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Jetzt live auf RTL und TVNOW

Ninja-Brüder Philipp und Moritz Hans im Interview

Hans exklusiv: "Danach bin ich völlig am Arsch"

28.10.2020 19:11
Philipp (l.) und Moritz Hans beantworten nicht nur die Fragen von Laura Wontorra
© TVNOW / Markus Hertrich
Philipp (l.) und Moritz Hans beantworten nicht nur die Fragen von Laura Wontorra

Philipp und Moritz Hans sind echte Stars der Ninja-Szene. Philipp kam 2019 ins Finale, Moritz war 2017 sogar Last Man Standing. Die beiden passionierten Kletterer gehören jedes Jahr zum Favoritenkreis bei Ninja Warrior Germany. Einer der beiden Brüder hat in diesem Jahr außerdem schon auf dem Tanzparkett Erfolge gefeiert.

In der fünften Ninja-Warrior-Staffel sind die Sportler-Brüder am Freitag (20:15 Uhr, live bei RTL und im sport.de-Ticker) zu sehen. Mit sport.de sprechen Philipp und Moritz Hans unter anderem darüber, wie sich ihr Leben durch die Show verändert hat. Außerdem geben sie Einblicke in ihr Training, die Nervosität bei den Shows und die gegenseitige Unterstützung.

Moritz und Philipp, ihr seid mittlerweile schon alte Ninja-Warrior-Hasen. Wie hat sich euer Leben in den letzten Jahren durch die Show und euren Erfolg verändert?

Moritz Hans: Bei mir hat sich einiges getan. Vor allem, was die Reichweite in sozialen Medien angeht. Das krasseste war aber die Teilnahme bei Let's Dance, die sich durch Ninja Warrior entwickelt hat.

Philipp Hans: Bei mir hat es sich nicht so krass verändert wie bei Moritz. Er war aber auch immer ein Stück besser als ich. Aber es ist trotzdem spannend, wenn plötzlich auf der Straße ein 14-jähriges Mädel auf dich zukommt, das Fan von den Hans-Brüdern ist und unbedingt ein Bild mit dir machen will. Das ist schon echt cool.

Hat diese Reichweite und Bekanntheit dazu geführt, dass ihr euch mehr unter Druck setzt?

Moritz: Jein. Im Unterbewusstsein macht man sich vielleicht schon ein bisschen mehr Druck. Auf der anderen Seite wissen wahrscheinlich alle Zuschauer, dass es sehr schnell vorbei sein kann. Da kann man noch so fit sein: Ein kleiner Fehler und das war es. Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn es mal nicht so gut läuft, aber etwas mehr Druck hat man schon.

Philipp: Je weiter ich komme, desto weniger Druck mache ich mir selber. Ich bin immer in der ersten Runde am aufgeregtesten. Da hat man schon den Druck, vor allem, wenn man im Jahr davor im Finale war.

Und wie sieht es mit der Nervosität aus?

Moritz: Auf der Startposition ist man immer gleich nervös. Das ist jedes Jahr genau dasselbe. Da kann man sich noch so gut drauf vorbereiten, das wird immer so sein. Der einzige Unterschied ist, dass man die Nervosität schon kennt. Man weiß, dass sie kommt und wie man damit umzugehen hat. Im Parcours wird das dann auch besser.

Philipp: Ich bin immer relativ verkrampft. Moritz sagt mir dann schon immer, dass ich locker bleiben soll. Aber so richtig locker bin ich dann doch nie. Nach den ersten zwei Hindernissen passt das, aber kurz davor ist es heftig.

Moritz, wo war die Nervosität größer: vor dem Let's-Dance-Finale oder deinem letzten Finale bei Ninja Warrior Germany?

Moritz: Ninja Warrior kenne ich schon, da bin ich in meinem Element und weiß, was passiert. Für Let's Dance habe ich auch viel trainiert, aber ich komme einfach nicht aus dem Tanzsport. Deshalb war das Finale schon krass. Da war ich nervöser als bei den letzten Ninja-Finals. Aber ich bin auch ein Wettkampftyp. Wenn ich weiß, dass ich gut trainiert habe, kriege ich es hin, das am Tag X auf die Bühne zu bringen.

