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Alle Aussagen des BVB-Geschäftsführers aus dem "ZDF-Sportstudio"

Watzke: "Spiel gegen Schalke kostet uns eine Million"

18.10.2020 09:27
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war zu Gast im "ZDF-Sportstudio"
© Martin Hoffmann Berliner Str.31 via www.imago-imag
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war zu Gast im "ZDF-Sportstudio"

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war am Samstag zu Gast im "ZDF-Sportstudio". Dabei sprach der 61-Jährige über den Konkurrenzkampf mit dem FC Bayern, die Zukunft von Jadon Sancho, den auslaufenden Vertrag von Lucien Favre sowie über BVB-Supertalent Youssoufa Moukoko und den Wechsel von Mario Götze zu PSV Eindhoven. Die Aussagen in der Übersicht: 

Watzke ...

... über die Bundesregierung und Angela Merkel: "Das war populistische Fußball-Bashing, das zuletzt teilweise aus der Bundesregierung kam. Ich fand es nicht zielführend. Es gibt immer 1000 Sachen, die wichtiger sind als die Fußball-Bundesliga. Aber wir müssen nicht die Frage nach Wichtigkeit stellen, sondern die nach Gefährdungspotenzial. Dieses Potenzial sehe ich momentan in der Fußball-Bundesliga nicht. Der Fußball hat ein weltweit anerkanntes Top-Konzept in Deutschland umgesetzt. Vom Fußball geht keine Gefahr aus."

... über Geisterspiele: "Wenn wir die auch nicht mehr haben, wird es ganz eng. Es war ein Rückschlag, dass wir wieder ohne Zuschauer spielen müssen. Wenn es gegen Schalke geht, wird es uns eine Millionen Euro kosten, die wir nicht einnehmen. Gegen Zenit St. Petersburg das gleiche."

... über eine mögliche Bundesliga-Unterbrechung: "Dann wird es eng. Dann wird das TV-Geld ins Feuer kommen. Wir kriegen einen Lieferverzug und dann fehlt nicht nur das Geld aus den Einnahmen. Dann möchte ich nicht in der Haut von einigen Kollegen stecken."

... über die finanzielle Situation beim BVB: "Wir hatten sechs Jahre lang nie einen Euro Schulden beim BVB - bis Mai. Und jetzt bricht es auch gerade über die großen Klubs herein. Wenn es zwei, drei Jahre so bleibt, hält niemand eine solche Situation durch, das ist klar."

... über Solidarität gegenüber anderen Klubs: "Wir sind am Ende Konkurrenten. Jeder muss sich erstmal selbst helfen. Letzten Endes wird es aber immer eine Solidarität geben. Das sehen Sie daran, dass die vier Champions-League-Teilnehmer 7,5 Millionen Euro gespendet haben für die 3. Liga und die Frauen-Bundesliga. Solidarität muss aber am Ende eines Prozesses stehen und nicht am Anfang."

... über ein DFB-Comeback von Mats Hummels: "Er hat immer noch eine gute Chance, die EURO zu spielen. Er spielt seit langer Zeit auf Topniveau. Mats ist für mich einer der besten Innenverteidiger - nicht nur in Deutschland, sondern in Europa."

... über Thomas Müller, der die Beschwerden über den vollen Terminkalender nicht nachvollziehen kann: "Das imponiert mir. Vieles, was unter Müdigkeit abgestempelt wird, spielt sich auch im Kopf ab. Du darfst das einfach gar nicht zulassen. Wenn du dir einredest 'ich muss ja kaputt sein', dann wirst du dich dagegen weniger wehren können, als wenn du positiv daran gehst. Ich spiele ja lieber, als dass ich trainiere. Eine positive Herangehensweise hilft eigentlich immer. Natürlich muss der Trainer Belastungssteuerung hinkriegen."

... über den BVB-Sieg in Hoffenheim: "Ich fand, dass wir sehr gut gespielt haben. Wir haben das Spiel kontrolliert. Ich war hochzufrieden mit dem Sieg. Während des gesamten Spiels hatte ich nicht eine Minute das Gefühl, dass wir es nicht gewinnen würden. Der Sieg war verdient, weil wir deutlich mehr Chancen hatten."


