aber in der Vorrunde ums Weiterkommen zittern. Was geht einem da vor dem Start durch den Kopf, schüttelt man das vor dem Halbfinal-Parcours leicht ab?

Natürlich war ich erstmal schockiert, wollte dann aber nach dem erfreulichen Weiterkommen meine Zweifel und negativen Gefühle sofort beiseite schieben und mit einer positiven Einstellung vorausschauen. Ich habe mich entsprechend etwas abgelenkt, um auf andere Gedanken zu kommen und tief Luft zu holen. Vor dem Start der zweiten Runde ging es dann vor allem darum, sich zu fokussieren auf das, was kommt, und nicht auf das, was gewesen ist. Das ist mir, denke ich, sehr gut gelungen.

Mit welchem Ziel bist du in diese Staffel gestartet?

Ich war dieses Jahr viel mit dem Bau unserer eigenen Halle beschäftigt, der größten Trainingshalle für Ninja und Parkour, und hatte daher weniger Zeit für das Training. Daher wusste ich, dass es kein Leichtes werden würde, zumal die Aufstellung der Ninjas dieses Jahr extrem stark ist. Gleichzeit war mir aber klar, dass man immer nur gegen den Parcours und sich selbst kämpft.

Mein Ziel war es daher erstmal, den Parcours zu bestehen und es bis zum Power Tower und über die Mega-Wand zu schaffen. Leider ist mir das im ersten Anlauf nicht gelungen, aber glücklicherweise gibt es ja die zweite Chance.

Du bist als Parkour-Profi international sehr erfolgreich und arbeitest auch als Stuntman. Wann und wie ist bei dir das Hobby zum Beruf geworden, was wäre dein Plan B gewesen?

Nachdem ich 2009 Parkour-Weltmeister wurde, ging es für mich zunächst steil bergauf. Ich erhielt Einladungen zu Shows und Fernsehauftritten in Barcelona und Qatar, wurde ein etabliertes Gesicht in den weltbekannten Redbull Art of Motions, bekam Werbeaufträge und der mitgegründente Parkourverein in Basel, die "World's Parkour Family", begann zu fruchten, was will man mehr?

Doch es gab auch Rückschläge! Aufgrund einer Verletzungspause sah ich mich zwischendurch gezwungen, mich auch um einen Plan B zu kümmern und habe eine Ausbildung als Fitnesstrainer abgeschlossen, mit dem Ninja-Sport begonnen und ich hatte schon immer den Bau einer eigenen Halle im Hinterkopf. Heute bin ich wieder an einem Punkt, an dem ich das Beste der verschiedenen Welten vereinen kann. Ich bin letztes Jahr Gesamtweltcupsieger im Parkour in der Kategorie Speed geworden, erhalte Aufträge für Stunts und Werbung und Anfang nächsten Jahres eröffnet unsere Halle.

Was sind die größten Unterschiede zum Ninja-Sport?

Für die etwas Jüngeren unter euch ist Parkour mehr wie "Super Mario". Man läuft und überspringt in der Regel bodennahe Hindernisse. Hier geht es hauptsächlich um Beinarbeit, Schnelligkeit, Präzision und die Geschmeidigkeit der Abläufe, um den Flow.

Ninja Warrior ist eher wie "Assassin's Creed". Man hangelt sich an Hindernissen entlang, muss von Stange zu Stange schwingen und berührt den Boden nur selten. Hierfür braucht es Kraft im Oberkörper und Ausdauer, die Eleganz der Bewegung steht weniger im Vordergrund.

Hast du trotz Parkour- und Ninja-Erfahrung ein Angst-Hindernis?  

Ich habe im Parkour noch einen Sprung vor mir, den ich seit Jahren einmal umsetzen möchte. Nur ist der in extremer Höhe und bräuchte entweder eine Sicherung oder ich muss mich psychisch sehr gut darauf vorbereiten. Den will ich mir mal noch vorknöpfen. Wenn es soweit ist, erfahrt ihr sicher davon.

Bei Ninja Warrior ist es die Himmelsleiter. Wie man dieses Jahr wieder sehen konnte, können alle daran scheitern, egal wie erfahren man ist und wie oft man sie geübt hat. Streichen würde ich das Hindernis deswegen aber nicht, es ist ikonisch und gehört einfach zum Sport. Das macht Ninja ja erst zu Ninja!

Die Fragen stellte Maike Falkenberg

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