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Erstes deutsches Ninja-Couple im exklusiven Interview

"Wenn der Signalton endlich kommt, fängt der Spaß an!"

13.10.2020 13:02
Arleen Schüßler und Benedikt Sigmund gehen als Ninja-Paar an den Start
© TVNOW / Markus Hertrich, Ninja Warrior
Arleen Schüßler und Benedikt Sigmund gehen als Ninja-Paar an den Start

Arleen Schüßler und Benedikt Sigmund haben Ninja Warrior Germany nicht nur die Leidenschaft für einen neuen Sport zu verdanken, sondern auch ihre Beziehung. Die beiden haben sich im Training für die Show kennengelernt und sind das erste deutsche Ninja Couple.

Beide waren in den vorherigen Staffeln bereits erfolgreich, Arleen wurde zuletzt Last Woman Standing. Bevor sie in der dritten Vorrundenshow der 5. Staffel auftreten (Freitag, 20:15 Uhr, bei RTL und im sport.de-Liveticker), sprachen sie mit sport.de exklusiv über ihre Leidenschaft für den Ninja-Sport, den eigenen Parcours im Garten und ihre Kennenlerngeschichte.

Bei Ninja Warrior gehört ihr mittlerweile schon zum Inventar, Arleen ist die amtierende Last Woman Standing. Wie hat alles angefangen?

Arleen: Ich habe sehr lange und intensiv Leichtathletik gemacht, zuletzt Stabhochsprung. Irgendwann habe ich bei Facebook einen Trailer für Ninja Warrior gesehen und mich quasi in einer Nacht-und Nebelaktion beworben. Wenn man sich auf ein solches Format bewirbt, rechnet man aber nicht wirklich damit genommen zu werden und ich habe mich entsprechend darauf auch nicht weiter vorbereitet. Dann kam die Einladung fürs Casting – bis dahin war ich noch nie bouldern oder an einem Hindernis gewesen. Meine erste Show war dann entsprechend schnell vorbei. Direkt am zweiten Hindernis bin ich ins Wasser gefallen. Ich glaube, ich hatte nur zwei Fernseh-Sekunden, aber dieses ganze Drumherum, der Hype um den Sport hat mich trotz meines kurzen Auftritts so gefesselt, dass ich das Ganze intensiver machen wollte. Dann habe ich einfach die Sportart gewechselt.

Benedikt: Ich habe früher ambitioniert Fußball gespielt, aber auch ganz viele andere Sportarten nebenbei gemacht. Bei mir waren es dann Kumpel, die gesagt haben: "Benni, dein Leben besteht ja nur aus Sport, mach doch mal bei Ninja Warrior mit!" Vorm Fernseher dachte ich mir, dass ich das bestimmt auch kann. Meine erste Show war dann das Team-Special, wo mich Arleen in ihr Team geholt hat. Da sind wir dann knapp am Sieg gescheitert und ich habe meine Leidenschaft für diesen Sport entwickelt...

Und so hat euch die Show dann erst sportlich und dann privat zusammengebracht. Das war der Anfang des ersten Ninja-Couples?

Arleen: Für die erste Staffel Team-Ninja-Warrior wurde ich als Teamkapitänin ausgewählt. Als einer der beiden Teamkollegen absprang, holte ich Benni ins Team. Ich hatte ihn über Instagram gefunden und in unsere Trainingsgruppe eingeladen. Nach dem ersten gemeinsamen Training war klar – er musste unser dritter Mann werden. Wir waren sehr lange Trainingskollegen, bis sich dann mehr entwickelt hat...


Video: Arleen und Benni im Team-Special


Benedikt: ...genau, wir haben tatsächlich ein gutes Jahr nur trainiert. Wir haben uns von Beginn an gut verstanden. Über die ganze Zeit, die wir miteinander verbracht haben, haben wir dann gemerkt, dass wir uns nicht nur als Trainingsbuddys gut verstehen. Arleen hat mich dann ganz klischeehaft bei einem DVD-Abend geküsst.

Trainiert ihr seitdem als Paar auch immer noch zusammen oder muss da auch mal jeder seinen eigenen Weg gehen?

Arleen: Wir trainieren tatsächlich immer zusammen. Es hat eigentlich nur Vorteile. Das Training ist sehr vielseitig, wo es auch Einheiten gibt, auf die man nicht so Bock hat. Manche würde ich niemals machen, wenn ich ihn nicht hätte und wir uns da nicht gegenseitig pushen würden. Wenn man mal ein Motivationsloch hat, ist es natürlich viel schwieriger, da alleine wieder herauszukommen als zu zweit. Es ist unsere gemeinsame Leidenschaft und wir haben uns darüber kennengelernt.

