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Zverev-Brüder unterliegen Krawietz/Mies in Köln

22.10.2020 22:36

Alexander Zverev kämpfte leidenschaftlich, schimpfte mit dem Hawkeye, war in bester Spiellaune - zum Sieg im deutschen Tennis-Gipfel reichte es aber nicht: Deutschlands bester Einzelspieler hat gegen Deutschlands bestes Doppel eine knappe Niederlage kassiert.

Mit seinem Bruder Mischa musste sich der US-Open-Finalist im Viertelfinale des ATP-Turniers in Köln den French-Open-Siegern Kevin Krawietz und Andreas Mies 4:6, 5:7 geschlagen geben.

Nach 82 umkämpften Minuten war den favorisierten "Kramies" die Erleichterung deutlich anzumerken. "Man muss immer aufpassen, Sascha und Mischa sind beides super Spieler", sagte Krawietz: "Sascha hat auch im Doppel seine Stärken, einen unglaublichen Aufschlag und einen super Return. Wir sind froh, dass wir ruhig geblieben sind und auf unsere Stärken vertraut haben."

Für Unmut sorgte bei den Zverev-Brüdern das vollautomatische Linienrichter-System, das ihrer Meinung nach Ende des ersten Satzes zweimal falsch lag. "Da war aber alles korrekt", meinte Mies, Krawietz sagte grinsend: "Das System lügt nie."

Krawietz (Coburg) und der Kölner Lokalmatador Mies bestritten ihr erstes Match nach der grandiosen Titelverteidigung in Roland Garros. Für Alexander Zverev war es die zweite Begegnung auf Wettkampfebene mit "Kramies", nachdem er im November 2019 in Peking mit dem Amerikaner John Isner gegen das deutsche Top-Doppel gewonnen hatte.

Für Mies geht ein Traum in Erfüllung

Der Kölner Gipfel fand praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt: "Normalsterbliche" Zuschauer sind beim zweiten Teil der Doppel-Veranstaltung aufgrund der hohen Infektionsraten in der Domstadt nicht zugelassen, "Zverev-Kramies" war zudem am Donnerstag auf dem Nebenplatz angesetzt.

Mies war dennoch angetan. "Hier geht ein Traum für mich in Erfüllung. Als Kind habe ich hier Eishockey gesehen, war bei einem Klitschko-Kampf, bei der lachenden Köln-Arena - ich wollte immer hier spielen. Die Zuschauer stelle ich mir einfach vor", sagte der 30-Jährige, der mit Krawietz auf dem Weg zum ersten Tour-Titel in Deutschland am Freitag auf die brasilianisch-polnischen Ex-Wimbledonsieger Marcelo Melo/Lukasz Kubot oder Marcus Daniell/Philipp Oswald (Neuseeland/Österreich) trifft.

"Sascha" Zverev kann sich somit in Köln auf das Kerngeschäft konzentrieren. Gegen den Franzosen Adrian Mannarino spielt der topgesetzte Weltranglistensiebte am Freitag um den Einzug ins Halbfinale. Für Zverev, der am Sonntag bereits die erste Konkurrenz in der Lanxess-Arena für sich entschieden und seinen zwölften Tour-Titel gewonnen hatte, ist das Domstadt-Double greifbar.

Zwei Titel binnen acht Tagen - eine Premiere wäre dies für Zverev allerdings nicht: Im Mai 2018 siegte er an zwei aufeinanderfolgenden Sonntag in München und Madrid.

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