Anzeige
powered by Motorsport-Total.com

Ferdinand Habsburg im Aufwind: Liegt's an der Freundin?

20.10.2020 11:57
Ferdinand Habsburg hatte in Zolder reichlich Grund zum jubeln
© MST
Ferdinand Habsburg hatte in Zolder reichlich Grund zum jubeln

Bei vielen Rennwochenenden der DTM-Saison 2020 spielten die drei Meisterschaftsanwärter Rene Rast, Nico Müller und Robin Frijns die Hauptrollen. Doch am vergangenen Wochenende drängte sich ein bisheriger Nebendarsteller ins Rampenlicht: Ferdinand Habsburg vom privaten Audi-Team WRT. Beim Heimrennen seines Rennstalls zeigte der 23-jährige Österreicher die bisher beste Leistung in seiner DTM-Karriere.

War nach Platz drei am Samstag der Jubel bei Habsburg schon schier grenzenlos, setzte er am Sonntag noch eins drauf: Im Qualifying stellte er seinen WRT-Audi auf die Pole-Position. Im Rennen behielt Habsburg dann nicht nur beim stehenden Start, sondern auch bei zwei Safety-Car-Re-starts die Nerven und hielt in der Anfangsphase dem Druck von Zolder-Dominator Rast stand.

Damit begeisterte Habsburg nicht nur DTM-Boss Gerhard Berger: "Die Pole-Position von Ferdinand Habsburg war beeindruckend - er ist äußerst talentiert und hat einen sehr guten Speed. Toll, dass ein Privatteam wie WRT es mit den Werksteams aufnehmen kann."

Beim Test blitzte Habsburgs Talent auf

Auch der zweimalige DTM-Champion Rast zollte seinem Markenkollegen nach dessen erster DTM-Pole Respekt. "Eine Super-Leistung", so Rast bei 'ran.de'. "Wir haben schon am beim Test am Nürburgring gesehen, dass er wirklich in der Lage ist, schnelle Rundenzeiten zu fahren, wenn alles passt. Ich glaube, er hat die Pole-Position verdient. Er hatte bis jetzt ein tolles Jahr, war immer da."

Mit der Bestzeit bei den Testfahrten vor Beginn der Saison 2020 auf dem Nürburgring hatte Habsburg nach einem schwierigen Rookie-Jahr mit Aston Martin erstmals sein Potenzial aufblitzen lassen. Doch bis zum vorletzten Rennwochenende der Saison konnte Habsburg diese Leistung nicht bestätigen. Tat es dann aber umso eindrucksvoller.

Doch woran liegt der Aufschwung? Etwas ein Freundin Sophie, die ihn zuletzt auch in Belgien begleitete? "Das Thema Freundin gehört eigentlich ins Privatleben", sagt Habsburg über seine Beziehung zu der Westernreiterin, einer Freundin von Michael Schumachers Tochter Gina.

Freundin Sophie eine Hilfe

"Aber wenn sie einen unterstützt, wie sie es tut, dann ist es auch mal schön, sie mit zur Arbeit zu bringen. Es macht dann einfach ein bisschen mehr Spaß", gibt Habsburg zu. "Sie hilft mir vor dem Rennen auch viel beim Warm-up. Sie weiß genau, was ich brauche. Es hilft, sie hier zu haben."

Für DTM-Boss Berger kommt die Leistungssteigerung seines jungen Landsmanns indes nicht überraschend. "Habsburg hatte ich im Augenwinkel stets auf meinem Radar", sagt er. "Ich war sehr überrascht, wie er in der Formel Renault in Monaco im Regen auf die Pole-Position gefahren ist. Und dann hat er in Macau auch ein gutes Bild abgegeben. Somit ist für mich klar, dass er sein Bestes im Rennauto bringt, denn Strecken wie Macau und Monte Carlo sind nicht die Einfachsten."

Auch der Umstieg vom wenig konkurrenzfähigen Aston Martin in den Audi trug seinen Teil zu Habsburgs Aufschwung bei, auch wenn die Unterschiede der Fahrzeuge nicht gravierend seien. "Die Philosophie und das Set-up sind anders und die Audis haben etwas mehr Leistung. Das sind die beiden Dinge, die am meisten Gewicht haben", sagt Habsburg.

Reifen brechen am Sonntag im Rennen ein

Außerdem sei die erfahrene WRT-Mannschaft besser aufgestellt als R-Motorsport, für die Habsburg in der vergangenen Saison gefahren war. "Das Team arbeitet in einer ganz anderen Weise. Auf struktureller Ebene war es sehr interessant, die beiden Teams zu vergleichen."

Einziges Haar in der Suppe war für Habsburg am vergangenen Wochenende lediglich die Performance in der zweiten Hälfte des Sonntagsrennens, wo seine Reifen so stark einbrachen, dass er zu einem erneuten Wechsel an die Box fahren musste und letztlich nur Zehnter wurde.

Weshalb es zu diesem Einbruch kam, dafür hat WRT bisher noch keine Erklärung. "Das müssen wir noch analysieren", sagt Teamchef Vincent Vosse. "Das war schade, denn es hat ein mögliches weiteres Podium verhindert."

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige