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"Es gibt eine Reihe verschiedener Alternativen"

F1-Managerin über mögliche Verkürzung der Renn-Wochenenden

19.11.2020 14:15
Zweitägige Rennwochenende wie in Imola könnten künftig häufiger vorkommen
© unknown
Zweitägige Rennwochenende wie in Imola könnten künftig häufiger vorkommen

Das Zweitages-Format für Rennwochenenden, das die Formel 1 diese Saison in Imola durchlief, stieß bei Fahrern, Teams und Beobachtern auf geteiltes Echo. Während sich kleinere Mannschaften durch die verkürzte Trainingszeit benachteiligt sahen, monierten Experten wie Alexander Wurz: "Da geht's ums liebe Geld!"

Im Interview mit "RaceFans.net" versucht Chloe Targett-Adams, Direktorin der Rennpromotion, jedoch die Vorteile von zweitägigen Formel-1-Wochenenden aufzuzeigen.

"Wenn wir von einem zweitägigen Format sprechen, dann ist das ein zweitägiges Formel-1-Rennformat. Aber unsere Veranstaltungen laufen eindeutig als dreitägige, viertägige Erlebnisveranstaltungen, je nachdem wo wir uns befinden", erklärt Targett-Adams mit Blick auf die Aktivitäten im Rahmenprogramm.

Vergleich mit dem weltberühmten Glastonbury-Festival

 

"Es geht also nur darum, wie wir für das Produkt werben, wie wir genügend Inhalte und Spannung für die Fans schaffen, damit sie an einem Freitag kommen können. Wenn man zum Beispiel nach Glastonbury fährt, erwartet man nicht, dass man jeden Tag die Headliner sieht, die Leute gehen eine ganze Woche lang hin."

Damit spricht Targett-Adams das berühmte Glastonbury-Festival im Südwesten Englands an, das sich seit 1970 zu einem der größten Open-Air-Festivals weltweit entwickelt hat und sich längst nicht mehr nur auf Musikacts beschränkt.

Die Business-Managerin glaubt, dass man im Rahmen von Wochenenden, an denen die Formel 1 nur an zwei Tagen stattfindet, einen ähnlichen Mehrwert schaffen könnte: "Es geht darum, was wir den Fans als Teil dieser Erfahrung bieten."

Superstars der Formel-1-Show brauchen Vorprogramm

"Es geht darum, dass die Superstars unserer Show, das heißt die Formel-1-Elemente, die Rennen, präsent sind, aber dass es auch genügend Vorprogramm gibt, um den Fans an den drei Tagen ein sehr aufregendes und lohnendes Angebot zu machen", so Targett-Adams. Anhängig sei das dann freilich vom jeweiligen Veranstaltungsort.

"Es geht darum, wie man das Formel-1-Rennwochenende und die Formel-1-Erfahrung in diesem Markt weiterentwickelt und erneuert und was kulturell normal und lokal ist. Wenn wir uns unsere Rennen im Nahen Osten ansehen, dann ist der Sonntag zwar ein Arbeitstag, aber dennoch ist er der wichtigste Teil des Formel-1-Wochenendes."

In der Region fällt das arbeitsfreie Wochenende auf Freitag/Samstag. "Um es dort zu einem Gesamterlebnis zu machen, warum sollten wir mit unserem Promoter nicht auch den Donnerstag, Freitag und Samstag nutzen wollen", fragt Targett-Adams.

Rennfreie Tage auch für Gemeinschaftsprojekte nutzen

Tage ohne Streckenaction könnten beispielsweise Gelegenheit für soziale Projekte bieten: "In Melbourne wird am Donnerstag mit großem Erfolg ein Gemeinschaftstag durchgeführt, an dem Universitäten und Schulkinder als Teil einer Lerngruppe zusammenkommen, um die Gemeinschaft und den sozialen Nutzen zu stärken."

"Ich denke also, es gibt eine Reihe verschiedener Alternativen, das zu betrachten", sagt Targett-Adams abschließend. "Wir wollen nicht, dass die Uniformität auf Kosten dessen geht, was lokale Promoter zusammen mit uns in Bezug auf die Innovation des Produkts und seine Relevanz für den jeweiligen Standort oder Markt tun können."

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