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Ironman-Champs bleibt nur die Sehnsucht nach der Qual

09.10.2020 07:18
Triathlet Jan Frodeno gewann dreimal den Ironman auf Hawaii
© unknown
Triathlet Jan Frodeno gewann dreimal den Ironman auf Hawaii

Diesmal bleibt den deutschen Ironman-Champions nur der Blick auf die Landkarte und die wehmütige Erinnerung. Keine WM, kein Kultrennen, keine Qual mit der schönsten Belohnung im Ziel von Kailua-Kona auf Hawaii für jeden Langstrecken-Triathleten.

Lange schon steht die Absage der Weltmeisterschaft über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren, und 42,2 Kilometer Laufen fest. Zunächst auf Februar kommenden Jahres verschoben, zwang die Coronavirus-Pandemie die Veranstalter letztlich zur Komplett-Absage.

Dabei hätte es an einem Datum mit Erinnerungswert, dem 10.10.2020, zu einem weiteren denkwürdigen Rennen kommen können, angeführt von den deutschen Weltmeistern Jan Frodeno (2015, 2016 und 2019), Anne Haug (2019), Patrick Lange (2017 und 2018) und Sebastian Kienle (2014). Der Deutschen Presse-Agentur verrieten sie unter anderem, was sie an dem Tag stattdessen machen und was die Corona-Krise letztlich auch führ ihre Karrieren bedeuten könnte.

DAS ALTERNATIVPROGRAMM

Jan Frodeno: "Ich werde den Tag sicher mit etwas Sport im spätsommerlichen Spanien genießen und vielleicht abends den Pizzaofen anschmeißen und mir den schönstmöglichen Tag machen, wie sonst auch."

Anne Haug: "Für mich wird es eine Kombination aus ganz normalem Trainingstag - habe ja noch Wettkämpfe - und ein paar Interviews/social Ride auf 'Zwift' sein."

Patrick Lange: "Wir werden sicher eine schöne Bergtour machen und natürlich über die schönsten Erinnerungen aus den tollen Erfolgen sprechen."

Sebastian Kienle: "Ich werde trainieren, es gibt noch die Chance das im Dezember die PTO-WM über die Mitteldistanz in Daytona (Florida) ausgetragen wird. Wenn das nicht klappt, habe ich wenigstens noch acht Wochen gut gearbeitet und vielleicht stellt sich dann auch das Gefühl ein sich die Pause verdient zu haben."

IST DIE KARRIERE DURCH DIE CORONA-KRISE BEDROHT?

Jan Frodeno: "Wer weiß - vielleicht ist meine Karriere ja schon zu Ende, ohne dass wir es wissen. Es gibt immer Ausfälle im Sport, man wird sich derer nur noch viel bewusster zu späterer Stunde in seiner Karriere. Vielleicht war es aber auch das Jahr, in dem ich einen WM Titel in vollen Zügen genießen konnte, ohne ständig auf Reisen zu sein."

Anne Haug: "Mir geht es da wie allen anderen Selbstständigen/Künstlern/Musikern, etc. Natürlich bricht ein sehr großer Teil des Einkommens einfach weg. Aber ich bin extrem dankbar, dass ich ganz tolle Sponsoren habe, die auch in dieser schwierigen Zeit zu mir stehen. Länger als dieses Jahr sollte die Krise aber nicht dauern."

Patrick Lange: "Natürlich! Ich bin sehr dankbar für meine tollen Partner und mein tolles Umfeld, das mich in diesen schweren Zeiten und trotz eigener Probleme weiter unterstützt und getragen hat!"

Sebastian Kienle: "Existenzbedrohend sicher nicht. Dazu lief es in den letzten Jahren zu gut und wir haben gut gewirtschaftet, wie man so schön sagt. Aber klar, ich bin 36, da bleibt nicht mehr so viel Zeit. Wir sind kein Sport der wie Fußball oder der Radsport als reiner Profi(Fernsehen-)Sport funktioniert. Ohne Massenveranstaltungen mit vielen Amateuren geht bei uns nichts. Wenn das im nächsten Jahr nicht wieder möglich ist, muss ich mich schon fragen ob es Sinn macht, da weiter hundert Prozent meiner Energie reinzustecken. Aber als Berufssportler bist du immer Optimist, also bleibe ich optimistisch."

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