Mehr dazu: BVB in Hoffenheim - Noten und Einzelkritik


... über den BVB-Kader: "Ob es der beste Kader seit Jahren ist, weiß ich nicht. Ich glaube zumindest, dass es einer der ambitioniertesten ist - aber auch eine Mannschaft mit sehr vielen jungen Spielern. Da ist natürlich noch sehr viel Potenzial drin. Das müssen wir sukzessive heben, das ist die Aufgabe. Ich glaube, dass sich bei uns gerade eine Achse mit Spielern wie Jude Bellingham oder Gio Reyna bildet, die lange beim BVB ist. Jetzt kommt Youssoufa Moukoko noch irgendwann dazu."

... über die Zukunft von Jadon Sancho: "Ich habe schon im Frühjahr gehört, dass Sancho weg ist. Überall habe ich das gelesen. Aber er ist da. Corona hat uns dabei weniger geholfen. Es gab einfach die Situation, dass wir mit ihm ein Agreement hatten. Vielleicht hat das ein Klub, der ihn haben wollte, falsch eingeschätzt und geglaubt, wir wären kompromissbereit. Wir hatten eine klare Linie und die werden wir auch im kommenden Sommer haben. In der heutigen Zeit kannst du nie sagen, dass ein Spieler total unverkäuflich ist. Aber dass wir niemanden abgeben wollen, ist auch völlig klar."

... über Uli Hoeneß, der die Philosophie des BVB, auf junge Spieler zu setzen, kritisierte: "Das ist seine Meinung, die lasse ich ihm. Ich weiß nicht, ob er das aus der Distanz jetzt noch so gut beurteilen kann. Bayern München hat mehr Geld als wir, trotzdem haben wir ja auch ein paar Titel geholt."

... über den FC Bayern: "Wir haben in den letzten Jahren keine Titel geholt, weil Bayern München die besten Mannschaft der Welt hat. Das ist die Wahrheit. Am Ende des Tages haben wir früher die Meisterschaften geholt, weil Bayern noch nicht auf dem Niveau war. Damals konntest du mit 78 oder 80 Punkten Meister werden. Wir müssen immer weiter versuchen, näher an die Bayern heranzukommen. Wir müssen aber nicht so tun, als ob es Bayern München nicht gibt. Wenn es so einfach wäre: warum schaffen es die anderen 16 dann nicht? "

... über RB Leipzig: "Ich weiß nicht, ob wir mehr Möglichkeiten haben als RB Leipzig, die mit Mateschitz einen Multimilliardär hinter sich stehen haben. Wir müssen unser Geld selbst verdienen."

... über Lucien Favre: "Am Ende hat Lucien in seiner Zeit beim BVB zwar noch keinen klassischen Titel geholt, hat aber den besten Punkteschnitt aller Trainer. Eine Verlängerung hängt von vielen Dingen ab - ganz wesentlich davon, was Lucien dazu sagt. Wir werden uns im Winter/Frühjahr zusammensetzten und gucken, ob wir noch in ein viertes oder fünftes Jahr gehen. Dabei gibt es noch keine Tendenz. Wir sind mit der Arbeit von Lucien sehr, sehr zufrieden. Für uns stand er nie zur Disposition. Fakt ist, dass er gute Arbeit leistet, wir sind zufrieden."

... auf die Frage, ob Kehl den Job von Zorc übernimmt: "Es gibt keinen Automatismus. Das weiß Sebastian auch. Wir sind mit seiner Arbeit sehr zufrieden. Diese Entscheidung werden wir zum Ende dieser Saison hin treffen. Er hat natürlich schon die Pole Position."

... über seine Zukunft: "Ich hatte eigentlich für mich gedacht, mir im Jahr 2021 Gedanken zu machen. Jetzt haben wir aber diese Corona-Phase. Es wäre meiner Meinung nach problematisch, wenn man jetzt seine persönlichen Vorstellungen vor die Corona-Krise schiebt. In so einer Situation verlasse ich nicht die Brücke."

... über den PSV-Wechsel von Mario Götze: "Das hat mich überrascht. Ich hatte vorher noch gelesen, dass er die Champions League gewinnen will. Mit Eindhoven ist das vielleicht ein bisschen schwierig. Es ist aber trotzdem möglicherweise eine gute Entscheidung. Er hat da einen Trainer, der auf ihn baut. Manchmal muss man einen Schritt zurück machen, um dann vielleicht wieder zwei nach vorne zu machen."

... über Youssoufa Moukoko: "Ich halte sehr viel von ihm, weil er ein toller Junge ist, sehr geerdet ist, sehr professionell ist. Wir dürfen ihn nicht mit Erwartungshaltungen überfrachten. Er ist schon ein geiler Zocker. Da können die Leute sich drauf freuen.

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