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Ninja Warrior: Rainer und Dennis Leiber im Interview

Leiber exklusiv: "Das ist wie das Blut zum Leben"

09.11.2020 10:57
Rainer und Dennis Leiber gehen bei Ninja Warrior Germany als Familie an den Start
© TVNOW / Markus Hertrich
Rainer und Dennis Leiber gehen bei Ninja Warrior Germany als Familie an den Start

In der Ninja-Szene sind sie als "Crazy Family" bekannt und beliebt. Rainer, Dennis, Robin und Annette Leiber haben schon bei Team-Ninja-Warrior mitgemacht und mit ihren zahlreichen Fans für ordentlich Stimmung im Studio gesorgt.

Rainer und Dennis, Finalist aus dem Jahr 2018, gehen als Vater-Sohn-Gespann auch in diesem Jahr wieder einzeln an den Start. Freitag sind sie bei ihren Vorrundenläufen (ab 20:15 Uhr bei RTL und im sport.de-Liveticker) zu sehen. Im exklusiven Gespräch berichten sie auf sport.de über ihre sportliche Familiengeschichte, warum ihnen Ninja Warrior Germany nie so ganz aus dem Kopf geht und wie sie zur Staffel ohne Fans stehen.

Rainer und Dennis, fangen wir mal chronologisch an: Wie ist eure Familie so sportlich-verrückt geworden?

Rainer Leiber: Das Sportlich-Verrückte haben die Jungs mit ins Blut bekommen. Schon bevor meine Frau und ich zusammengekommen sind, haben wir immer Sport getrieben. Unser Leben war der Sport. Wir haben 25 Jahre lang auf hohem Niveau Rock 'n' Roll getanzt. Von daher war es klar, dass wir die Jungs mit ins Boot holen. Wir sind sehr froh, dass die das so angenommen haben und weiterleben.

Dennis, für welche Sportart wollte dich denn dein Papa zuerst begeistern?

Dennis Leiber: Fußball. Ich war erst Stürmer, wollte aber immer lieber ins Tor, weil ich das Hechten und Abrollen so cool fand. Das hat auch dazu geführt, dass ich nach drei, vier Jahren parallel mit dem Turnen angefangen habe. Als dann die Noten in der Schule nicht mehr gut waren, hat mein Papa gesagt, ich soll mich für eine Sportart entscheiden. Ich bin gottfroh, dass ich mich damals für Turnen entschieden habe.

Wie viel Zeit nimmt Sport heute in eurem Alltag ein?

Rainer: Ich muss jeden Tag Sport machen. Wenn ich nicht dazu komme, kann man mit mir nichts anfangen. Dann bin ich unerträglich. Ich komme also jeden Tag etwa auf eine Stunde Sport.

Dennis: Ich weiß nicht, was ich mit dem Tag anfangen soll, wenn ich keinen Sport machen kann. Deshalb studiere ich auch Sport. Ich möchte Kindern und Jugendlichen mit auf den Weg geben, was Sport alles bewirken kann. Meine Bachelorarbeit schreibe ich wahrscheinlich auch über Ninja Warrior. Es soll darum gehen, wie man den Sport in die Schule bringen kann.

Wie kam dann die Idee zustande, bei Ninja Warrior Germany mitzumachen?

Dennis: Ich habe damals die erste Staffel im Fernsehen gesehen. Danach wollte ich mich bewerben und mein Papa meinte: "Das was du kannst, kann ich schon lange." Also haben wir uns zusammen angemeldet.

Ihr seid mittlerweile schon erfahrene Ninjas. Wie hat sich eure Herangehensweise mit der Zeit geändert?

Rainer: Das ist so wie Kinder kriegen: Man wächst in die Aufgaben rein. Wir durften schon bei Team-Ninja-Warrior dabei sein und waren insgesamt sechs Mal am Start. Eine gewisse Routine ist da, aber das Adrenalin ist immer ganz oben. Das muss es aber auch sein. Gut ist, dass wir schon an das ganze Drumherum mit den Interviews gewöhnt sind.

Dennis: Der Adrenalinpegel auf der Startplattform ist wirklich mit nichts anderem im Leben zu vergleichen. Erfahrene Ninjas wissen aber: Deutschland übernimmt oft Hindernisse der amerikanischen Produktion aus den Jahren zuvor. Die kann man sich gut zuhause nachbauen, um sich darauf vorzubereiten.

Was habt ihr euch dieses Jahr für Ziele gesetzt?

Dennis: Vorletztes Jahr war ich im Finale, letztes Jahr bin ich am zweiten Hindernis abgeschmiert. Ich will allen, aber vor allem mir selbst, beweisen, dass ich es draufhabe. Das Ziel ist es erstmal, den Vorrunden-Parcours zu buzzern und ins Halbfinale zu kommen. Je vertrauter man mit dem Parcours ist, desto mehr kann man rausholen.

Rainer: Ich habe natürlich andere Ziele als Dennis. Mein Ziel ist es, durch die Vorrunde zu kommen und endlich mal zu buzzern. Alles andere ist ein Bonus.

