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Verluste in Millionen-Höhe aufgrund der Corona-Krise

Finanzprobleme beim BVB? Experte gibt Einschätzung ab

15.10.2020 13:48
BVB drohen weitere Verluste in Millionen-Höhe
© Rene Traut/Hotspot-Foto
BVB drohen weitere Verluste in Millionen-Höhe

Einen Fehlbetrag in Höhe von 70 bis 75 Millionen Euro prognostizierte Borussia Dortmund für das kommende Geschäftsjahr 2020/2021 aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie. Der Verlust in 2019/2020 betrug satte 44 Millionen Euro. Dennoch ist die Krise laut Einschätzung eines Experten keineswegs existenzbedrohend für den Vizemeister.

"Der BVB ist finanziell gut aufgestellt, er wird die Krise meistern", schrieb der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Henning Zülch in einem Gastbeitrag für die "Ruhr Nachrichten". Die aktuellen Verluste seien "Ausdruck der Extremsituation", ergänzte Zülch, Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling an der HHL Leipzig.

Der gebürtige Dortmunder erklärte weiter: "In der Beurteilung der finanziellen Stabilität eines Unternehmens gibt es stets eine zentrale Kennzahl: die Eigenkapitalquote, die das Eigenkapital ins Verhältnis zum Gesamtkapital setzt. Das Eigenkapital ist als ein Stabilitätsfaktor anzusehen, es puffert Verluste ab."

Beim BVB belaufe sich das Eigenkapital auf 305 Millionen Euro bei einer Eigenkapitalquote von rund 59 Prozent. "Das ist ein hervorragender Wert, da das Eigenkapital somit auch künftige Verluste auszugleichen in der Lage ist", so Zülch.

"BVB in der Lage, die Krise abzufedern"

Das aktuelle Ergebnis, aufgrund der Börsennotierung des BVB im Geschäftsbericht sehr transparent dargelegt, sei "erwartungsgemäß und nicht beunruhigend aufgrund der Eigenkapitalausstattung des Klubs", resümierte der Finanz-Experte.

Zudem sei der vorausgesagte Fehlbetrag für die laufende Saison lediglich eine Schätzung, der Verlust müsse "in diesem Maße nicht eintreten", schrieb Zülch. "Der BVB ist folglich in der Lage, die Krise abzufedern."

Der Wissenschaftler warnte jedoch, die verschlechterte finanzielle Situation könne sich "auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirken". Es sei für den BVB daher wichtig, "mittel- bis langfristig die erzielten Umsatzerlöse zu stabilisieren oder gar auszubauen." Unter dem Strich hätte das Dortmunder Management jedoch "seine Hausaufgaben gemacht", konstatierte Zülch.

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