Benedikt: Inhaltlich machen wir das gleiche Training, auch wenn manchmal unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden. Da wir so viel Zeit mit Training verbringen, würden wir uns sonst kaum sehen, wenn wir nicht zusammen trainieren würden. Es ist schon ein Riesenvorteil, dass wir diese gemeinsame Leidenschaft haben und uns so unterstützen.

Du hast es angedeutet, ihr steckt viel Zeit ins Training. Wie hat sich das bei euch in den letzten Jahren entwickelt?

Benedikt: Als wir angefangen haben, gab es den reinen Ninja-Athleten noch nicht. Die Community bestand aus Parkour-Leuten, Boulderern, Kletteren, Zirkusartisten oder Turnern. Nach der ersten Team-Sendung haben wir uns überlegt, was ein Ninja eigentlich können muss. Mit einem Athletiktrainer haben wir dann ein Trainingskonzept entwickelt. Unser Training beinhaltet aktuell ein spezifisches Krafttraining, Hindernistraining, Klettern und mittlerweile auch Parkour. Im Durchschnitt trainieren wir sechsmal pro Woche, zwischen anderthalb und vier Stunden, in der Ninja-Trainingshalle auch gerne mal fünf bis sechs Stunden.

Ihr habt euch auch einen professionellen Parcours in den Garten gebaut. Wie kam es dazu?

Benedikt: Ja, bei meinen Eltern. Sie haben uns netterweise ihren Garten zur Verfügung gestellt. Mittlerweile bekommen wir aus der ganzen Welt Anfragen von Ninjas, die bei uns trainieren möchten. Wir haben uns damals die Maße aus der TV-Show herausgesucht, um die Hindernisse originalgetreu nachzubauen. Daraus ist dann auch die Idee entstanden, eine Firma zu gründen, die Ninja-Hindernisse baut und verkauft, für die Arleen jetzt auch immer noch arbeitet. Wir führen die Firma aber mittlerweile nicht mehr selbst, sondern haben die Marke "Ninja Obstacles" lizensiert und das Ganze ausgelagert. Andernfalls hätten wir es nicht mehr geschafft, den Sport auf diesem Niveau auszuüben.

Baut ihr euren Parcours auch immer wieder um?

Arleen: Klar, wir versuchen uns immer neue Herausforderungen im Parcours zu schaffen. Wir schauen uns auch gerne die internationalen Shows an und wenn wir da ein Hindernis sehen, was in Deutschland noch nicht vorkam, bauen wir das auch gerne mal nach. Das Portfolio an Hindernissen ist allerdings so riesig, dass man sich nie auf alles vorbereiten kann. Sie lassen sich ja auch immer wieder etwas Neues einfallen.

Benedikt: In der letzten Staffel in den USA haben wir zum Beispiel ein Unterwasserhindernis gesehen. Danach kam es natürlich mal vor, dass wir mit einer Kettlebell bei uns durch den Pool gerannt sind. Wir versuchen den Parcours schon immer ein bisschen anzupassen. Je mehr Routine man in den Bewegungsabläufen hat, desto stärker wird man und kann sich auch auf neue Hindernisse besser einstellen.

Wie kam es zu eurem Pool? Hat es euch gefehlt, beim Abgang von euren Hindernissen ins Wasser zu fallen?

Benedikt: Man kann sich nicht vorstellen, was für einen Unterschied der macht! Anfang des Jahres haben wir bei zehn Grad trainiert, das Wasser hatte 8 Grad. Das ist schon ein gutes mentales Training, wenn du da auf keinen Fall reinfallen willst. Wenn man in der Halle trainiert und unter dem Hindernis nur eine Matte liegt, dann fällt man runter und macht das Hindernis noch einmal. Aber das Schwierige in der Show ist ja auch, die Hindernisse im ersten Versuch zu schaffen - und wenn du fällst, bist du raus.

Arleen: Wenn du an einem Hindernis über dem Pool hängst, ist schon eine leichte Nervosität dabei, die der Show nahe kommt. Wahrscheinlich ist es eher Angst als Aufregung, weil man nicht reinfallen will, aber das simuliert es dennoch ganz gut.

Das klingt schon sehr zielgerichtet. Trainiert ihr vor allem auf die Show hin?

Arleen: Ninja Warrior Germany ist definitiv das Highlight im Jahr. Aber inzwischen kann man schon an vielen anderen Wettkämpfen deutschland- und europaweit teilnehmen. Wenn nach Corona wieder alles normal läuft, haben wir schon jeden Monat mindestens einen Wettkampf, an dem wir teilnehmen.