Setzt ihr euch vor Beginn einer Staffel feste Ziele?

Moritz: Die Quali ist das härteste Hindernis. Wenn die geschafft ist, ist das Finale das Ziel. Also die letzte Stage vor dem Mount. Weil ich da schon oft gescheitert bin.

Philipp: Bei mir ist das Ziel auch das Finale. Und wenn ich einmal durch das Halbfinale durch bin, bin ich am lockersten.

Wisst ihr vor einer neuen Staffel eigentlich was für ein Parcours euch erwartet? Könnt ihr ihn mitgestalten oder Wünsche einbringen?

Moritz: Es wäre ja unfair, wenn manche Athleten am Parcours mitbasteln würden. Die Voraussetzungen sind für alle dieselben. Wir kommen alle dahin und wissen nicht, was auf uns zukommt.

Philipp: Wenn man aber schon lange dabei ist, kennt man die Standardelemente und weiß, was immer drankommt. Wenn man in die Halle reinläuft, wo der Parcours aufgebaut ist, merkt man den Spieltrieb, den jedes Kind schon in sich hat. Man will es unbedingt probieren. Das macht für mich den Reiz von Ninja Warrior aus und deswegen gucken es wahrscheinlich auch so viele Leute.

Habt ihr vor euren Runs zumindest einen Probedurchgang?

Philipp: Man hat eine Besichtigung. Ein Parcours-Tester macht dabei die einzelnen Stationen vor. Aber wir dürfen die einzelnen Hindernisse vorher nicht ausprobieren. Das macht es vor allem bei neuen Hindernissen doppelt spannend.

Wie sieht euer Trainingsplan vor einer neuen Staffel aus? Wie bereitet ihr euch vor?

Moritz: Grundsätzlich bereiten wir uns durch das Klettern und Bouldern ständig darauf vor. Das hilft extrem und ist die beste Vorbereitung. Speziell für die neue Staffel gehen wir manchmal in Ninja-Hallen oder zum Trampolinspringen.

Philipp: Wir könnten uns wahrscheinlich noch besser vorbereiten. Die Belastung im Parcours ist im Kraft-Ausdauer-Bereich sehr hoch. Da könnten wir vielleicht noch etwas herausholen.

Moritz: Man kann immer etwas besser machen.

Hattet ihr schon einmal Momente im Parcours, in denen ihr dachtet, dass ihr körperlich am Ende seid, aber trotzdem durchgezogen habt?

Moritz: Im Parcours hatte ich das noch nie. Aber danach bin ich völlig am Arsch. Da checkt man erst, wie anstrengend das wirklich war.


Video: Moritz Hans im Finalparcours der 4. Staffel


Philipp: Letztes Jahr war es extrem. Da gab es diesen Kamin, in dem man Klappen aufdrücken musste. Ich habe mich da blöd angestellt und hing anderthalb Minuten da drin. Ich war so platt, bin aber durch Willenskraft da rausgekommen. Ich dachte, ich muss spucken. Ich habe vorher noch nie erlebt, dass ich so sehr an meine Grenzen gehen musste.

Hilft es euch, dass ihr immer als Brüder am Start seid?

Moritz: Auf der einen Seite hilft es, dass man jemanden dabei hat, dem man komplett vertraut und den so gut kennt, wie keinen anderen. Auf der anderen Seite bin ich bei Philipps Läufen meist nervöser als bei mir selbst. Nicht, weil man bei ihm zittern müsste, aber ich will unbedingt, dass er auch durchkommt. Vor dem Ganzen hilft es aber.

Philipp: Moritz hat ein sehr gutes Körpergefühl. Bei der Besichtigung kann er Stationen sehr gut einschätzen. Das fällt mir selbst nicht so leicht. Es ist sehr viel wert, mit ihm zu sprechen. Er kann mich als Athleten auch sehr gut einschätzen. Wenn ich bei ihm seitlich mitlaufe und mitfiebere, kann ich voll mitgehen.

