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Dominator Friedrich will im "Bob-Hotspot" glänzen

20.11.2020 10:29
Francesco Friedrich ist die deutsche Nummer eins in der Rinne
© via www.imago-images.de
Francesco Friedrich ist die deutsche Nummer eins in der Rinne

An die neue Wirklichkeit in der Eisrinne musste sich auch Francesco Friedrich erst einmal gewöhnen. "Man belächelt es zunächst ein bisschen. Helm runter, Maske auf. Aber es ist wirklich wichtig", betonte der Rekordweltmeister vor dem Start in den Bob-Weltcup. Ab Samstag nimmt der Dominator inmitten des Risikogebiets Lettland die nächsten Bestmarken ins Visier.

Doch auch "Friedrich der Große" begegnet der Corona-Pandemie mit viel Respekt. "Man ist immer ein bisschen aufgeregt kurz bevor das Testergebnis kommt. Niemand ist vor dieser Krankheit gefeit", weiß der Sachse. Bisher kam das deutsche Team ohne Infektion durch die Vorbereitung, zahlreiche Testungen und Maskenpflicht abseits des Schlittens sollen für einen möglichst sicheren Winter sorgen. "Wir müssen da alle durch", sagte Friedrich.

Sportlich ist der 30-Jährige wieder der Favorit. Bei der Heim-WM in Altenberg war Friedrich Anfang März durch seinen elften WM-Titel mit dem legendären Italiener Eugenio Monti gleichgezogen. Ein Jahr später könnte er zum alleinigen Rekordhalter aufsteigen - und das erneut auf seiner Hausbahn in Sachsen. Corona sei "Dank".

"Wir geben Gas, dass wir weiterhin die Gejagten bleiben"

Der Weltverband IBSF hatte die ursprünglich an Lake Placid in den USA vergebene WM aufgrund der Pandemie abgesagt, wie auch beim Rodeln sprang Deutschland als Ausrichter ein. Das Ziel ist klar. "Wir geben Gas, dass wir weiterhin die Gejagten bleiben", betonte der seit vier Großereignissen ungeschlagene Friedrich selbstbewusst. Bei den Titelkämpfen Anfang Februar könnte er zudem Andre Lange überflügeln und als Erster viermal in Folge Gold im Vierer gewinnen.

Der beste deutsche Pilot weiß um die Bedeutung dieser Saison, nicht nur als sportliches Signal in schwierigen Zeiten. Der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) ist auf die Weltcups angewiesen. Bleiben die Rennen und die für die Sponsoreneinnahmen wichtige TV-Präsenz aus, bekräftigte BSD-Vorstand Alexander Resch, "dann sind wir nicht mehr zahlungsfähig".

Bis Ende des Jahres sind ausschließlich Rennen im Zweier vorgesehen, was Friedrich "schade" findet. Die Königsdisziplin, der Vierer, steht in der vorolympischen Saison erst im neuen Jahr im Kalender. Die Kanadier um Olympiasieger Justin Kripps fehlen bei den ersten vier Weltcups zudem komplett.

Europa als "Bob-Hotspot"

Überhaupt wird es kein Übersee-Winter: Sieben der acht Weltcups finden unter anderem coronabedingt in Europa statt, darunter Winterberg und Königssee. Nur für das Weltcup-Finale wird weit gereist, am 13. und 14. März soll erstmals auf der Olympiabahn von Peking 2022 gefahren werden.

Neben Friedrich war der Stuttgarter Doppel-Vizeweltmeister Johannes Lochner im Team von Bundestrainer Rene Spies gesetzt, außerdem schaffte es der deutsche Meister Christoph Hafer zunächst für die ersten beiden Wochenenden in Sigulda und den anschließenden Doppel-Weltcup in Innsbruck ins Team.

Das Frauen-Aufgebot wird von Olympiasiegerin Mariama Jamanka und Vizeweltmeisterin Kim Kalicki angeführt, ergänzt wird es bei den ersten Veranstaltungen durch Laura Nolte.

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