Benedikt: Letztlich ist das ganze Training und jeder Wettbewerb vor allem Vorbereitung für die Show. Für andere Athleten ist das wahrscheinlich so etwas wie die Olympischen Spiele. Inzwischen hat sich einfach ein Sport entwickelt, der auch außerhalb der Fernsehshows stattfindet, das ist vielen vielleicht gar nicht bewusst. Mittlerweile gibt es eine ganze Ninja-Szene, in der die Athleten spezifisch trainieren. Es sind nicht mehr nur Leute, die eigentlich eine andere Sportart machen und das nebenbei noch mitnehmen. Die Szene wird immer größer und professioneller. Die Wettkämpfe sind immer unfassbar schnell ausverkauft und wir bekommen ganz viele Nachrichten von Leuten, die nach Tipps fragen oder mit uns trainieren wollen. Wenn man sich mal anschaut, wie fit die Kinder bei Ninja Warrior Kids schon sind, sieht man auch, wie viel da nachkommt.

Woran liegt das, was ist der Reiz an der Show und vor allem an eurem Sport?

Benedikt: Der Community-Gedanke ist schon wichtig. Man geht gemeinsam trainieren, pusht sich gegenseitig. Jeder ist für jeden da und die Szene ist sehr anfängerfreundlich. Außerdem kannst du in diesem Sport superschnell persönliche Erfolge erzielen. Das Training ist nicht stupide, man geht nicht ins Fitnessstudio, macht zehn Bizepscurls und hofft, dass sein Arm in drei Monaten dicker ist. Wenn man einen Parcours schafft, hat man direkt ein Erfolgserlebnis - und auch den Wettkampf, wenn man man mit jemandem zusammen trainiert.

Arleen: Ich glaube, ich kenne auch keine Szene, die so bunt gemischt ist: von Jung bis Alt, von Profis bis zu Hobbysportlern. Und jeder kann in seinem Rahmen seine Herausforderung finden und stärker werden.

Das hat bei dir ja auch ganz gut geklappt. Bei deiner ersten Ninja-Warrior-Teilnahme bist du früh gescheitert, im vergangenen Jahr warst du Last Woman Standing. Konntest du dich für diese Staffel noch leicht motivieren?

Arleen: Die Motivation war gar kein Problem. Du gehst allerdings mit einem gewissen Druck in die Show, weil viel von dir erwartet wird. Ich habe noch kein Rezept gefunden, wie ich da ganz entspannt herangehe. Gerade vor der ersten Show, wenn ich ein Jahr Pause gehabt hatte, bin ich auf der Startplattform besonders aufgeregt. Aber wenn der Signalton endlich kommt, fängt der Spaß an! Ich bin eine sehr ehrgeizige Athleten und möchte immer das Bestmögliche herausholen.

Wurdest du eigentlich erst einmal belächelt als du mit dem Ninja-Sport angefangen hast? Es ist ja immer noch ein eher männerdominierter Sport.

Arleen: Am Anfang tatsächlich, auch von Leuten aus meiner alten Sportszene. Da habe ich schon Nachrichten bekommen, dass ich doch lieber eine richtige Sportart machen solle. Aber nach dem letzten Jahr hat es sich erledigt, da kamen dann nur noch Glückwünsche. Wir brauchen auf jeden Fall mehr Mädels, es ist schade, dass es noch nicht so viele gibt. Ninja ist für jede Frau, die fit ist – oder noch fit werden will – geeignet. Man wird als Anfängerin gern aufgenommen und kann überall mitmachen. Ich kann wirklich nur allen Frauen sagen: Wenn ihr eine richtig coole Sportart machen wollt, müsst ihr zu Ninja kommen!


Video: Arleen Schüßler wird Last Woman Standing 2019


Benedikt: Man muss echt keine Angst haben oder Hemmungen. Und wenn ihr noch an keinem Hindernis gehangen habt, geht einfach in die Hallen und sprecht irgendwelche erfahrenen Athleten an! Man darf da nicht mit der Angst herangehen, sich zu blamieren. Wir sehen ja, was selbst den besten Athleten passieren kann. Schaut euch Sladi in dieser Staffel an! Auch guten, erfahrenen Athleten, die wirklich krass trainieren, passiert mal ein Fehler und sie liegen beim zweiten Hindernis im Wasser.

Arleen: Genau, ich bekomme oft Nachrichten von Leuten, die sich noch nicht trauen, sich bei Ninja Warrior zu bewerben, weil sie sich noch nicht fit oder gut genug fühlen. Ich glaube aber, dass es diesen Punkt gar nicht gibt. Man muss an der Show oder an den Wettbewerben teilnehmen, um zu wissen, woran man noch arbeiten muss. Einfach machen!

Das Gespräch führte Maike Falkenberg

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