Wie sehr ist der gemeinsame Sport das bestimmende Thema in eurer Familie? Trainiert ihr oft zusammen?

Moritz: Was das Klettern angeht, sind wir unterschiedlich unterwegs. Bei Philipp ist es mehr das Seilklettern und draußen klettern, bei mir eher das Bouldern. Sport war schon immer ein großes Thema bei uns in der Familie, gerade das Klettern. Natürlich können wir auch über andere Sachen sprechen, aber es ist immer wieder präsent, vor allem, wenn wieder etwas im Fernsehen kommt.

Philipp: Dadurch, dass wir nicht mehr zusammenwohnen, trainieren wir seltener gemeinsam. Aber ein- bis zweimal die Woche schon. Und weil wir uns als Familie nicht mehr jeden Tag sehen, haben wir eigentlich auch genug andere Themen zu besprechen.

Durch die Corona-Pandemie läuft die aktuelle Staffel etwas anders als gewohnt. Fans dürfen bei den Shows nicht dabei sein. Wie habt ihr es empfunden, dass keine Zuschauer im Studio waren?

Philipp: Ich fand es nicht so schlimm. Ich kenne es schon mit Publikum und das treibt meine Aufgeregtheit noch etwas an. So konnte ich mich komplett auf mich konzentrieren.

Moritz: Man ist immer total im Parcours. Ich kriege oft gar nicht mit, was um mich herum passiert und konzentriere mich voll auf den Parcours. Natürlich ist es schön, wenn man den Buzzer drückt und die Leute applaudieren und gute Stimmung machen. Aber ohne Publikum ist man schon etwas weniger nervös.

Abgesehen von der Show: Wie habt ihr die letzten Monate der Corona-Zeit verbracht?

Philipp: Ich habe mein Staatsexamen gemacht. Es folgt aber noch eins Mitte November, dann bin ich fertig. Eigentlich will ich dann mit dem Bus wegfahren. Eigentlich ist der Plan, nach Portugal zu fahren und dass die Familie über Weihnachten dazukommen. Aber mal gucken, ob das funktioniert. Wahrscheinlich eher nicht.

Moritz: Das wird nichts (lacht). Ich war bei Let's Dance. Das war perfekt, weil ich immer etwas zu tun hatte. In letzter Zeit habe ich viel trainiert. Außerdem habe ich viele eigene Projekte: Ich bin dabei, einen VW-Bus zu restaurieren und Surfbretter zu bauen. Ich würde gerne mal wieder an einen Fels zum Klettern rausfahren, aber das ist aktuell etwas schwierig.

Ihr klettert ja beide schon seit eurer Kindheit und seid echte Experten in eurem Sport. Gibt es auch Sportarten, die euch gar nicht liegen?

Philipp: Tanzen! (lacht) Donnerstags sind Moritz und ich mit unseren Freundinnen immer im Grundkurs von Profitänzer Andrzej Cibis. Das macht Spaß, aber talentiert bin ich nicht.

Moritz: Bei allem, was mit Bewegung zu tun hat, würde ich mich nicht ganz blöd anstellen. Es gibt bestimmt genug, es fällt mir aber auf Anhieb nichts ein.

Was würdet ihr sportlich denn gerne noch ausprobieren?

Moritz: Vieles. Ich finde alle Sportarten cool und würde gerne alles Mal ausprobieren. Sei es Reiten, Tennisspielen oder Golfen. Beim Sport hat man immer unterschiedliche Bewegungsabläufe. Das finde ich faszinierend. Durch andere Sportarten kann man seinen Körper neu kennenlernen, das finde ich spannend.

Philipp: Alles, was irgendwie mit Wind zu tun hat, hat einen Reiz für mich bekommen. Gleitschirmfliegen würde ich gerne lernen. Das ist auch eine super Kombi mit dem Klettern: hochklettern und dann runterfliegen! Segeln würde ich gerne aber auch noch vertiefen.

Das Gespräch führte Lionard Tampier

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