Anzeige
powered by RTL

Wilder fordert Revanche von Fury: "Sei ein Mann!"

Irre Theorie: Wilder wirft Fury Betrug vor

03.11.2020 23:08
Deontay Wilder (l.) attackiert Tyson Fury
© Larry Burton via www.imago-images.de
Deontay Wilder (l.) attackiert Tyson Fury

Ob Deontay Wilder von Tyson Fury zu viel auf die Murmel bekommen hat oder einfach nur einer der schlechtesten Verlierer der Boxgeschichte ist? Der "Bronze Bomber", der nach seiner Pleite gegen Fury im Februar lange von der Bildfläche verschwunden war, hat sich mit einem Social-Media-Video zurückgemeldet. In dem wirren Clip fordert Wilder eine Revanche – und erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen Peiniger.

"Tyson Fury, es ist an der Zeit, dass du ein Mann bist und dich an unsere Abmachung hältst. Was soll dieser Bullshit, dass du gegen Carlos Takam kämpfst, statt gegen mich. Du musst Witze machen", posaunt Wilder in dem knapp zweiminütigen Video.

Hintergrund: Fury hatte Wilder am 22. Februar in Las Vegas sieben Runden lang vermöbelt, ehe Mark Breland, Co-Trainer des Amerikaners, das Handtuch warf. Wilder zog danach eine vertraglich vereinbarte Rematch-Klausel, die Fury zu einem dritten Duell mit Wilder verpflichtet.

Der "Gypsy King" kündigte jüngst aber an, am 5. Dezember in London gegen einen anderen Gegner zu kämpfen. Im Gespräch ist neben dem früheren WM-Herausforderer Takam auch Ex-Europameister Agit Kabayel aus Bochum.

"In unserem Vertrag war eine Rückkampf-Klausel. Jetzt ist es für dich an der Zeit, ein Mann zu sein und dein Wort zu ehren, statt dich aus unserer Abmachung zu stehlen. Verängstigte Leute rennen davon, aber ein ängstlicher Mann bricht seinen Vertrag, du Feigling-Arsch-Schlampe", ätzt Wilder.

Fury soll mit den Handschuhen geschummelt haben

Doch damit nicht genug. Nachdem er unmittelbar nach seiner Las-Vegas-Abreibung sein 40 Pfund schweres Einmarschkostüm für seine Niederlage verantwortlich gemacht hatte, warf Wilder seinem Rivalen auch noch vor, betrogen zu haben.

"Im ersten Kampf (Ende 2018, die Red.) habe ich gesehen, wie Ricky Hatton (in Furys Ecke, d. Red.) deinen Handschuh runtergezogen hat, um deine Faust in eine unzulässige Position zu bringen. Das habt ihr beim zweiten Mal wieder versucht. Nur dieses Mal hast du mir Fleisch aus den Ohren gekratzt, weswegen meine Ohren bluteten."

Betrugs-Vorwürfe gegen Fury machten nach den Kämpfen gegen Wilder schon im Netz die Runde. Aufnahmen aus dem ersten Kampf zeigen, dass Furys linker Handschuh teils lose durch die Luft wabbelte, woraus manche schlossen, die Faust des Engländers sei nicht richtig im Handschuh gewesen.

Fachleute wie "ESPN"-Experte und Trainer-Legende Teddy Atlas wiesen dies als Unsinn zurück.

Wilder: Eigenartiges in Furys Handschuh

"Ich glaube sehr stark, dass du irgendwas Hartes in deinem Handschuh hattest. Etwas von der Größe und Form eines Eis. Es war der Grund, warum die Seite meines Gesichts aufquoll und dass ich eine Delle im Gesicht hatte. Und trotzdem konntest du den König nicht unten halten. Am Ende brauchte es einen gefälligen Ringrichter und einen unloyalen Trainer, der das Handtuch warf, um mich zu stoppen."

Seinen "unloyalen" Trainer Breland – einer der besten Amateurboxer der US-Geschichte und Ex-Weltmeister – hatte Wilder unlängst erst aus seinem Team geworfen. Und das, obwohl der erfahrene Coach nach Meinung vieler Experten Wilder in Las Vegas vor bleibenden Schäden bewahrt und dessen Karriere gerettet hatte.

Was hat Wilder "geraucht"?

Von Fury kam bisher noch keine Antwort auf das wilde Geplärre. Dafür meldete sich Landsmann Tony Bellew – Ex-Champion im Cruisergewicht – zu Wort.

"Irre, wirklich irre. Egal, was er geraucht hat, es muss aufhören. Es ist absolut verrückt", sagte Bellew bei "TalkSport" und nahm Wilders Handschuh-Vorwürfe auseinander.

"Sobald man sich für einen Kampf bereit macht, bekommt man seine Ausrüstung an und bekommt die Hände bandagiert. Sobald man die Hände bandagiert bekommt, ist jemand aus der gegnerischen Ecke dabei. Er sieht alles, was vor sich geht. Außerdem ist ein Offizieller die ganze Zeit dabei. Dann werden die Handschuhe angezogen. Wenn die angezogen sind, können sie nicht mehr von den Händen runter, ohne dass ein Offizieller oder jemand vom gegnerischen Team dabei ist. Was er sagt, ist unmöglich."

Martin Armbruster

© RTL
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige