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TV-Experte spricht über den BVB-Kapitän und Trainer Favre

Hamann verteidigt sich: "Habe Reus nicht kritisiert"

30.10.2020 08:10
Wie geht es für Marco Reus beim BVB weiter?
© Neundorf/Kirchner-Media via www.imago-images.de
Wie geht es für Marco Reus beim BVB weiter?

Dietmar Hamann hat sich dagegen gewehrt, dass seine Worte über Marco Reus als Kritik am BVB-Kapitän aufgefasst wurden. Der frühere Nationalspieler und heutige TV-Experte hatte nach dem Revierderby erklärt, dass er den 31-Jährigen, der gegen Schalke eingewechselt wurde, in Zukunft vor allem als Ersatzspieler sieht. 

"Ich möchte hier auch noch einmal klarstellen, dass ich Marco Reus nicht kritisiert habe", schrieb Hamann in seiner "Sky"-Kolumne und fügte an: "Ich habe ihm weder seine spielerischen, noch seine Führungsqualitäten abgesprochen." Fakt sei jedoch, dass Reus nach der Rückkehr von seiner Verletzung im Moment sehr mit sich selbst beschäftigt ist.

"Das Kapitänsamt ist für ihn momentan mehr Bürde als Inspiration", betonte Hamann. Als Kapitän habe er die Aufgabe, seine Nebenleute anzuspornen und zu inspirieren. Dieser Aufgabe könne er im Moment schlichtweg nicht gerecht werden, so der 47-Jährige.

"Das ist kein Vorwurf oder Kritik. Im Gegenteil: Ich habe selbst das größte Interesse, dass ein Marco Reus gut spielt. Wenn er gut spielt, dann spielt auch Dortmund gut, und er würde auch der Nationalmannschaft helfen, wenn sie zur Europameisterschaft fährt", so Hamann.


Mehr dazu: Hamann zählt Reus an: BVB ohne ihn stärker


Immerhin: Unter der Woche durfte Reus beim zähen 2:0-Erfolg gegen Zenit St. Petersburg von Beginn an ran. Überzeugen konnte der Spielführer allerdings nicht (sport.de-Note 4)

"Für Marco Reus war es gestern schwer. Ich würde ihn aus der Kritik rausnehmen und ihn in Schutz nehmen", schlug Hamann versöhnliche Töne an. "Wenn die ganze Mannschaft so einen blutleeren Auftritt hinlegt, ist es für einen Einzelnen schwer, ein Spiel zu entscheiden."

Hamann: Favre-Verbleib beim BVB unsicher

In der Champions League seien die Borussen gegen Lazio Rom und zuletzt gegen Zenit St. Petersburg - genau wie in der Bundesliga gegen den FC Augsburg - "pomadig" aufgetreten. Dass die Intensität im Spiel fehlte, konnte sich der TV-Experte nicht erklären. 

"Wenn ich weiß, dass ich das Spiel gewinnen muss, dann muss ich von Beginn an brennen, muss versuchen, ein Zeichen zu setzen, die Zweikämpfe zu gewinnen und dem Gegner den Schneid abkaufen. Aber sie haben die Russen lediglich begleitet", analysierte der 47-Jährige. 

Mit Blick auf den Job von Lucien Favre, dessen Vertrag im Sommer 2021 ausläuft und bislang nicht verlängert wurde, wolle er nicht spekulierten, betonte Hamann, tat dies aber am Ende doch: "Klar ist aus meiner Sicht: Umso öfter solche Auftritte wie in Rom oder gegen Zenit sind, umso unwahrscheinlicher wird ein Verbleib von Favre."

Sollte es zur Trennung kommen, wird es laut Hamann wohl auf einen der kolportierten Namen herauslaufen: Marco Rose (derzeit Borussia Mönchengladbach) oder Jesse Marsch (derzeit Red Bull Salzburg).

"Aber dafür müssten diese Trainer und ihre Vereine mitspielen. Ein Wechsel könnte eine kostspielige Sache werden", schrieb Hamann. 

Favre verändern zu wollen, sei hingegen nicht möglich. "Er ist ein Stratege und kein Brandredner. Er ist kein Trainer, der die Leute mitzieht", so der ehemalige DFB-Kicker und fügte mit Blick auf die Leistungen des BVB an: "Nur ist jetzt ein Punkt erreicht, an dem ich mir die Frage stelle, ob und wann es besser wird."

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