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Hanf im Profisport: Die wichtigsten fünf Fragen und Antworten

19.10.2020 09:45
© Alexander Limbach via www.imago-images.de

Geht es um Hanf oder Cannabis, dann ploppen unweigerlich semantisch verwandte Begriffe wie Drogen, Doping und Co. auf. Doch was hat es wirklich mit Hanf im Profisport auf sich?

Gilt Hanf als Dopingmittel im Profisport?

Von der WADA, der Welt Anti Doping Agentur, gibt es dazu eine klare Meinung: Das Ergebnis: Cannabis fällt nicht in die Rubrik der "leistungssteigernden Drogen". Das war jedoch nicht immer so. Regelmäßig checkt die Agentur Profisportler mit Blick auf den Konsum verbotener Substanzen.

Die WADA blickt bei der Suche nach Doping-Sündern nicht nur auf Pillen, sondern auch auf Hanf. Seit 2018 ist CBD erlaubt, beispielsweise zur Schmerzlinderung, THC ist und bleibt verboten.
Die WADA blickt bei der Suche nach Doping-Sündern nicht nur auf Pillen, sondern auch auf Hanf. Seit 2018 ist CBD erlaubt, beispielsweise zur Schmerzlinderung, THC ist und bleibt verboten.

Noch vor wenigen Jahren, bis Anfang 2018, waren beide Wirkstoffe von Cannabis – CBD und THC – verboten. Dieses Verbot galt für alle Wettkämpfe und für alle Sportarten. Medaillenverlust und Sperren wären die Folge gewesen, wenn einem Sportler der Konsum von CBD oder THC nachgewiesen worden wäre. Dass dieses strikte Verbot mittlerweile aufgehoben oder neu definiert wurde, ist unter anderem der Verdienst von Mark Ware. Der Kanadier forschte und kam zu dem Ergebnis: Cannabis hat keine leistungssteigernde Wirkung – weder im Training noch im Wettkampf.

Der aktuelle Stand sieht so aus: Cannabidiol (CBD), also der Wirkstoff, der keine psychoaktive Wirkung hat und nicht abhängig macht, ist seit dem 1. Januar 2018 offiziell erlaubt. THC hingegen, der zweite Wirkstoff mit psychoaktiver Wirkung, ist seit 1999 als Dopingmittel verboten.

Wie nutzen Profisportler Hanf?

Profi-Sportler setzen heute vor allem auf die schmerzlindernde Wirkung von CBD. Das Cannabinoid macht nicht abhängig und hat kaum Nebenwirkungen, stattdessen löst es Krämpfe und Ängste und lindert Schmerzen. Der Vorteil im Vergleich zu anderen Schmerzmittel ist genau diese Wirkbeschreibung, die viele Profisportler dazu veranlasst, CDB-Öl kaufen zu wollen: Es gibt kaum Nebenwirkungen, macht nicht süchtig und wirkt schnell. Auch soll CBD-Öl einen positiven Effekt auf das Schlafverhalten haben, wovon Sportler insofern profitieren, da sie den Schlaf zum Regenerieren brauchen.

CBD-Öl ist frei verkäuflich und kann Sportler bei der Regenerationsphase sowie beim Lindern von Schmerzen helfen. Allerdings geht nicht jede Mannschaft bedingungslos offen mit dem Thema um. Mike James beispielsweise musste erst eine Ausnahmeregelung beantragen.
CBD-Öl ist frei verkäuflich und kann Sportler bei der Regenerationsphase sowie beim Lindern von Schmerzen helfen. Allerdings geht nicht jede Mannschaft bedingungslos offen mit dem Thema um. Mike James beispielsweise musste erst eine Ausnahmeregelung beantragen.

Wer setzt aus der Riege der Sportler auf CBD?