Als Vater und Sohn seid ihr einige Jahre auseinander. Wo merkt ihr im Parcours oder im gemeinsamen Training körperliche Unterschiede?

Dennis: Wenn ich ehrlich bin, merke ich vor allem im Training den Altersunterschied überhaupt nicht. Mein Papa hält sich sehr fit und ist verrückt, was das Training angeht. Das Problem ist bei ihm eher der Kopf. Ihm passieren mehr Leichtsinnsfehler als mir. Ich gehe vor dem Parcours die einzelnen Griffe im Kopf durch. Mein Papa stürmt eher drauf los und gibt dann Gas.

Rainer: Die große Stärke von Dennis ist, dass er unglaublich fokussiert ist. Ich habe 35 Jahre wirklich hart an mir gearbeitet und fühle mich einfach gut. Nachdem meine Frau und ich mit Rock 'n' Roll aufgehört haben, brauchte ich neue sportliche Ziele. Da hat Ninja Warrior perfekt reingepasst. Aber ganz mit den Jungen mithalten kann ich natürlich nicht.

Wie sieht euer Trainingsplan aus, wenn die Show vor der Tür steht?

Dennis: Wenn noch ein halbes Jahr bis zur Show ist, trainieren wir oft einzelne Hindernisse. Die wiederholen wir so oft, bis wir richtig gut sind und machen die immer schwieriger. Ein paar Wochen vor der Show stellen wir uns dann ganze Parcours zusammen. Das geht schon mehr auf die Pumpe.

Habt ihr ein Lieblingshindernis?

Rainer: Wir haben viel selbst gebaut. Bei unseren "Pirates" hangelt man an Ösen entlang. Wir sind stark bei den Hindernissen, wo gehangelt und zwischendurch blockiert werden muss.


Video: Rainer feuert Dennis im Parcours an


Dennis: Es gibt Hindernisse, die macht man hundert Mal und in der Show geht es trotzdem schief. Meine Lieblingshindernisse sind Schwung- und Sprungelemente.

Analysiert ihr eure Runs, wenn die Show ausgestrahlt wird?

Dennis: Die Analyse fängt bei mir direkt nach dem Lauf an. Vor meinem geistigen Auge kann ich genau rekapitulieren, was ich gemacht habe. Im Fernsehen sehen wir es uns auch an, sogar mehrmals. Und wenn wir mal einen schlechten Tag haben, dann gucken wir es uns im Nachhinein nochmal an, das gibt einen richtigen Motivations-Push.

Rainer: Mir geht es persönlich auch nie aus dem Kopf. Das beschäftigt mich, bis ich wieder an den Start darf.

Werdet ihr bei der Arbeit oder beim Studium oft auf Ninja Warrior angesprochen? Werdet ihr als Ninja-Persönlichkeit erkannt?

Dennis: Vor allem, wenn man in der Öffentlichkeit trainiert. Wir gehen ab und zu in Heidenheim in einen Calisthenics-Park. Wenn man da Übungen macht, erkennen einen die Leute schon manchmal. Wir bekommen durchweg positive Rückmeldung.

Rainer: Wenn wir als Familie unterwegs sind, werden wir auch häufiger erkannt, da kennt man uns als "Crazy Family" von Team-Ninja-Warrior.

In den letzten Jahren hattet ihr oft viele Fans am Start. Das geht dieses Jahr leider nicht. Wie wichtig ist euch diese Unterstützung?

Rainer: Für manche ist es gut, wenn es ruhiger im Parcours ist, aber wir brauchen den Support unbedingt. Das ist wie das Blut zum Leben.

Dennis: Wir hatten eigentlich ein Public Viewing geplant, gerade weil ja im Studio keine Fans dabei sein dürfen. Aber aufgrund der aktuellen Situation haben wir die Idee eigentlich wieder verworfen. Vielleicht machen wir das mal, wenn sich die Lage wieder beruhigt hat.

Rainer: Dann gibt es bestimmt noch eine Ninja-Party.

Plant ihr auch in den nächsten Jahren noch bei Ninja Warrior mitzumachen? Was macht für euch den Reiz aus?

Rainer: Solange ich noch teilnehmen kann, werde ich auch mitmachen. Es ist wie eine Sucht, Sportler können das vielleicht nachvollziehen. Die Show verändert sich ja auch, die Obstacles werden jedes Jahr schwerer und das Niveau der Teilnehmer steigt. Aber man wird ja auch selbst von Jahr zu Jahr besser und fitter.

Dennis: Und vor allem in diesem Jahr sind alle aus der Community super froh, dass wir trotz Corona an den Start gehen können.

Habt ihr abseits von Ninja Warrior noch andere sportliche Ziele?

Dennis: Eigentlich nicht. Es ist wichtig, sich auf ein Ziel zu konzentrieren und darauf hinzuarbeiten.

Rainer: Das gibt ja auch die Zeit gar nicht her. Neben Arbeit und Privatleben muss man ja auch noch ein bisschen schlafen.

Das Gespräch führte Lionard Tampier

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