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"Ein kleiner Schritt"

Die jüngsten Ferrari-Updates im Detail

15.10.2020 15:56
Charles Leclerc im Ferrari SF1000: Er hat einen Vorteil durch die Updates gespürt
© HOCH ZWEI/Pool/WOLFGANG RATTAY
Charles Leclerc im Ferrari SF1000: Er hat einen Vorteil durch die Updates gespürt

Platz vier im Qualifying und Platz sieben im Rennen: Ist das schon als Aufschwung bei Ferrari zu begreifen? In jedem Fall hat das italienische Formel-1-Traditionsteam seinen SF1000 bei den Rennen in Russland und in der Eifel umfangreich modifiziert. Hier stellen wir die einzelnen Updates und deren Wirkungsweise im Detail vor.

Charles Leclerc, der für die genannten Ferrari-Bestleistungen am Nürburgring gesorgt hat, zeigt sich jedenfalls angetan von den jüngsten Änderungen: "Ich glaube, selbst das kleinste Update, das wir an diesem Wochenende dabei hatten, hat uns in die richtige Richtung gebracht."

Ferrari habe durch die Neuerungen am Auto zwar "keinen Riesenschritt" gemacht, "aber darauf hatten wir es auch nicht abgesehen", meint Leclerc. "Es war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, und das ist positiv."

Teil eins des Update-Pakets in Sotschi

Schon beim Russland-Grand-Prix in Sotschi hatte Ferrari den ersten Teil seines Upgrade-Pakets eingesetzt, nämlich eine neue Frontpartie inklusive der sich anschließenden Luftleitbleche. Unser Bild zeigt die bisherige Variante und die neue, kleinteiligere Lösung.

Davon verspricht sich Ferrari eine gezieltere Anströmung von aerodynamisch sensiblen Oberflächen weiter hinten am Fahrzeug. Weil diese Luftleitbleche zudem etwas tiefer angebracht sind als bisher, greift die Anordnung insgesamt mehr Luft auf und kann sie besser weiterleiten. Im Zusammenspiel mit dem Frontflügel verbessert sich so die aerodynamische Effizienz der Frontpartie.

Neu ist der Ansatz nicht: Vergleichbare Aero-Teile fanden sich bereits 2019 am VF-19 vom Ferrari-Kundenteam Haas. Das hat Ferrari für sein jüngstes Upate aufgegriffen.

Mercedes als Vorbild für Heckflügel-Neuerung

Inspirieren lassen hat sich das Traditionsteam auch beim Heckflügel-Upgrade, in diesem Fall von Mercedes. Die Endplatten des Heckflügels sind nun ganz deutlich an das Mercedes-Vorbild angelehnt, mit einer gezackten Oberkante hinten sowie größeren Ausschnitten statt vielen kleinen Lamellen im unteren Bereich der Endplatte.

Am Nürburgring folgte dann die zweite Phase der Updates, dann nicht mehr an Front und Heck des Fahrzeugs, sondern mittig am Auto. Kernstück dieser Änderungen sind die seitlichen Windabweiser vor den Seitenkästen.

Im vorderen, senkrechten Element wurde der erste Einschnitt nach vorne verlegt (1), sodass sich die Anströmung der gesamten Komponente verändert.

Neue Windabweiser am Ferrari SF1000

Das obere Bumerang-Teil (2) hat eine stärkere Haltestrebe (4) auf der Außenseite des Autos erhalten. Außerdem ist der untere Bumerang nun nicht mehr direkt am oberen befestigt, sondern an einer neuen, eigenständigen Haltestrebe (3). Insgesamt sind diese Streben deutlich tiefer angesetzt, mit einem neuen Einschnitt im vorderen Bereich (3).

Ebenfalls umgebaut hat Ferrari die Vorderkante des Unterbodens (5), wo jetzt einzelne "Zähne" hervorstehen. Diese Luftleitbleche sollen den Luftstrom noch gezielter unter das Fahrzeug lenken.

In Kombination dürften die beiden Updates aus Russland und der Eifel dem Ferrari SF1000 eine bessere ayerodynamische Effizienz bescheren. Leclercs Ferrari-Teamkollege Sebastian Vettel allerdings befand am Nürburgring: "Kein großer Unterschied."

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