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"Nicht einfach": So knapp war Rins Sieg gegen Márquez

18.10.2020 19:04
Rins siegte knapp
© Javier Cebollada via www.imago-images.de
Rins siegte knapp

Mit seinem Sieg beim Aragon-Grand-Prix hat sich Suzuki-Pilot Alex Rins in der extrem abwechslungsreichen MotoGP-Saison 2020 zum achten unterschiedlichen Sieger in zehn Rennen gemacht. Den Grundstein dafür legte er direkt auf den ersten Metern.

Denn vom zehnten Startplatz losgefahren, bog Rins nach perfektem Start ganz außen schon als Fünfter in die erste Kurve ein. Am Ende der ersten Runde war er Vierter. Anschließend überholte er nacheinander die drei Yamaha-Fahrer Franco Morbidelli, Fabio Quartararo und Maverick Vinales, um in der achten Runde die Führung zu übernehmen. Und diese verteidigte er bis zur Überfahrt der Ziellinie nach 23 Runden.

Im Unterschied zu Rins' vorherigen zwei MotoGP-Siegen (Austin 2019 und Silverstone 2019) kam jener im Motorland Aragon 2020 somit nach langer Führung zustande. In der Schlussphase war er es, der sich verteidigen musste anstatt anzugreifen. Und derjenige, der ihm im Nacken saß, war eine Überraschung: MotoGP-Rookie Alex Márquez auf der Werks-Honda.

Rins' erster Sieg aus der Rolle des Verteidigers

"Ich wusste, dass Joan Mir rundenlang hinter mir lag und versuchte, mich zu überholen. Doch dann sah ich auf einmal auf der Boxentafel von Márquez, dass ihm 0,4 auf Mir angezeigt wurde. Da dachte ich mir nur 'Wow, noch einer!' Von da an war es nicht einfach, ruhig zu bleiben und keine Fehler zu machen", gesteht Rins, freut sich aber, dass er nicht zuletzt aufgrund eines heftigen Rutschers von Márquez in der drittletzten Runde dann doch 0,263 Sekunden Vorsprung ins Ziel rettete.

"Das war mein erster Sieg, den ich von der Spitze eingefahren habe. Die anderen beiden waren ja enge Kämpfe gegen Valentino und Marc", spricht Rins auf seine Duelle mit Valentino Rossi in Austin 2019 und Marc Márquez in Silverstone 2019 an. "Diesmal war es ein bisschen schwieriger. Denn wenn du derjenige bist, der das Tempo vorgibt, ist ein Fehler schnell passiert. Auch das Haushalten mit den Reifen war nicht einfach. Aber wir haben es geschafft und das freut mich natürlich."

 

Seinen ersten Saisonsieg 2020, der für ihn ein Heimsieg ist, widmet Rins einerseits seinen Anhängern. Gleichzeitig denkt er aber auch an alle, die vom Coronavirus betroffen sind: "Ich würde diesen Sieg natürlich am liebsten mit all den Fans feiern. Aber aufgrund der Situation geht das bekanntlich nicht. Ich möchte diesen Sieg allen von COVID Betroffenen widmen."

Saison mit Auf und Ab: WM-Titel wird "ziemlich schwierig"

Die Saison 2020 war für Rins bisher ein Auf und Ab. Im Juli in Jerez begann sie direkt im ersten Qualifying der Saison mit einem schweren Sturz. Unter der dabei erlittenen Schulterverletzung litt Rins mehrere Rennen lang, nachdem er das erste gar nicht hatte bestreiten können. In Spielberg 1 und in Le Mans vergab er durch Stürze auf Podestkurs liegend wertvolle Punkte. Nun ist ihm der erste Saisonsieg gelungen.

"Aus unterschiedlichen Gründen habe ich mich in diesem Jahr bisher schwer getan, auf dem ersten Platz ins Ziel zu kommen", bemerkt Rins und hält fest: "Das Potenzial war ohne Frage in vielen Rennen da, aber irgendwas kam immer dazwischen. Dass es jetzt endlich geklappt hat, freut mich sehr. Es war nämlich kein einfaches Rennen."

In der MotoGP-Gesamtwertung 2020 ist Rins mit seinem ersten Saisonsieg in die Top 10 vorgestoßen. Zwar rangiert er vier Rennen vor Schluss der Saison "nur" an siebter Stelle. Allerdings fehlen ihm auf seinen nun in der Gesamtwertung führenden Suzuki-Teamkollegen Joan Mir nur 36 Punkte. Und so unvorhersehbar wie die Saison bisher verlaufen ist, weiß Rins, dass auf dem Papier noch nicht alles verloren ist. Denkt er sogar an den Titel?

"Wir gehen das Ganze jetzt Rennen für Rennen an", meint Rins und merkt an: "Dass ich in diesem Jahr Weltmeister werde, dürfte wohl ziemlich schwierig werden. Denn Joan ist sehr schnell und auch sehr konstant. Deshalb schaue ich nur von Rennen zu Rennen und werde versuchen, mein Bestes zu geben. Druck habe ich jedenfalls keinen."

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