Auf die schmerzlindernde Wirkung von CBD setzen viele Sportler – aus der US-amerikanischen NFL, der National Football League, aus den US-amerikanischen American-Football-Teams und aus anderen Sportarten. Gerade Spieler der NFL müssen dazu jedoch einen Umweg einschlagen, denn die NFL erkennt Cannabis nicht als natürliches Schmerzmittel an und hat es seinen Spielern demzufolge auch verboten.

Ein Spieler der NFL ging dann einen wahrlich außergewöhnlichen Weg und stellte eine Ausnahmegenehmigung, um Cannabis als Schmerzmittel anwenden zu dürfen. Zunächst wurde die Anfrage seitens der NFL abgelehnt, doch dann folgten Gespräche, die Mike James final den Konsum erlaubten. Nach einer Operation am Knöchel stand der Spieler kurz davor in die Suchtspirale der Schmerzmittel zu rutschen. Ob der Fall von Mike James eine Vorreiter-Rolle einnimmt, muss jeder selbst entscheiden. Tatsache ist, dass BIG3, die Basketball-Liga, CBD mittlerweile zur Schmerztherapie erlaubt.

Wie ist es um weitere Hanf-Produkte im Profisport bestellt?

Als Profisportler Hanföl kaufen zu wollen, kann (mit Blick auf den Fall Mike James) also einer Ausnahmeregelung bedürfen. Dann aber können auch Profisportler von den positiven Wirkungen des Naturstoffs profitieren. Hanföl wird aus dem Samen der Pflanze gewonnen. Was das Öl so gesund macht, sind vor allem die ungesättigten Fettsäuren, aus denen Hanföl zu zwei Dritteln besteht.

Hanföl beinhaltet Eisen, Kalium, Kalzium, die für Knochen und Muskeln von Profisportlern wichtig sind. Darüber hinaus besteht Hanföl aus Gamma-Linolensäure, Kupfer, Mangan, Natrium, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sowie aus Zink, den Vitaminen E, B1 und B2. Präventiv angewendet kann Hanföl Bluthochdruck senken, was das Risiko senkt, an Gefäß- sowie an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken. Gelenkentzündungen wirkt Hanföl präventiv entgegen. Zudem kann das Öl den Stress – beispielsweise bei einem wichtigen Spiel oder bei einem Wettkampf aktiv reduzieren.

Aktuell gibt es im Profisport noch mehr Negativbeispiele, die durch Drogenkonsum auf sich aufmerksam machen, als Positivbeispiele, die zeigen, dass beispielsweise CBD gar keine Droge ist, sondern nur den Stresspegel senkt und den Körper beim Regenerieren unterstützt.
Aktuell gibt es im Profisport noch mehr Negativbeispiele, die durch Drogenkonsum auf sich aufmerksam machen, als Positivbeispiele, die zeigen, dass beispielsweise CBD gar keine Droge ist, sondern nur den Stresspegel senkt und den Körper beim Regenerieren unterstützt.

Wie schmal ist der Grat zwischen Drogenkonsum und Medizin?

In den sprichwörtlichen einen Topf geworfen werden – mit Profisportlern wie Fighter Nick Diaz und Michael Phleps, die öffentlich zugeben, Marihuana zu rauchen – möchten die Sportler, denen es um die schmerzlindernde Wirkung von nur einem Wirkstoff geht, übrigens nicht. Deswegen ist es besonders wichtig, auf die unterschiedliche Verwendung und Intention zu verweisen.

Niklas Stolze beispielsweise, der auch im Kampfsport aktiv ist, bekennt sich offen dazu, CBD-Produkte zu konsumieren – allerdings zur Regeneration. In den knallharten Mixed Martial Arts-Kämpfen und auch beim Training leiden vor allem die Knochen unter der starken Beanspruchung. Zwei Kapseln und drei Tropfen täglich hat Niklas Stolze zu seiner Dosis gewählt, um seinen Körper nach Training oder Kampf in der Regenerationsphase zu unterstützen.

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